17.4.2014
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Einkommenstransparenz: „Mindestangaben sind zu wenig!“

Die AK hat nun zum dritten Mal die Gehaltsangaben bei Stelleninseraten überprüft. Die Mehrzahl der Betriebe (87 Prozent) hält sich an die gesetzlichen Bestimmungen zur Gehaltstransparenz. Aber noch immer gibt es zahlreiche Inserate ohne Gehaltsangaben. Ingrid Moritz, Leiterin der AK Abteilung Frauen, Familie: „Vielfach sind die Inserate auch nicht aufschlussreich, weil das Stundenausmaß bei Teilzeit oder bei All-in-Verträgen fehlt und somit keine echte Gehaltstransparenz gegeben ist. Zudem sind Angaben über das tatsächlich zu erwartende Gehalt stark zurückgegangen.“ Analysiert wurden die Samstag-Ausgaben von Kronen-Zeitung, Kurier, Die Presse und Der Standard im Februar und März 2014 sowie 557 Inserate von 4 Internet-Jobbörsen. 

Starker Rückgang bei Ist-Gehaltsangaben

Ziel der Regelung zu den Stelleninseraten im Einkommenstransparenzgesetz ist, Menschen, die Jobs suchen, Informationen über die erwartende Entlohnung zu geben und damit zur Verringerung der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern beizutragen. Doch zumeist wird nur den gesetzlichen Erfordernissen genüge getan, indem das kollektivvertragliche Mindestgehalt angegeben und auf die Bereitschaft zu Überzahlung ohne nähere Angaben hingewiesen wird. AK Moritz: „Mindestangaben sind in der Regel zu wenig aussagekräftig, um echte Einkommenstransparenz zu erreichen. Wichtig wäre daher, dass die Betriebe das Ist-Gehalt bzw. eine Bandbreite der möglichen Bezahlung im Stelleninserat angeben.“ 

Vielfach sind die Inserate nicht aufschlussreich

Im Vergleich zu 2013 hat sich die Aussagekraft der Gehaltsangaben verschlechtert. Der Anteil der Inserate mit Information zu Ist-Gehalt oder Bandbreite, ist in Tageszeitungen von 54 Prozent auf 38 Prozent zurückgegangen. Besonders kritisch ist zu werten, dass Großbetriebe mit mehr als 500 Beschäftigten nur zu 21 Prozent das Ist-Gehalt ausweisen. 2013 waren es noch 39 Prozent. Etwas besser sieht die Qualität im Bereich der Onlinebörsen aus, wo zumindest 45 Prozent Ist-Angaben machen. Insgesamt (Tageszeitungen und Onlinebörsen) ist der Anteil der Inserate mit Ist-Gehaltsangaben somit von 48 auf 40 Prozent zurückgegangen. 

Hier schlägt auch die angespannte Situation am Arbeitsmarkt durch. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Stelleninserate um ein Viertel zurückgegangen. Gab es 2013 noch 5.156 Inserate sind es jetzt nur mehr 3.991 ausgeschriebene Stellen.

Forderung

Die AK fordert Verbesserungen bei den Stelleninseraten:

  • Um echte Einkommenstransparenz zu erreichen muss das Ist-Gehalt bzw. eine Bandbreite der möglichen Bezahlung im Stelleninserat stehen.
  • Bei Teilzeitstellen muss das Arbeitsausmaß angegeben sein, sonst ist die Angabe des Einkommens nicht aussagekräftig. Auch bei All-In-Verträgen und bei Überstundenpauschalen muss das Gehalt transparent im Verhältnis zur Arbeitszeit ausgewiesen werden. Außerdem sollen Gehaltsangaben auch für freie DienstnehmerInnen gelten.
  • Der öffentliche Bereich soll endlich nachziehen. Daher sollten künftig alle Länder und Gemeinden von der Einkommenstransparenz umfasst sein. Bislang hat lediglich das Bundesland Tirol die Gehaltsangabe umgesetzt.
  • Die Arbeiterkammern und Gewerkschaften sollen das Recht bekommen, unvollständige Angaben anzeigen zu können, um die Einhaltung des Gesetzes wirksam umzusetzen.
  • Darüber hinaus braucht es dringend Investitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Der massive Rückgang der Stelleninserate verdeutlicht, wie schwer es Arbeitsuchende haben, eine Stelle zu finden.

Stellenanzeige

Stellenanzeigen - zwischen den Zeilen gelesen: Wenn Sie von Anforderungen abweichen, heißt das nicht, dass Sie ungeeignet sind.

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