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Vernetzung sozialer Dienstleistungen

Der Ausbau sozialer Dienstleistungen (Kinderbetreuung, Pflege, Mobilität etc.) ist der Schlüssel für die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und ein gutes Leben der Menschen. Die Gemeinden haben bei der Entwicklung der sozialen Infrastruktur eine tragende Rolle, stehen jedoch auch vor finanziellen und organisatorischen Herausforderungen.

Um bedarfsgerechte Angebote sicherstellen zu können, sind sie zunehmend unter Druck, sich zu vernetzen und „Hintergrundleistungen“ wie Lohnverrechnung usw. arbeitsteilig zu erbringen. Diese bessere Abstimmung von Schnittstellen und Kooperation von unterschiedlichen AkteurInnen war das Thema der Veranstaltung der Bundearbeitskammer in Kooperation mit dem Städtebund und dem Gemeindebund..

Frauen und die Wirtschaftskrise

Im Zentrum stand dabei u.a. die Präsentation der von der Bundesarbeitskammer und dem ÖGB beauftragte Studie der DUK (Donau-Universität Krems) „Frauen und die Wirtschaftskrise - Vernetzung sozialer Dienstleistungen als Antwort auf Konjunktur- und Strukturkrise “.

Die Studienautorin Gudrun Biffl wies dabei auf die bestehenden strukturellen Schwächen (auch im internationalen Vergleich) hin und zeigte entsprechende Optionen für die Weiterentwicklung der Organisation sozialer Dienste insbesondere durch die „Industrialisierung“ in diesem Bereich hin. Schlüssel zur Verbesserung des Angebotes sind Arbeitsteilung, Vernetzung und Kooperation zwischen Gemeinden und eine institutionelle Verankerung dieser Zusammenarbeit, damit der Erfolg von Initiativen nicht vom Engagement von Einzelpersonen abhängt.

Kooperation zwischen Gemeinden

Neben dieser wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas wurden erfolgreiche Beispiele für Gemeindekooperationen und Vernetzungen aus der Praxis präsentiert. Die Beispiele aus dem Bereich Kinderbetreuung umfassten die gemeindeübergreifende Kooperation bei der Betreuung in Kinderkrippen im Burgenland, wofür es vom Land auch finanzielle Anreize gibt, und das Kinderbetreuungszentrum in Osttirol, die durch besonders hohe Flexibilität (auch stundenweise Betreuung, lange Öffnungszeiten inkl. Samstag) gekennzeichnet ist.

Aus dem Pflegebereich wurde eine steirische Plattform präsentiert, die auf bestehenden Daten und Prozessen aufbaut und so für Institutionen, KundInnen und Versorgungs-einrichtungen einen tagesaktuellen Überblick zu vorhandene Angebote, freien Betreuungsplätzen etc. ermöglicht.

Niedrigere Kosten

Weiters wurde eine Tiroler Gemeindekooperation für ein Pflegeheim präsentiert, was erforderliche Kapazitäten zu niedrigeren, Kosten und einer viel höheren Maß an Professionalisierung ermöglichte, als es für eine einzelne Gemeinden der Fall gewesen wäre. Als Wiener Beispiel wurde das Projekt sALTo vorgestellt, das auf einer breiten Vernetzung in zwei Stadtteilen basiert und ein gutes und selbstbestimmtes älter werden zum Ziel hat.

Das KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung zeigte die rechtlichen Barrieren für Kooperationen auf und sprach sich für eine Ausweitung des Systems der Gemeindeverbände auf mehrere Bereiche aus. Auf der Plattform des KDZ können Erfahrungen der Kooperation von Verwaltungen ausgetauscht werden.

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