20.9.2019

Nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension - was wurde beschlossen?

Im Nationalrat wurden am 19.9.2019 Änderungen im Pensionsrecht beschlossen. Wer 45 Jahre gearbeitet hat, soll abschlagsfrei in Pension gehen können. Kindererziehungszeiten bis zu fünf Jahren werden berücksichtigt. Bis zum Jahr 2024 sind von dieser Begünstigung ausschließlich Männer betroffen. Frauen können bis dahin ab dem 60. Lebensjahr – abschlagsfrei - eine Alterspension in Anspruch nehmen. 

Regelung tritt mit 1. Jänner 2020 in Kraft

Die Regelung tritt mit 1. Jänner 2020 in Kraft, das heißt: Es sind nur Pensionsantritte ab dem 1. Jänner 2020 betroffen. Nachdem es sich um eine beträchtliche Erhöhung der Monatspension handelt, sollten Personen mit 45 Arbeitsjahren, die ihren Pensionsantritt mit 1. Oktober 2019, 1.November 2019 oder 1. Dezember 2019 geplant haben, einen Aufschub des Pensionsantritts auf 1. Jänner 2020 prüfen lassen. Sollten nur wenige Monate auf die 45 Arbeitsjahre fehlen, ist zu überlegen, den Pensionsantritt bis zum Erreichen der 540 Beitragsmonate der Erwerbstätigkeit aufzuschieben.

Betroffen von der Regelung sind alle vorzeitigen Pensionsformen, sofern 45 Arbeitsjahre vorliegen; das sind die Langzeitversichertenpension (Hacklerregelung) ab dem 62. Lebensjahr, die Schwerarbeitspension ab dem 60. Lebensjahr und in wenigen Fällen auch die Invaliditätspension.

Deutlich höhere Pensionszahlungen

Die Auswirkungen sind groß und bedeuten für die Betroffenen deutlich höhere Pensionszahlungen. Bei Langzeitversicherten etwa liegen die Pensionen nach 45 Arbeitsjahren im Durchschnitt bei rund € 2.553 brutto (€ 1.956 netto). Die Abschlagsbefreiung bewirkt eine Erhöhung auf € 2.921 brutto (€ 2.170 netto); das ist eine monatliche Erhöhung der Bruttopension um € 368 (netto € 214) und eine jährliche Erhöhung um brutto € 5.152 und netto € 3.226,- (inkl. Sonderzahlungen). 

Beispiele

Schwerarbeitspension:

Derzeit sind bei der Schwerarbeitspension pro Jahr des vorzeitigen Pensionsantritts 1,8 % an Abschlägen vorgesehen; dh bei einem Pensionsantritt mit 60 ergib sich ein Abschlag von 9 %.

Maximal kann künftig diese Kürzung entfallen:

Im Durchschnitt liegen Schwerarbeitspensionen nach 45 Arbeitsjahren bei rund € 2.300,- brutto (€ 1.800,- netto). Die Abschlagsbefreiung bewirkt eine Erhöhung auf € 2.527,- brutto (€ 1.940,- netto); das ist eine monatliche Erhöhung der Bruttopension um € 227,- (netto 140,-) und eine jährliche Erhöhung um brutto € 3.178,- und netto € 2.084,- (inkl Sonderzahlungen).

Invaliditätspensionen:

Derzeit sind bei Invaliditätspensionen pro Jahr des vorzeitigen Pensionsantritts 4,2 % an Abschlägen maximal 13,8 % vorgesehen; dh bei einem Pensionsantritt mit 61 ergib sich ein Abschlag von 13,8 %.

Diese Kürzung entfällt zukünftig:

Im Durchschnitt liegen Invaliditätspensionen nach 45 Arbeitsjahren bei rund € 2.300,- brutto (€ 1.800,- netto). Die Abschlagsbefreiung bewirkt eine Erhöhung auf € 2.668,- brutto (€ 2.027,- netto); das ist eine monatliche Erhöhung der Bruttopension um € 368,- (netto 227,-) und eine jährliche Erhöhung um brutto € 5.152,- und netto € 3.380,- (inkl Sonderzahlungen).

Service

Informationen zu den Änderungen im Pensionsrecht bietet die AK Wien unter +43 1 50165 1204 täglich von 8:00 bis 15:45 Uhr an.