10.1.2020

Monetarisierung von „Sozialdumping“ im Straßenverkehr

Niedrigstlöhne und mangelhafte Kontrollen bei Sozial- und Verkehrsvorschriften haben den Lkw in Europa zu einem grenzenlos billigen Transportmittel gemacht. Sprichwörtlich auf der Strecke bleiben dabei die Lkw-LenkerInnen. Eine Studie der AK geht der Frage nach, was die Folgen für LenkerInnen und Transportunternehmen in Österreich sind, wenn Lohn- und Sozialdumping auf Europas Straßen nicht endlich wirksam bekämpft wird.

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

Zur Story

Diese Studie über die Kostenkomponenten im Straßengüterverkehr zeigt eindrücklich, dass die Personalkosten der entscheidende Wettbewerbsfaktor im europäischen Straßengütertransport sind:

  • Nur eine effiziente Durchsetzung der Entsendebestimmungen auch im Straßengüterverkehr trägt dazu bei, Arbeitsplätze im Inland, faire Entlohnung   und gute Arbeitsbedingungen für alle Lkw-Lenker*innen zu schaffen, sowie den österreichischen Wirtschaftsstandort abzusichern.

  • Eine weitere Liberalisierung der Kabotage führt keineswegs zu weniger Lkw-Fahrten in Österreich, sondern sogar zu einem Anstieg von gefahrenen Lkw-Kilometern und einem Rückgang beim Schienentransport. Die Abschaffung von Kabotagebestimmungen ist daher nicht nur aus ArbeitnehmerInnensicht, sondern auch aus Klimaschutzgesichtspunkten höchst bedenklich.

  • Für die KonsumentInnen sind kaum Preissteigerungen zu befürchten: Durch die Einhaltung der geltenden Bestimmungen und die effiziente Durchsetzung der Kabotage- und Entsendebestimmungen verändern sich die durchschnittlichen Transportkosten der Waren nur unwesentlich.

Weiters werden die Transportkostenunterschiede für fünf unterschiedliche Beispielsrouten unter der Annahme analysiert, dass die gesamte Fahrt einmal mit dem Lohnniveau für Lkw-FahrerInnen aus Österreich (oder Deutschland) und einmal mit dem Lohnniveau für Lkw-FahrerInnen aus EU-Staaten mit niedrigerem Lohnniveau bezahlt wird. Dabei zeigen sich für diese Konstellationen Kostenreduktionen von 15 % bis 22 % pro Fahrt in eine Richtung.

Die gesamte Studie zum Downloaden finden Sie hier.

 

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