Wie viel in Österreich gearbeitet wird

Wann und wie viel arbeiten unselbstständig Beschäftigte in Österreich? Das analysieren regelmäßig Statistik Austria (2018), das WIFO (2017) und im internationalen Vergleich auch das europäische Statistikamt (EUROSTAT, 2018).

Ergebnis

Das Ergebnis dieses Faktenchecks: Die ArbeitnehmerInnen in Österreich sind auch im internationalen Vergleich enorm engagiert, höchstflexibel und einsatzfreudig!

Die Highlights im Überblick

  • Die durchschnittliche Normalarbeitszeit unselbständig Beschäftigter mit einer Vollzeitanstellung beträgt in Österreich 41,3 Stunden (2017; EU-28: 40,2 Stunden) – damit wird nur in Großbritannien und in Zypern länger gearbeitet. 
  • Das weibliche – oft sehr gut qualifizierte – Arbeitskräftepotenzial – ist noch unausgeschöpft. Die Teilzeitquote von Frauen liegt bei 48,3 %. Der Wunsch von Frauen nach einer stärkeren Erwerbsintegration ist stark ausgeprägt.
  • Über ein Viertel der Männer ist bereit, regelmäßig überlange zu arbeiten.
    25,2 % der Männer arbeiten zwischen 41 und 59 Stunden pro Woche und 3,0 % verbringen mindestens 60 Stunden pro Woche an ihrem Arbeitsplatz, vgl. WIFO 2017.
  • Hinsichtlich der Lage der Arbeitszeit arbeitet mehr als die Hälfte der aktiv unselbständig Beschäftigten unter nicht-standardisierten Bedingungen („atypisch“) und leisten ihre Arbeit gelegentlich oder häufig am Abend, in der Nacht, an Wochenenden oder im Schicht- bzw. Wechseldienst, vgl. WIFO 2017.
  • 249,6 Millionen Mehrarbeits- und Überstunden wurden 2017 geleistet – 45,3 Millionen Stunden wurden aber weder in Geld noch in Zeit abgegolten.

Wussten Sie, dass ...

... das laut AK Berechnungen einem Einkommensentfall von bis zu 1 Milliarden Euro pro Jahr entspricht?
  • Das größte Mehrarbeits- und Überstundenvolumen (rund 132 Millionen Stunden = 52,8 %) wird in Tätigkeiten mit niedrigen und mittleren Qualifikationsprofilen geleistet (u.a. in Hilfstätigkeit, von FacharbeiterInnen). Damit sind die Zuschläge für die erbrachten Mehrleistungen ein wichtiger Einkommensbestandteil, da diese Gruppen tendenziell nicht zu den BesserverdienerInnen zählen.

    Wussten Sie, dass ..

    ... laut AK-Berechnungen Zuschlagszahlungen in der Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wegfallen würden, sollte ein 12-Stunden-Tag ohne Zuschlagspflicht Realität werden? 

Zeitspeicher

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