14.10.2019

AugenärztInnen können Bildungschancen verbessern

Eine/r von drei Jugendlichen in Österreich tut sich laut PISA-Test schwer beim Lesen, beim Rechnen oder in Naturwissenschaften. „Hier könnten bereits Augenärztinnen und Augenärzte helfen“, sagt Melitta Aschauer, Leiterin des Bereichs Bildung in der Arbeiterkammer Wien. Schlechte Schulleistungen von Kindern auf Grund unerkannter Sehschwäche sind laut AugenärztInnen häufiger, als viele glauben. 

Die AK und die Gesellschaft der österreichischen Augenärzte und Augenärztinnen präsentierten deshalb eine Broschüre zur Aufklärung von LehrerInnen.

Forderung

Die AK fordert: Das Bildungsministerium muss den Test der Sehfähigkeit der Kinder in den Aufgabenkatalog der SchulärztInnen aufnehmen.

Unerkannte Sehschwäche

Schulkinder verweigern das Lesen, sind langsam beim Abschreiben von der Tafel oder beim Rechnen von Textaufgaben – oder sie kriegen sogar Kopf- und Bauchweh, wenn nur vom Lernen die Rede ist: Das wird landläufig für Faulheit, Dummheit oder einfach Desinteresse gehalten. Tatsächlich kann dahinter stehen, dass die Sehfähigkeit noch nicht fertig entwickelt ist oder das Kind bereits eine Sehschwäche hat.

Neue Broschüre klärt auf

Darüber klärt die neue Broschüre „Kinderaugen und Lernen“ von der AK und der Gesellschaft der österreichischen Augenärzte und Augenärztinnen auf: Die Augen von Kindern wachsen, bis sie etwa sieben Jahre alt sind – und weil die Augen bis dahin kleiner sind, sind Kinder meistens weitsichtig, sehen in der Nähe also verschwommen. Nicht alle können das durch die so genannte Akkomodation, eine Art Zoomfunktion des Auges, ausgleichen. Nach dem siebenten Lebensjahr können Kinder kurzsichtig werden, sehen also in der Ferne verschwommen, weil die Augen etwas größer geworden sind. Bereits eine Brille über den Augenarzt, die Augenärztin könnte beim Lernen helfen.

Melitta Aschauer fordert: „Das Bildungsministerium muss den Test der Sehfähigkeit der Kinder in den Aufgabenkatalog der Schulärztinnen und Schulärzte aufnehmen.“ Das sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit: „Sind Eltern schlechter gestellt, tun sie sich oft schwer bei der Unterstützung ihrer Kinder, auch beim Thema Gesundheit.“

Tipp

Broschüre „Kinderaugen und Lernen“ zum Downloaden unter www.augen.at.

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