02.08.2017
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Sommer-Nachhilfe kostet Eltern im Schnitt 450 Euro

Rund 450 Euro im Schnitt, im Einzelfall aber auch deutlich mehr: Wenn die Kinder in den Ferien für einen Nachzipf oder zur Vorbereitung fürs nächste Schuljahr Nachhilfe nehmen, geht das ins Geld. „Das können sich Familien mit niedrigeren Einkommen kaum leisten. Damit haben diese Kinder deutlich schlechtere Startchancen im nächsten Schuljahr“, sagt Melitta Aschauer, Bereichsleiterin für Bildung in der AK Wien.

Die Gemeinde Wien bietet über die Wiener Volkshochschulen im Rahmen der Nachhilfe 2.0 auch heuer wieder im August kostenlose Nachhilfe für SchülerInnen der Neuen Mittelschulen und der AHS-Unterstufen in den VHS-Lernstationen an. „Das ist ein wichtiges Angebot, aber die Lösung für das Problem muss von Anfang an im Schuljahr ansetzen“, so Aschauer. Der rasche Ausbau der verschränkten Ganztagsschule muss zügig fortgesetzt werden. Förderunterricht muss auch in den mittleren Schulstufen von Beginn des Schuljahres an möglich gemacht werden. „Es gibt Schulen, in denen es besonders viele Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien gibt. Für diese Schulen muss es eine besondere Förderung nach dem Chancen-Index geben“, fordert Aschauer. 

Nachhilfe in Wien und in Kärnten am teuersten

Im Auftrag der AK hat das Ifes-Institut im Frühjahr 2017 über 3.400 Familien mit über 5.600 Schulkindern gefragt, wie viel sie für Nachhilfe im Sommer 2016 ausgegeben haben. Im Schnitt gaben die Haushalte rund 450 Euro dafür aus (2015 waren es rund 400 Euro). Am teuersten war die Nachhilfe in Wien und in Kärnten (570 Euro). Am wenigsten gaben die Eltern für die Nachhilfe in Niederösterreich aus (360 Euro).

Vergleicht man die verschiedenen Schulformen, wird der Unterschied noch größer. Für die Nachhilfe eines Schülers oder einer Schülerin an einer AHS-Oberstufe zahlen die Eltern im Schnitt rund 570 Euro. Ist das Kind in der Neuen Mittelschule, geben die Eltern dagegen 390 Euro aus.

Schlechtere Chancen für Kinder von WenigverdienerInnen

Eltern mit einem Haushalts-Einkommen von über 3.000 Euro geben im Schnitt 510 Euro für ihre Kinder im Sommer aus. Haushalte mit einem Einkommen bis 1.600 Euro rund 340 Euro. Die soziale Benachteiligung dieser Kinder geht somit auch in der schulfreien Zeit weiter. Nach wie vor lässt sich sagen, dass die Belastungen durch Nachhilfekosten insbesondere für sozial und finanziell schwächer gestellte Haushalte eine schwere Bürde sind, sofern Nachhilfe für sie überhaupt leistbar ist.

Unsere Forderungen


  • Mehr echte, verschränkte Ganztagsschulen: Das AK Nachhilfebarometer zeigt eindeutig, dass nur die echte Ganztagsschule die Eltern vom Lernen mit den Kindern und von teurer Nachhilfe entlastet.

  • Ausbau des regelmäßigen Förderunterrichts: Für den Förderunterricht muss ein zweckgebundener Fördertopf eingerichtet werden. So wie in den Volksschulen muss der regelmäßige Förderunterricht auch in der Mittelstufe gleich ab Beginn des Schuljahrs leicht und unbürokratisch zugänglich gemacht werden.

  • Eine neue Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index: Pro Schülerin, pro Schüler, deren Eltern selber keinen höheren Bildungsabschluss haben, soll die jeweilige Schule mehr Geld bekommen – damit sie die Kinder besser fördert.

Kostenlose Nachhilfe in den VHS-Lernstationen

TIPP

Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule und der AHS Unterstufen können während der Öffnungszeiten der VHS Lernstationen ohne Anmeldung vorbeikommen um kostenlos zu lernen, sich auf eine Nachprüfung oder einfach auf den Schulstart vorzubereiten. Die VHS Lernstationen gibt es an 20 Standorten in ganz Wien, sie haben bis 31. August jeweils Montag bis Donnerstag von 09:00 bis 12:00 Uhr geöffnet.

226.000 Kinder brauchen private Nachhilfe

Bis zu 103 Millionen Euro für private Nachhilfe – und genauso viele Kinder wie im Vorjahr, die Nachhilfe brauchen: Der Lerndruck nimmt nicht ab.

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