Kinderbetreuungsgeld und Papamonat: Systematische Schikane

Der Beschluss des Papamonats im Parlament war ein Erfolg für die Arbeiterkammer. Ab 1. September haben Väter gegenüber dem Arbeitgeber das Recht auf eine Freistellung, um in der ersten Zeit nach der Geburt bei Kind und Mutter bleiben zu können. Das bringt Vätern mehr Zeit für ihre Kinder und soll zu mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern in der Kinderbetreuung führen. 

Doch während es beim Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber einen Erfolg gibt, sind Eltern nach wie vor mit einer Vielzahl an bürokratischen Tücken konfrontiert, wenn sie die Geldleistungen Kinderbetreuungsgeld und Familienzeitbonus (für den Papamonat) bekommen wollen. 

Hindernisse bei gleichberechtigter Kinderbetreuung

AK Präsidentin Renate Anderl: „Die Menschen kommen seit Einführung des Kinderbetreuungsgeldes immer wieder mit Problemen zu uns in die AK Rechtsberatung. Da hört man teilweise wirklich abenteuerliche Geschichten, bei denen ich mich frage: Will da jemand verhindern, dass die Eltern das Geld bekommen? Mein Eindruck ist: Wer vom traditionellen Familienbild abweicht, wird fast schon systematisch schikaniert“, so die AK Präsidentin.

Besonders viele Tücken müssen Eltern überwinden, die Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit gleichberechtigt untereinander aufteilen wollen. Das zeigt sich beim Familienzeitbonus für die Zeit des Papamonats sowie beim Partnerschaftsbonus. Krisenpflegeeltern, die vom Kinderbetreuungsgeld de facto ausgeschlossen sind. Eltern, die aus anderen EU-Ländern kommen (GrenzgängerInnen) oder in anderen EU-Ländern arbeiten. 

AK fordert, Hürden rasch zu beseitigen

AK Präsidentin Renate Anderl: „Die Familienministerin der Übergangsregierung hat für die Krisenpflegeeltern eine Lösung angekündigt. Ich fordere die Parlamentsparteien auf, sie dabei zu unterstützen. Außerdem sollen endlich die Weisungen und Durchführungsbestimmungen zugänglich sein. Als AK erwarten wir, dass diese Bestimmungen noch vor der Nationalratswahl veröffentlicht und Hürden möglichst rasch beseitigt werden.“ 

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"Mein Eindruck ist: Wer vom traditionellen Familienbild abweicht, wird fast schon systematisch schikaniert." 

Renate Anderl

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