7.12.2017

Ab Ende August: Neuerungen bei ÖBB Automaten

Ab Ende August werden schrittweise alle 500 ÖBB Ticketautomaten in der gesamten Ostregion auf eine neue Benutzeroberfläche umgestellt. Sie funktionieren in Zukunft nach derselben Bedienlogik wie der Ticketkauf im Internet oder per ÖBB App. Damit soll der Ticketkauf einfacher und kundenfreundlicher werden. Aus Sicht der AK werden mit der Umstellung einige Verbesserungen umgesetzt, es bleiben aber auch etliche Stolpersteine weiterhin bestehen.

Seit Dezember 2010 sind im Nahverkehr (S-Bahn, Regionalzüge, REX) alle ÖBB-Strecken Selbstbedienungsstrecken. Das heißt: Fahrgäste dürfen nur in sehr beschränkten Ausnahmefällen im Zug eine Fahrtkarte lösen. Da nur noch wenige Bahnhöfe über Fahrkartenschalter verfügen, sind die Fahrgäste auf kundenfreundliche Ticketautomaten angewiesen.

TIPP

Die AK empfiehlt, Zeitkarten nicht im letzten Moment zu kaufen, sondern möglichst schon im Voraus beim Schalter oder Automaten.

Was sich ändert

  • Tickets gibt es jetzt für alle 7 Verkehrsverbünde, statt nur für zwei. ÖBB KundInnen können also ab sofort Tickets für über 40.000 Haltestellen in ganz Österreich erwerben, das heißt auch Kombi-Tickets für Bahn, Bus und Bim. Außerdem gibt's jetzt auch Tickets fürs Ausland.

  • Mehr Infos: Der Ticketautomat zeigt die nächsten Verbindungen mit Abfahrts- und Ankunftszeit an, inklusive wichtiger Zwischenhalte.

  •  Bei der Tarifberechnung kann der neue Ticketautomat Ermäßigungen und bestehende Tickets berücksichtigen, etwa für den Stadtverkehr.

  • Die ZURÜCK-Funktion wurde verbessert: Wer sich beim Kauf vertippt hat und einen Schritt zurück macht, muss nicht mehr alle Daten erneut eingeben, der Automat „merkt“ sich den bisherigen Verkaufsvorgang.

  • Höhere Kundenfreundlichkeit bei Fehlkäufen: Falls KundInnen versehentlichen ein falsches Ticket kaufen, können sie ihr Ticket einfach am Schalter stornieren lassen.

  • Zusätzlich gibt es ab sofort eine eigene Info-Hotline, erreichbar unter 05 1717 25. Die Nummer steht auf allen Automaten. Bei Problemen am Automaten führen ÖBB Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonisch durch den Kaufvorgang. 

Einschränkungen am Automaten

Spezielle Angebote, wie zum Beispiel Nachtreisen im Nightjet, Sitzplatzreservierungen oder Sparschiene-Tickets, können nicht am Automaten gebucht werden.

Woraus Sie achten müssen

  • Nur in Stationen, in denen es keinen Ticketautomaten oder keine Personenkasse gibt, ist ein Zustieg ohne Fahrkarte erlaubt. Im Zug müssen die Fahrgäste sofort zum Zugbegleiter oder zum Ticketautomaten gehen und ein Ticket kaufen.

  • Sie können auch ohne Ticket in den Zug einsteigen, wenn alle Ticketautomaten des Bahnhofs keine Münzen und Geldscheine mehr akzeptieren.

  • Als Fahrgast müssen Sie dafür Sorge tragen, dass Sie die zur Bezahlung der Fahrkarte notwendige Summe in ausreichend kleinen Geldscheinen bzw. Münzen aufbringen können. Der bloße Ausfall der Bankomatfunktion führt nicht zur Einstufung des Fahrkartenautomaten als nicht funktionierend, darüber hinaus geben Automaten auch weiterhin maximal 9,9 Euro Wechselgeld. Das Bezahlen eines Tickets von beispielsweise 3,9 Euro mit einem 50 Euro Schein ist also nicht möglich und zählt auch nicht als Grund, ohne Ticket in einen Zug zu steigen.

  • Am Automaten muss – wie auch im Internet – eine Zugverbindung ausgewählt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass das Ticket an diesen Zug gebunden ist. Eine Verbindung muss ausgewählt werden, damit der Automat den passenden Tarif berechnen kann. Vorsicht: Wenn unterschiedliche Routen möglich sind, das Ticket gilt nur für die gewählte Route. ÖBB Standardtickets gelten in allen ÖBB-Zügen (außer Nachtzügen) für die gewählte Reiseroute ab Gültigkeitsbeginn 2 Tage lang.

  • Wer bereits ein Ticket für Wien hat, bezahlt mitunter doppelt: Beim Buchen sollten Sie unter „Wer fährt“ >> „Ermäßigung“ >> den Punkt: „Ticket Stadtverkehr Wien (Kernzone)“ ankreuzen, dann rechnet das System automatisch den für Sie richtigen Preis und das Ticket ab Stadtgrenze.

  • Falls Sie mit einem falschen Ticket oder ohne Ticket in einem Zug des Nahverkehrs angetroffen werden, stellt die ÖBB eine sogenannte Fahrgeldnachforderung aus. Sie beträgt 90 Euro. Wird diese nicht sofort bezahlt, wird ein Erlagschein ausgestellt und es werden auch zusätzlich 30 Euro Bearbeitungsgebühr verrechnet.

  • Wichtig: Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie die Fahrgeldnachforderung zu Unrecht bekommen haben, können Sie binnen einem Monat dagegen Einspruch erheben. Sollte es zu keiner für Sie akzeptablen Lösung kommen, können Sie sich an die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte wenden. 

TIPP

Informationen zur Umstellung der Automaten finden Sie auch unter www.oebb.at/ticketautomat

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