24.7.2014

Bildung und Berufschancen von Frauen in Österreich

AK Präsident Rudi Kaske: „Frauen sind immer besser ausgebildet. Sie sind mit den Männern gleichgezogen, ab Maturaniveau haben sie sie sogar überholt. Das zeigt die neue Studie der Arbeiterkammer Wien.“

Die bessere Bildung von Frauen spiegelt sich aber nur unzureichend in den Berufschancen wider. Kaske: „Frauen sind häufiger unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt. Sie sind zwar besser gebildet, am Arbeitsmarkt sind Frauen mehr gefragt, aber immer noch ungerecht bezahlt.“

Für diese Schieflage gibt es mehrere Gründe:

  • Die Wahl der Ausbildung ist immer noch stark von traditionellen Frauen- und Männerrollen bestimmt.

  • Kaske: „Frauen sind aber nicht einfach selber schuld, wenn sie Verkäuferin oder Frisörin lernen. Wer das sagt, macht sich die Sache zu einfach. Traditionelle Frauenberufe sind oft unterbewertet.“

  • Aber selbst im gleichen Beruf sind Frauen oft Lohndiskriminierung, trotz gleicher Qualifikation ausgesetzt.

  • Lange Berufsunterbrechungen wegen mangelnder Kinderbetreuung schmälern die Berufschancen von Frauen.

  • Und: Frauen sind bei der Weiterbildung oft benachteiligt.

Forderung

Kaske fordert daher: „Es braucht mehr Einkommensgerechtigkeit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss verbessert werden. Frauen brauchen mehr Möglichkeiten zu Fortbildung. Und die nichttraditionelle Berufswahl muss stärker gefördert werden.“

Für die Studie „Frauen und Bildung“ der AK-ExpertInnen Gerlinde Hauer, Sybille Pirklbauer, Peter Prenner und Petra Völkerer wurden Bildungs- und Beschäftigungsdaten von 1981 bis 2010 analysiert.

Grafik: Anteil der Frauen und Männer nach Bildungsabschluss, die unter ihrer Qualifikation eingesetzt werden in Prozent.

Anteil der Frauen und Männer nach Bildungsabschluss, die unter ihrer Qualifikation eingesetzt werden in Prozent. © Arbeiterkammer, AK

Dieses Bild teilen über:

Twitter | Facebook

Bild teilen


Blog Arbeit & Wirtschaft