Junge Menschen mit Mund-Nasen-Schutz © Alessandro Biascioli, stock.adobe.com
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25.1.2021

Bildung muss endlich im Zentrum stehen!

„Kinder haben ein Recht auf Bildung und auf Teilnahme am Unterricht!“, erinnert AK Präsidentin Renate Anderl anlässlich des gestrigen Tages der Bildung. Knapp ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Krise warten Eltern, Kinder und LehrerInnen aber immer noch auf tragfähige Bildungs-Konzepte.

Homeoffice und Kinderbetreuung sind nicht vereinbar

Eltern werden derzeit verstärkt aufgerufen, ihre Kinder nicht in die Schule oder zur Kinderbetreuung zu bringen. Das stellt viele vor große Herausforderungen, denn Homeoffice und Kinderbetreuung sind nicht miteinander vereinbar. „Auch in diesen Fällen muss aus unserer Sicht die Sonderbetreuungszeit gelten“, sagt Anderl. „Generell stellt sich aber die Frage: Was sollen Eltern denn noch alles schultern? Sie sollen arbeiten, aber möglichst daheim, und sie sollen zusätzlich Kinder unterrichten und betreuen – das geht sich alles nicht aus, das ist lebensfremd.“

Bildungskluft wird immer deutlicher

Zudem leiden Kinder aus bildungsfernen Haushalten darunter, dass seit Monaten kein geregelter Schulbetrieb mehr stattfindet. „Die Bildungskluft wird immer deutlicher: Kinder von Eltern, die helfen können, schaffen den Stoff eher, andere nicht“, so Anderl. Die AK fordert, dass der versprochene Chancenindex an 500 Schulen endlich umgesetzt wird.

Kinder leiden auch psychisch an der Krise

Kinder leiden aber auch psychisch an der Krise. Es braucht daher besondere Regeln für Kinder und Jugendliche für Kontakt mit Gleichaltrigen außerhalb der Familie, die sie einhalten können und die nicht auf Kosten ihrer psychisch-emotionalen Gesundheit gehen. Schulen sind nicht nur Verwahrungs- und Betreuungsstätten, sondern ein wichtiger Faktor für die kindliche Entwicklung.

„Seit Monaten machen wir Vorschläge wie sichere Schule funktionieren könnte, und eben so lang herrscht Untätigkeit.“, ist Anderl vom Bildungsminister enttäuscht. „Dass Minister Faßmann jetzt 200 Millionen für Förderunterricht zur Verfügung stellt, ist ein erster Schritt. Intensive Förderung nach den vielen COVID-Monaten, flexibel an der Schule organisiert, ist sinnvoll und höchst an der Zeit. Bildung muss endlich im Zentrum der Anstrengungen stehen, wir erwarten fundierte Lösungen statt kurzfristiger Pressekonferenzen – und zwar rasch!“