Krankenschwester © stokkete , stock.adobe.com
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Lange Zeit stabile Sozialquote!

Die Sozialquote in Österreich seit über einem Vierteljahrhundert stabil! Der Anteil der Brutto-Sozialausgaben an der Wirtschaftsleistung (BIP) bewegt sich in Österreich in aller Regel zwischen 27 und 30 %. Zieht man Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ab, die auf bestimmte Sozialleistungen zu zahlen sind (z B Pensionen), liegt die Netto-Sozialquote traditionell sogar 3 %-Punkte niedriger. 

Für Österreich lässt sich im Zeitverlauf insgesamt feststellen: Die Sozialausgaben entwickeln sich stabiler, als man dies aus Debatten zum Sozialstaat vermuten würde.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Alarmismus ist nicht angebracht

Pandemiebedingt hat die Sozialquote im Jahr 2020 einen Höchststand erreicht – massiv gestiegene Ausgaben (u.a. durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit), bei gleichzeitigem (außergewöhnlich) starken BIP-Rückgang.

Die Entwicklung 2021 war ein erwartbarer Schritt in Richtung Vorkrisenniveau (Rückgang der Sozialquote von 34,1% auf 32,8 %), da sich die Wirtschaft erholt hat, während sich der Anstieg der Sozialausgaben verlangsamte. Alarmismus á la „Sozialausgaben auf neuem Höchststand“ ist daher nicht angebracht.

Sozialstaat ist in Österreich gut aufgestellt

In Zeiten der Hochkonjunktur sinkt die Sozialquote, in Krisenzeitenzeiten erhöht sie sich „automatisch“, z.B. aufgrund höherer Ausgaben für Arbeitslosengeld und geringerer Steuereinahmen aufgrund sinkender Einkommen.

Das ist letztendlich nicht ungewöhnliches – im Gegenteil: es ist ein klares Zeichen und Bekenntnis zu guter sozialer Absicherung! Ergänzende Maßnahmen, die in Krisenzeiten gesetzt werden, führen ökonomisch auch dazu, dass Krisen schneller überwunden werden können. Etwa, dass die Sozialpartner schnell ein praktikables Modell der Kurzarbeit entwickelt. Das zeigt, unser Sozialstaat funktioniert und er hat uns gut durch die Krise geführt.

Eine in schweren Zeiten sinkende Sozialquote wäre sozialpolitisch ein echtes Armutszeugnis! Denn: In Krisenzeiten brauchen die Menschen einfach mehr Unterstützung – darauf sollen sie sich auch verlassen können!

Daher muss der Sozialstaat weiter gestärkt und entwickelt werden, das heißt in Pflege, Gesundheit, Klima und in den Arbeitsmarkt investieren.

Sozialquote – was ist das eigentlich?

Die Sozialquote ist das Verhältnis von Sozialausgaben zur Wirtschaftsleistung (BIP). Veränderungen der Sozialquote werden entsprechend von Veränderungen im Zähler (Summe der Sozialleistungen) und im Nenner (BIP) verursacht. 


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