29.1.2020

Verteilung von Steuersenkungen auch Gerechtigkeitsfrage

„Die ArbeitnehmerInnen haben sich Steuersenkungen mehr als verdient!“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Bei der geplanten Senkung der Lohnsteuer muss die Regierung aufs Tempo drücken: „Je rascher die Senkung kommt, desto besser“, so Anderl. Wichtig ist auch die Erhöhung des Werbungskostenpauschales für ArbeitnehmerInnen von 132 Euro auf 300 Euro wieder ins Reformprogramm aufzunehmen – das wäre eine Verwaltungsvereinfachung und gut für die ArbeitnehmerInnen.

Senkung der Körperschaftssteuer sinnlos

Während die Senkung der Lohnsteuer höchst an der Zeit ist, hat aus Sicht der AK die Verringerung der Körperschaftsteuer (KöSt) keinen Sinn. „Das österreichische Steuersystem ist schon heute ungerecht. Die Verteilung von Steuersenkungen ist auch eine Gerechtigkeitsfrage“, sagt Anderl.

80 % der Steuern zahlen ArbeitnehmerInnen

ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen schultern aktuell rund 80 Prozent des gesamten Steueraufkommens. Steuern sind wichtig für die Finanzierung des Sozialstaates und der öffentlichen Infrastruktur – davon profitieren alle. 7 von 10 Steuer-Euro fließen in Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Pensionen. 

Durch die Regierungsvorhaben wird das Ungleichgewicht im Steuersystem nun mit zusätzlichen kapitalseitigen Begünstigungen zulasten der ArbeitnehmerInnen weiter verschärft.