22.10.2015

Kaske: EU-Vorschlag von Wettbewerbs­räten ist ein sinnloser Eingriff in unser funktio­nierendes Lohnsystem

„Die von der EU vorgeschlagenen Wettbewerbsräte sind ein sinnloser Eingriff in unser funktionierendes Lohnsystem“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. „Die Sozialpartner sorgen seit Jahrzehnten erfolgreich dafür, dass das Lohngefüge passt. Wir brauchen keine Wettbewerbsräte, die am Ende den Lohnwettbewerb nach unten forcieren werden“,  so Kaske.

Gute und faire Löhne sind ein wichtiger Motor für die Binnen­nachfrage

Er zeigte sich überrascht, dass auch die Wirtschaftskammer den EU-Vorschlag nach Wettbewerbsräten begrüßt hat. „Gute und faire Löhne sind auch ein wichtiger Motor für die Binnennachfrage.  Für einen Eingriff in dieses System gibt es keinen Grund, zumal die Außenbilanz Österreichs positiv ist.“  

Mit diesem Plan betoniert die EU ihre Wettbewerbsfixierung noch weiter ein. Der Vorschlag fokussiert sich auf einen Lohnwettlauf nach unten und ist wirtschaftspolitisch jedenfalls der falsche Weg. Dieser Vorschlag ist Wasser auf die Mühlen der Euroskeptiker und ein schwerer Schlag für die europafreundlichen Kräfte in den Gewerkschaften, so die AK.

Lohnkoordination der Sozial­partner fördern

Wenn die Einkommen stagnieren, wird auch das Problem der Massenarbeitslosigkeit nicht lösbar sein. Da Löhne ein ganz wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Binnennachfrage sind, muss die Lohnkoordination der Sozialpartner auf europäischer Ebene gefördert und nicht unterlaufen werden. Was Europa dringend braucht, ist eine ausgewogene wohlstandsorientierte Wirtschaftspolitik.

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