Junge Frau kümmert sich um ältere Frau © Kzenon, stock.adobe.com
Pflegekraft kümmert sich um ältere Dame. © Kzenon, stock.adobe.com

Stellungnahme der AK zum Masterplan Pflege

Am 5. Dezember 2018 hat die Regierung den Masterplan Pflege beschlossen.

Das ist Stellungnahme der Bundesarbeitskammer dazu: 

Enormer Handlungsdruck

Für ein qualitativ hochwertiges, bedarfsorientiertes, leistungsfähiges und finanziell abgesichertes Pflegesystem sind viele verschiedene Maßnahmen erforderlich. Der Handlungsdruck ist aufgrund der rasanten demografischen Entwicklung bereits enorm. 

Größtes Problem: Zu wenig Personal

Aktuell ist das drängendste Problem, die Sicherstellung von ausreichend Personal und damit die Leistungsqualität für Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf.

Schon heute fehlen viele tausend Menschen in der Betreuung und Pflege, offene Stellen können nicht besetzt werden, und fertiggestellte Einrichtungen können ihren Dienst aufgrund von Personalmangel nicht aufnehmen.

Berufstätige pflegende Angehörige müssen aufgrund der Betreuungsaufgaben ihre Arbeitszeit reduzieren oder steigen sogar komplett aus der Berufstätigkeit aus – mit allen negativen Folgen für ihre eigene soziale Absicherung im Alter.

Ohne ambitionierte Gegenmaßnahmen wird sich die Situation dramatisch verschlechtern. 

Was würde helfen? 

Zentrale Stellschrauben sind attraktive Arbeitsbedingungen. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass Menschen gerne in Pflege- und Betreuungsberufen arbeiten wollen und auch langfristig dort bleiben. 

AK Stellungnahme 

Das sagt die AK zum Masterplan Pflege der Regierung in voller Länge.
  AK Stellungnahme im Volltext herunterladen (1,7 MB)

Das sagt die AK

Diese 7 Sofortmaßnahmen fordert die AK 

Die Bundesarbeitskammer fordert 7 Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für Betreuung und Pflege sowohl zu Hause als auch im Pflegeheim. Die vorgeschlagenen Maßnahmen lösen nicht alle Probleme, führen aber unmittelbar zu dringend notwendigen und spürbaren Verbesserungen für Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf, pflegende Angehörige und für ArbeitnehmerInnen in der Langzeitbetreuung und -pflege.

  1. Zumindest 20 % mehr Personal in den Pflegeheimen, um der chronischen personellen Unterbesetzung entgegenzuwirken (366 Mio €),
  2. für die Betreuung und Pflege zu Hause ist der Ausbau von mehrstündigen Betreuungseinsätzen und insgesamt mehr Leistungsstunden in den mobilen Diensten dringend notwendig (515 Mio €),
  3. mehr Zeit pro Einsatz für die betreute Person in den mobilen Diensten verbessert die Betreuung qualitativ und reduziert den extremen Zeitdruck der ArbeitnehmerInnen (145 Mio €),
  4. zur Unterstützung von Menschen mit Pflegebedarf und deren pflegenden Angehörigen fordern wir die Abschaffung der Selbstbehalte in den mobilen Diensten (154 Mio €),
  5. der Aufbau von psychosozialer Angehörigenbegleitung ist dringend notwendig (20 Mio €),
  6. für attraktivere Arbeitszeitmodelle, verlässliche Dienstpläne und die vermehrte Durchführung von Bezugspflege ist mehr Personal auch in den mobilen Diensten erforderlich (145 Mio € für + 20 %),
  7. und um den finanziellen Anreiz für Pflegekräfte zu erhöhen, in der Langzeitpflege zu arbeiten, muss die Lohnschere zur Arbeit in den Akutkrankenhäusern zumindest verringert werden (200 Mio €).

Die gesamten Zusatzkosten dieses Sachleistungspakets belaufen sich damit auf rund 1,5 Milliarden Euro bezogen auf das Leistungs- und Kostenniveau des Jahres 2017. 

AK Stellungnahme 

Das sagt die AK zum Masterplan Pflege der Regierung in voller Länge.
  AK Stellungnahme im Volltext herunterladen (1,7 MB)

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