17.7.2019

Mehr Arztpraxen und moderne Medikamente statt teurer Türschildtausch!

Wie am 16.7.2019 bekannt wurde, zeigt ein bislang unter Verschluss gehaltenes Gutachten des Sozial­ministeriums, dass die Kosten des Umbaus der Sozial­versicherung bis zu 400 Mio. Euro betragen werden. Aus Sicht der Sozial­versicherungs-Expert­Innen der AK liegt diese Schätzung an der Unter­kante. Die AK hat bereits bei der Begutachtung des Gesetzes alleine die Kosten für die Zusammen­legung mit 500 Mio. Euro angesetzt. Aber der Umbau wird noch teurer, sind die Expert­Innen der AK überzeugt. 

AK-Experten rechnen bis 2023 mit Kosten von rund 2,1 Mrd. Euro

Bis 2023 werden rund 2,1 Mrd. Euro an Kosten anfallen. Denn zusätzlich zu den 500 Mio. Euro für die Zusammen­legung fallen Mehrkosten für die Absenkung des Unfall­versicherungs­beitrags, für einen neuen, teureren Gesamtvertrag mit den Ärzt­Innen oder auch großzügige Mittel­aufstockungen für Schön­heits­kliniken an. Damit fehlen in Summe schnell 2,1 Mrd. Euro. Geld, das für die Versicherten fehlen wird. 

Wenn man bedenkt, dass eine durchschnittliche Haus­arzt­stelle rund 300.000 Euro kostet, wären mit den 2,1 Mrd. Euro alle Sorgen um die Stellennach­besetzung erledigt, auch die Finanzierung des Ankaufs moderner Medikamente wäre ohne Probleme möglich, ebenso der dringende Ausbau von Psycho­therapie­plätzen.  

Längere Wartezeiten und schlechtere Services

Bevor viel Geld un­wieder­bringlich für den Austausch von Türschildern aufgewendet wird, verlangt die AK von der künftigen Bundes­regierung angesichts der finanziellen Gefahren für die Sozial­versicherung und der drohenden Verfassungs­widrigkeit wesentlicher Teile des Umbau­vorhabens eine Über­arbeitung unter intensiver Einbeziehung der Sozial­partner.

Denn wird dieser Umbau weiter so durchgezogen, steht vor allem die Gesundheit der Arbeit­nehmer­Innen auf dem Spiel. Denn letztlich werden sie mit Selbst­be­halten für diesen Umbau teuer bezahlen. Auch der angekündigte Abbau von 1.500 Dienstposten wird zu Lasten der Versicherten gehen. Ein derartiger Kahl­schlag bedeutet für sie längere Warte­zeiten und schlechtere Services.