8.1.2020

Arbeitsbedingungen – Arbeitsdruck

Österreich steht gut da, die Produktivität ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen – der Druck auf die Beschäftigten allerdings auch. Die Konzerne machen gute Gewinne – die ArbeitnehmerInnen bleiben auf der Strecke und müssen z.B. mit überlangen Arbeitszeiten und fehlendem Ausgleich für ihre Anstrengungen kämpfen. 

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

Zur Story
AK-Forderung
RegierungsprogrammCheck
modernes Arbeitszeitrecht
Zeitwertkonto - in mehreren Studien (Wifo, IHS) wurde aufgezeigt, wie komplex und problembehaftet das ÖAAB-Modell von Zeitwertkonten ist;
Zeitkorridor-Modelle für Eltern - völlig undefiniert;
Sabbatical-Modelle - völlig undefiniert
Verwirrtes Emoji © streptococcus, stock.adobe.com  
planbare und mitbestimmte Arbeitszeiten
Es fehlen die dringend benötigten günstigeren Regelungen.
Trauriges Emoji © streptococcus, stock.adobe.com
leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche
nicht enthalten
Trauriges Emoji © streptococcus, stock.adobe.com  
Recht auf 4-Tage-Woche
nicht enthalten
Trauriges Emoji © streptococcus, stock.adobe.com  
mehr Mitbestimmung durch Betriebsräte (Kontext Digitalisierung)
nicht enthalten
Trauriges Emoji © streptococcus, stock.adobe.com
Etablierung von Arbeits- und OrganisationspsychologInnen als gleichberechtigte Präventivfachkräfte
kein Anknüpfungspunkt enthalten
Trauriges Emoji © streptococcus, stock.adobe.com
Anerkennung von Burn-Out als Berufskrankheit
Bei der Modernisierung der Berufskrankheitenliste sollte Burn-Out als Berufskrankheitanerkannt werden. Ist grundsätzlich positiv, fraglich bleibt, ob Burn-Out in die Liste aufgenommen wird.
Verwirrtes Emoji © streptococcus, stock.adobe.com
50 ArbeitsinspektorInnen mehr, um internationalvorgesehene Mindestvorgaben wieder zu erreichen
Die Sozialpartner werden beigezogen. Die Entbürokratisierung wurde mit dem ArbeitnehmerInnenschutz-Deregulierungsgesetz 2017 abgeschlossen. Beraten vor strafen wendet die Arbeitsinspektion bereits an. Noch nie gab es so wenige Strafanzeigen wie 2018: nur 934! Nur auf jede 102. Übertretung folgt eine Strafanzeige! Vor vier Jahren lag der Wert noch bei jeder 50. Übertretung.
Verwirrtes Emoji © streptococcus, stock.adobe.com

Fazit

Die angekündigte „Modernisierung des Arbeitsrechts" ist im Programm nicht konkretisiert und soll auf Basis eines „breiten gesellschaftlichen Dialogs unter Einbindung aller relevanten Stakeholder (Sozialpartner, Zivilgesellschaft etc.)" erfolgen. Die AK sieht das grundsätzlich als Chance für eine positive Weiterentwicklung und wird sich intensiv an diesem Dialog beteiligen.

Sehr problematisch ist, dass die massiven Verschlechterungen durch die ÖVP-FPÖ-Regierung (12-Stunden-Tag/60-Stunden-Woche) ebenso wenig angesprochen werden, wie viele andere zentrale Themen, in denen klarer Handlungsbedarf besteht (bessere Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte z.B. in Arbeitszeitfragen, breiterer Zugang zu 6. Urlaubswoche, Recht auf 4-Tage-Woche).

Auch die notwendigen Verbesserungen im technischen und arbeitshygienischen ArbeitnehmerInnenschutz sind im Regierungsprogramm nicht enthalten. Stillstand bedeutet aber Rückschritt! Die Arbeitswelt ändert sich laufend. Neue (arbeits)wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben nach wie vor unberücksichtigt.











Downloads