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Kinderbetreuung und Elementarbildung

Die Bedeutung von Kinderbetreuung als elementare Bildungseinrichtung ist in aller Munde. Zahlreiche Studien zeigen die Bedeutung dieser Einrichtungen für die Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich. Auch dass Kinderbetreuung eine unerlässliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, ist weithin anerkannt. 

So hoch die Erwartungen an die Elementarbildung sind, die Realität ist eine andere: Fehlende Plätze und schlechte Öffnungszeiten, zu geringe Ausgaben für ein hohes Qualitätsniveau und die mangelnde Anerkennung als Bildungseinrichtung sind zentrale Problembereiche, die dringend gelöst werden müssen.  

Fehlende Plätze und mangelhafte Öffnungszeiten

Das Angebot an vorschulischen Betreuungsplätzen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, wie die Kindertagesheimstatistik zeigt. 2016 ist die Zahl der Kinder in Krippen und Kindergärten weiter gestiegen. Die Gesamtsituation wird allerdings nur bedingt verbessert, weil sich auch die Zahl der Kinder erhöht hat.

Dabei ist die Situation in den einzelnen Bundesländern zum Teil dramatisch unterschiedlich. Während Wien gut ausgebaute Kleinkindbetreuung und umfassende Öffnungszeiten bietet, fehlen in vielen Bundesländern Plätze und auch die Öffnungszeiten sind ungenügend.  

Zu wenig Geld für Kinderbetreuung

Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren ist Österreich bei der Elementarbildung viel zu sparsam. Das macht der internationale Vergleich deutlich. Mit Ausgaben von 0,65% der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt - BIP) liegt die Alpenrepublik weit unter dem OECD-Durchschnitt von 0,93 %.

Österreich macht hier also keine gute Figur, obwohl sich die Ausgaben für Kinderbetreuung seit 1980 verdoppelt haben. In anderen Ländern stiegen sie aber wesentlich stärker. So steigerte Deutschland das Budget dafür das 4-fache, Frankreich um das 5-fache und Italien und Belgien um das 7-fache. Österreich hinkt hier deutlich nach – mit spürbaren Auswirkungen auf Quantität und Qualität des Angebots. 

Mangelnde Anerkennung als Bildungseinrichtung

Im internationalen Trend zeigt sich die Anerkennung von Kinderbetreuung als Bildungseinrichtungen u.a. durch die Zuordnung der Verantwortlichkeit zum Bildungsministerium. In der EU ist das nur noch in Deutschland und Österreich nicht der Fall.

Auch bei der Frage, wie viele Kinder eine Person betreut, liegt Österreich im internationalen Vergleich auf den hinteren Plätzen. In Finnland ist eine Fachkraft im Kindergarten für sieben Kinder zuständig, in Dänemark eine Fachkraft für zehn Kinder. In Österreich kümmert sich eine Fachkraft im Durchschnitt um 24 Kinder.

Die PädagogInnen und unterstützenden Kräfte leisten großartige Arbeit unter diesen schwierigen Bedingungen. Ziel muss es sein, die Bedingungen in der Kinderbetreuung so anzuheben, dass sie dem Anspruch einer Bildungseinrichtung gerecht werden. Die Qualitätsstandards müssen dabei selbstverständlich bundesweit gelten – denn jedes Kind in Österreich hat Anspruch auf eine hochqualitative Betreuung und Förderung. 

Dringend notwendig: Eine neue Form der Finanzierung

Eine nachhaltige Finanzierung ist aber nicht nur die unabdingbare Voraussetzung für den dringend benötigten Ausbau, sondern auch für die erforderlichen Qualitätsverbesserungen zur Schaffung echter Bildungseinrichtungen. 

Es braucht dabei eine Verknüpfung zwischen den Einnahmen einer Gemeinde und dem Ausmaß und der Qualität ihrer Leistungen. Wie das gehen kann, dazu hat die Arbeiterkammer konkrete Vorschläge gemacht. Der Kern der Idee: Die Gemeinden sollen künftig pro Kind, das eine elementare Bildungseinrichtung besucht, einen fixen Zuschuss für die laufenden Kosten erhalten. Dieser kann nach Alter des Kindes, Öffnungszeiten, Bedarf an Sprachförderungen usw. gestaffelt sein.

Ergänzend dazu braucht es weiterhin zeitlich befristete Förderungen zur Errichtung neuer Plätze – und zwar solange, bis es ein flächendeckendes Angebot für alle Altersgruppen gibt. Das bedeutet, die Bundesmittel für den Ausbau müssen auch nach 2018 weiter zur Verfügung gestellt werden. 

Warum sich Investitionen in die Kinderbetreuung auszahlen

  • Kinderbetreuung schafft Arbeit: Der Zusammenhang ist simpel. Erstens werden in der Elementarbildung selbst Arbeitsplätze geschaffen und zweitens ermöglicht die bessere Betreuung den Eltern, Kind und Beruf zu vereinbaren.  

  • Investitionen rechnen sich: Gute Kinderbetreuung und –bildung kostet. Mittelfristig kommt aber mehr Geld zurück, als investiert wird. Warum das so ist? Kinderbetreuung schafft Arbeit (siehe oben) und arbeitende Menschen zahlen Steuern und Abgaben. Eine Rechnung, die aufgeht.  

  • Mehr Kinderbetreuungsplätze, weniger Armutsgefährdung: Wenn es in einer Familie viele Kinder gibt, ist die Armutsgefährdung groß, speziell wenn die Frau keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und die Kinder noch im Vorschulalter sind. Gute Kinderbetreuung ist das beste Mittel dafür, diese Familien zu unterstützen.

  • Bessere Job-Chancen Dank Kinderbetreuung: Der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen der vergangenen Jahre geht einher mit deutlich kürzeren Berufsunterbrechungen bei Frauen. Damit verringern sich die Nachteile wie Einkommensverluste und schlechtere Karrieren.

Was die AK fordert: 

  • Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab 1. Lebensjahr - und der muss auch einlösbar sein! Dafür braucht es mehr Plätze und bessere Öffnungszeiten  

  • Sicherung der Finanzierung: Weiterführung der Anstoßfinanzierung nach 2017 sowie die Sicherstellung der laufenden Finanzierung 

  • Echte Bildungsinstitutionen: Klare Zuständigkeit des Bildungsministeriums, ein zweites verpflichtendes, kostenloses Kindergartenjahr und ein Bundesrahmengesetz mit einheitlichen hohen Qualitätsstandards  

Kinderbetreuungseinrichtungen nach Bundesländern

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Angeboten in den Gemeinden der jeweiligen Bundesländer:

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