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21.3.2022

Erhöhung des Pendlerpauschales verschärft Ungerechtigkeiten

Das Pendlerpauschale ist absurd ungerecht. Die Bundesregierung hat angekündigt, das Pendlerpauschale zu erhöhen, dadurch werden Ungerechtigkeiten verschärft. Warum? Beim Pendlerpauschale bekommt nicht jeder, der die gleiche Strecke beruflich zu fahren hat, gleich viel Geld. Sondern Menschen mit einem höheren Einkommen bekommen deutlich mehr als Menschen mit geringerem Einkommen, obwohl beide gleich viel an der Tankstelle bezahlen.

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So ungerecht ist das derzeitige Pendlerpauschale-System

Beispiel:
Ein Abteilungsleiter mit 7.000 Euro Monatsbrutto und eine Verkäuferin mit 1.900 Euro im Monat müssen die gleiche Wegstrecke zum Arbeitsplatz bewältigen (ohne zumutbare Öffi-Alternative), nämlich 42 Kilometer. Die Entlastung, die die beiden aus der Pendlerpauschale erhalten, ist höchst unterschiedlich: Der Abteilungsleiter erhält 1.316,6 Euro, die Verkäuferin weniger als die Hälfte, nämlich 597,6 Euro pro Jahr! 

Grund für diese Ungerechtigkeit ist, dass die Pendlerpauschale absurderweise als „Freibetrag“ konstruiert ist: Das Finanzamt rechnet den nach der Pendelstrecke gestaffelten steuerfreien Betrag sowohl für die Verkäuferin als auch den Abteilungsleiter von der Spitze des jeweiligen Einkommens herunter.

Weil die Steuer wegen der Progression in diesem obersten Einkommensteil für den Abteilungsleiter 48 % ausmacht, kommt er auf 1316,6 Euro Förderung; weil der Steuersatz im viel bescheideneren oberen Einkommensbereich der Verkäuferin bei 20 % liegt, wird ihr Pendeln mit nur 597,6 Euro gefördert, obwohl die Wegstrecke und die Kosten an der Zapfsäule für beide gleich sind. 

Nach den Plänen der Bundesregierung wird das Pendlerpauschale erhöht. Der Abteilungsleiter wird künftig 2.185 Euro zurückerhalten, die Verkäuferin 1.106,4 Euro.

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Unsere Forderung

„Aus diesem Grund verlangt die AK die Umwandlung des Pendlerpauschales in einen Pendlerabsetzbetrag – also eine einkommensunabhängige Steuerrückzahlung“, betont AK Präsidentin Renate Anderl. 

Es ist gut, dass die Bundesregierung etwas für die Pendler:innen tun will. Statt Kurzfristmaßnahmen, braucht es aber eine Gesamtreform, die das Pendlerpauschale einfacher, sozialer und ökologischer macht. Im Zentrum einer Reform muss die Umstellung Richtung Pendlerabsetzbetrag zur Entlastung von PendlerInnen mit kleinen und mittleren Einkommen stehen. 

Mehr Infos über die weiteren Baustellen beim Pendlerpauschale im Factsheet. Mehr ...

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