17.12.2020

Faire Entschädigungslösungen für Dieselbesitzer! 

Fünf Jahre nach dem Dieselskandal hat der EuGH ein klares Zeichen gegen die Verwendung der sogenannten „Abschaltsoftware“ (Thermofenster) gesetzt, die dafür sorgt das die Abgasreinigung in Dieselmotoren häufig ausgeschaltet wird.  VW musste sich vor dem Europäischen Gerichtshof verantworten, weil bei Diesel-Pkw der Norm Euro 5, Euro 6a und Euro 6b eine Abschaltsoftware eingebaut worden war. Der EuGH hat das jetzt als illegal eingestuft. 

Regelung für alle betroffenen AutobesitzerInnen!

„Das ist ein sehr wichtiges Urteil“, sagt der AK Verkehrsexperte Franz Greil. „Das hat Auswirkung auf alle Diesel-Hersteller in ganz Europa.“ Denn fast alle haben die Abschaltsoftware genutzt. Für die betroffenen  Auto-BesitzerInnen, allein in Österreich sind es über eine Million, muss jetzt eine Lösung her. Denn Autos mit einer nicht legalen Abgastechnik dürfen eigentlich nicht zugelassen werden.

„Die AutobesitzerInnen brauchen deshalb eine Lösung. Und die sollte für alle in Europa gleich sein“, so Greil. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Nationalstaaten eher die eigene Autoindustrie schützen. Deshalb muss die EU-Kommission eine Regelung finden“, so Greil. „Die Verkehrsministerin ist zuständig für Marktüberwachung und Zulassungsverordnungen. Sie kann diese Regelung herbeiführen, in dem sie die EU-Kommission anruft“, so Greil.

Gleichzeitig könnte die Verkehrsministerin auf nationaler Ebene alle Autoimporteure zusammenrufen und mit ihnen klären, wer in Österreich betroffen ist und wie man eventuelle Rückrufaktionen in die Werkstätten organisiert. 

Kosten von 3.000 Euro pro Auto

Es geht dabei um hohe Kosten und einen hohen Aufwand, um die betroffenen Autos mit Katalysatoren nachzurüsten. Greil rechnet mit Kosten von rund 3.000 Euro pro Pkw für den Katalysator-Einbau, die dann die Hersteller tragen müssen. Insgesamt dürfte ein Rückruf in dieser Dimension drei Jahre in Anspruch nehmen. „In einigen Automodellen wird ein neuer Katalysator technisch nicht möglich sein. Für die betroffenen Autobesitzerinnen und Autobesitzer muss es dann faire Entschädigungslösungen geben“, fordert Greil.  

Hintergrund

Die „Abgasrückführung“ (AGR) ist fast bei allen Diesel-Pkw mit Abgasnorm Euro 5, Euro 6a und Euro 6b die gängige Abgasreinigungstechnologie. Sie reduziert Stickoxid-Abgase; indem diese nochmals durch den Motor zirkuliert werden. Das funktioniert bei einer Außentemperatur unter 17 Grad nur mehr bedingt. Das bedeutet auch, dass im Winter quasi nie mit gereinigten Abgasen gefahren wurde. In den neuesten Dieselmodellen sind daher auch nur mehr wirksame Katalysatoren im Einsatz. 
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