28.2.2019

Anderl: „Der Kampf um mehr Freizeit für Arbeitnehmer wird weitergehen“

„Es ist sehr schade, dass die Regierung den Beschäftigten in Österreich keinen zusätzlichen freien Tag gönnt. Hätte die Regierung nicht ein­ge­griffen, hätten alle Arbeit­nehmer­Innen am Karfreitag frei gehabt“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Eine bessere Regelung als der jetzt be­schlossene Urlaubs-Feiertag wäre in der Karfreitags-Frage möglich ge­wesen. Jetzt bekommt die Wirtschaft ein Körberl­geld, weil es für rund 300.000 Personen einen Arbeitstag mehr gibt. Aber der Kampf um Arbeits­zeit­verkürzung wird weitergehen“, sagt Anderl. 

Einige Unternehmen agieren hier bereits als Vorbild, indem sie einen leichteren Zugang zur sechsten Urlaubswoche für alle gewähren oder den Karfreitag ohne lange Diskussionen frei gegeben haben: Etwa bei Coca Cola Österreich, wo die rund tausend Arbeit­nehmer­Innen heuer am Karfreitag nicht arbeiten werden. 

„Es ist unbestritten: Der Druck in der Arbeitswelt steigt, nicht zuletzt auch durch die Einführung des 12-Stundentags. Die im Gesetz verankerte Freiwilligkeit besteht nur auf dem Papier. Zeit für Familie und Freunde wird immer enger“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.  

Schon jetzt hat Österreich die dritt­längste Gesamtarbeitszeit in der EU, gemessen an der geleisteten Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten. Auch die Normal-Jahresarbeitszeit der Österreicher­Innen liegt laut einer Statistik der EU-Agentur Eurofound im Durchschnitt höher als der EU-Schnitt. In Österreich betrug die Normalarbeitszeit (abzüglich bezahltem Urlaub und Feiertagen) 1.738,2 Stunden, im EU-Schnitt 1.719,5 Stunden. Österreicher­Innen arbeiten damit etwa mehr als die Deutschen. „Darum ist es höchst an der Zeit, Schritte in Richtung Verkürzung der Arbeitszeit zu gehen“, sagt Anderl. 

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