4.11.2014
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So teuer ist Mobilität im ländlichen Raum

Nur wer mobil ist, kann beruflich tätig sein und am sozialen und kulturellen Leben teil­nehmen. Gerade im ländlichen Raum wird diese Mobilität vor allem durch den eigenen Pkw ermöglicht. Das bedeutet nicht nur hohe finanzielle Belastungen für die Menschen, sondern auch eine ungerechte Verteilung der Mobilitätschancen. 

Für untere Einkommensbezieher ist ein Auto sehr teuer

Der Zugang zum Pkw ist nicht für alle glei­chermaßen gegeben. Die 20% der Haus­halte mit geringstem Haushaltseinkommen haben für Kfz-Reparaturen und Treibstoff gerade einmal rund 90 Euro im Monat zur Verfügung. Demgegenüber geben die wohl­habendsten Haushalte nahezu das Dreifache für den Betrieb ihrer Autos aus. Besonders Frauen haben am Land oft keinen Zugang zum Berufsleben, weil sie keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben, mobil zu sein.

Die Nutzung von Bahn, Bus, Rad oder Fußweg um an ein Ziel zu kommen, (die sogenannte multimodale Mobilität) spielt im ländlichen Raum eine untergeordnete Rolle. Auch kurze Distanzen werden häufig mit dem Pkw zurückgelegt. Die Gründe da­für sind vielfältig und wurden im Rahmen der Veranstaltung ebenso diskutiert, wie Ansätze für eine zukunftsfähige, gendergerechte Mo­bilität im ländlichen Raum.

Die Arbeiterkammern von Wien, Niederösterreich und Burgenland haben die Mobilität im ländlichen Raum genau unter die Lupe genommen. Am Beispiel von Haushalten im Triestingtal wurden die täglichen Wege zur Arbeit, zur Schule und zum Einkaufen untersucht. Fazit: Für die untersten Einkommensbezieher ist ein Auto sehr teuer und ist bereits der zweitgrößte Ausgabenbrocken nach Wohn- und Energiekosten.

Angebote im öffentlichen Verkehr fehlen

„Vor allem Frauen werden durch fehlende Angebote im öffentlichen Verkehr eingeschränkt: Sie müssen zusätzlich zur Berufs- und Familienarbeit oft noch Fahrwege für die von ihnen betreuten Kinder oder Verwandten übernehmen. Mehr öffentlicher Verkehr wäre auch ein Beitrag zu einer faireren Arbeitsteilung in den Familien“, sagt AK Wien-Verkehrsexperte Thomas Hader.

AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister: „Trotz der hohen Kosten haben viele Haushalte bereits zwei Autos und geben dafür um die 800 Euro im Monat aus. Wer hingegen kein Auto zur ständigen Verfügung hat, hat es zum Beispiel bei der Arbeitssuche sehr schwer.“ Frauen legen pro Tag mehr, aber kürzere Wege zurück. 40 Prozent dieser Wege dienen dem Holen und Bringen der Kinder zur Schule, von der Nachmittagsbetreuung oder zu weiteren schulischen oder Freizeitaktivitäten. Die meisten Befragten sprechen sich für sicherere Radwege und einen besseren öffentlichen Verkehr aus. Thomas Kronister: „So könnte für viele der kurzen Wege innerhalb einer Gemeinde von und zu Bildungseinrichtungen das Auto ersetzt werden.“

Wechsel zwischen Auto, Bahn, Bus & Rad erleichtern

Die Verkehrspolitik in der wachsenden Ostregion muss sich auf mehr Fahrgäste und neue Anforderungen einstellen.

Fahrgastrechte

Entschädigung bei unpünktlichen Zügen: Sie haben dann einen Anspruch auf Entschädigung, wenn mehr als 5 % der Züge einer Strecke verspätet sind.

Unterwegs mit Bahn und Bus

Sie sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs? Dann sollte Ihre Fahrt möglichst frei von Stress und Ärger sein. Die Broschüre hilft Ihnen dabei.

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