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Schule, Lehre, Weiterbildung: Nicht genügend, setzen!

Im österreichischen Bildungssystem haben nicht alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene die gleichen Chancen. Die Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen hängen sehr stark davon ab, wie viel Geld und welche Ausbildung ihre Eltern haben. In welche Schule Kinder und Jugendliche gehen und welchen Abschluss sie machen, hat wenig mit ihren eigenen Fähigkeiten und Wünschen zu tun.

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So unfair ist Schule!


Österreichs Schulsystem ist extrem ungerecht

Durch die Corona-Pandemie, durch Schulschließungen und Homeschooling sind Schüler:innen aus Familien mit weniger Geld und Bildung benachteiligt worden. Sie hatten zuhause kaum Hilfe mit dem Schulstoff – auch deshalb, weil ihre Eltern häufig in den viel gepriesenen, aber schlecht bezahlten systemrelevanten Berufen ­arbeiten – also in der Pflege, an der Supermarktkassen oder am Bau.

Ob Kinder und Jugendliche eine gute Bildung bekommen, gefördert werden und damit Aussicht auf einen fair bezahlten und erfüllenden Beruf haben, hängt also vor allem davon ab, ob ihre Eltern selbst genug Zeit, Bildung, Sprachkenntnis und Geld haben.

Die Pandemie hat die finanzielle Lage für viele Menschen verschärft, die aktuelle Teuerung erhöht den Druck noch massiv. Dem Gesetz nach sollte es in Österreich nichts kosten, wenn Kinder eine öffentliche Schule besuchen. In der Realität zahlen die Eltern aber viel Geld für den Schulbesuch. Zum Beispiel für Schulmaterial, Ausflüge oder Nachhilfe. Im letzten Schuljahr mussten Eltern besonders tief in die Tasche greifen, um Laptops und Tablets für den Digital-Unterreicht zuhause zu kaufen.

Die AK Schulkostenstudie 2021 (Schulkostenstudie 2020-2021) zeigt, dass Familien durchschnittlich 1.468 Euro pro Schulkind ausgaben. Vor allem armutsgefährdete Familien können das nicht stemmen. Sie sollten es auch nicht stemmen müssen!
 
Auch auf die Berufsschulen wurde in der Pandemie vergessen, etwa bei Förderungen und Digitalisierungsprojekten. Das zeigt, wie elitär Bildungspolitik in Österreich gedacht wird und um welche Kinder es der Politik vor allem geht. 


Was die AK schon erreicht hat 

  • Fachkräfte-Stipendium: Lange hat die AK dafür gekämpft! Ein Stipendium für Erwachsene, die eine Ausbildung machen wollen, z.B. in der Pflege. Seit 2013 werden mit dem Fachkräftestipendium Ausbildungen in sogenannten "Mangelberufen" gefördert Fachkräfte-Stipendium | Arbeiterkammer 
  • Überbetriebliche Lehrwerkstätten: Die überbetriebliche Ausbildung ermöglicht es Jugendlichen ohne Lehrstelle, in einem Betrieb einen Abschluss zu machen. Sie bildet junge Menschen aus, gibt ihnen damit eine Perspektive und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen. Die überbetriebliche Ausbildung ist ein Erfolgsmodell! 
  • Rechtsanspruch auf 35 Stunden vom Arbeitgeber bezahlte betriebliche Weiterbildung für Beschäftigte pro Jahr

  • Förderung von Aus- und Weiterbildung: AK Mitglieder bekommen in vielen Bundesländern Geld für die Teilnahme an ausgewählten Kursen. Auch Arbeitssuchende, Notstandshilfebezieher:innen, Lehrlinge, Eltern in Karenz, geringfügig Beschäftigte und freie Dienstnehmer:innen können die Unterstützung in Anspruch nehmen: AK Bildungsförderung | Arbeiterkammer


Da bleibt die AK dran 

  • Berufsreifeprüfung: Wie andere Formen der Matura muss auch der Zugang zur Berufsreifeprüfung kostenfrei sein

  • Qualifizierungsgeld: Damit sollen die bestehenden Systeme Bildungskarenz, Bildungsteilzeit und das Fachkräftestipendium zusammengeführt und der Lebensunterhalt während der Ausbildung abgesichert werden

  • Anerkennung von Kompetenzen: Einschlägige, langjährige Berufserfahrung muss anerkannt werden. Was für die Lehrabschlussprüfung und andere Abschlüsse fehlt, muss maßgeschneidert nachgeholt werden können

  • Angebote in der Weiter- und Erwachsenenbildung auch für ältere Mitarbeiter:innen: Nur so kann sichergestellt werden, dass sie bis zur Pensionierung in Beschäftigung bleiben können

Was wir noch fordern – mithilfe deiner Stimme 

  • Es braucht mehr berufliche Weiterbildung und Qualifizierung! Dass Unternehmen und Politik den „Fachkräftemangel“ lauthals beklagen, reicht nicht. Sie müssen auch selbst etwas zur Aus- und Weiterbildung der Menschen beitragen.

  • Ganztagsschulen in hoher Qualität für alle Kinder und Jugendlichen österreichweit. Das Angebot muss weiterentwickelt und ausgebaut werden

  • Es braucht mehr Geld für Digitalisierung – auch in Berufsschulen! Flächendeckende Ausstattung mit Laptops und WLAN.

  • Der AK Chancenindex muss umgesetzt werden! Jeder Standort soll abhängig von den jeweiligen Herausforderungen mit genug Lehr- und Unterstützungspersonal ausgestattet werden www.chancenindex.at.

  • Wir fordern das verpflichtende 2. Kindergartenjahr ­– kostenfrei und für alle Kinder. Und eine Milliarde Euro mehr pro Jahr für Elementarpädagogik

  • Bei der Auswahl der Lehrberufe muss auf die Wünsche der Jugendlichen und auf den zukünftigen Fachkräftebedarf der Wirtschaft Rücksicht genommen werden

  • Überbetriebliche Lehrausbildung muss sichergestellt und ordentlich finanziert werden

  • Es braucht zusätzliche Lehrausbildungsplätze in Betrieben der öffentlichen Hand 

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