22.4.2020

AK Präsidentin will „bundesweit klare Regeln für Kindergärten“

„Wenn die Wirtschaft jetzt wieder hochfährt, braucht es für die Kinder von Berufstätigen Betreuung, und dafür muss es bundesweit klare Regeln zu Schutzmaßnahmen für die Kindergärten geben, wie das die Gewerkschaften Younion und GPA-djp fordern“, so AK Präsidentin Renate Anderl.

Viele Eltern brauchen jetzt Kinderbetreuung

„Viele Eltern leisten seit über einem Monat einen übermenschlichen Kraftakt und betreuen trotz Arbeit ihre Kinder selbst, um die gesamte Gesellschaft zu schützen. Eltern brauchen jetzt Kinderbetreuung, wenn sie arbeiten gehen. Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen ist nicht nur keine Schande, sondern für viele notwendig. Es darf hier jetzt kein sozialer Druck auf Eltern aufgebaut werden.“

ArbeitnehmerInnen mit Kindern sind derzeit oft in einer arbeitsrechtlichen Zwickmühle: Die Sonderbetreuungszeit ist vom Goodwill des Arbeitgebers abhängig und in vielen Fällen schon aufgebraucht. Einen Anspruch auf Dienstfreistellung haben die ArbeitnehmerInnen aber nicht, weil Schulen und Kindergärten ja grundsätzlich offen sind. Anderl: „Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.“ 

Rechtlich gilt: Kindergärten müssen berufstätigen Eltern offenstehen

„Rechtlich gilt klar, dass die Schulen und Kindergärten allen berufstätigen Eltern offenstehen müssen. Die Bindung an bestimmte Berufsfelder der Eltern oder den Familienstatus ist rechtlich nicht gedeckt“, so AK Präsidentin Renate Anderl. 

Homeoffice ist jedenfalls keine Alternative, so Anderl: „Im Homeoffice sind ArbeitnehmerInnen nach wie vor verpflichtet, ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Ein Kindergartenkind zu betreuen oder Privatlehrerin für die Schulkinder zu spielen, geht sich daneben einfach nicht aus. Auch wer im Homeoffice arbeitet, muss sein Kind in Betreuung geben können. Dabei darf es auch bei kleineren Kindern nicht um irgendeine Betreuung in einer anderen Einrichtung gehen, sondern die Kinder brauchen vertraute Bezugspersonen.“