3.5.2019

Eurostat: Vollzeitkräfte im Spitzenfeld bei Wochenarbeitszeit

Mit 41,2 Stunden pro Woche arbeiten Voll­zeit­kräfte in Österreich deutlich mehr, als im EU-Durch­schnitt mit 40,2 Stunden. Das zeigen die neuesten Eurostat-Daten zur Arbeits­zeit. Nur im Vereinigten König­reich (42 Stunden pro Woche) und in Zypern (41,3 Stunden pro Woche) wird mehr gearbeitet. Im wirtschafts­starken Deutschland liegt die Arbeits­zeit für Vollzeit­kräfte genau im EU-Durch­schnitt, im ebenso wirtschafts­starken Dänemark liegt sie bei 37,8 Stunden.

Überstunden eindämmen

Die AK fordert ein Ein­dämmen der Über­stunden, noch dazu, wo es für jede 6. Mehr- und Über­stunde weder Geld noch Zeitausgleich gibt. Hier soll es ein Ende der Verfalls­fristen für Über­stunden und ein Über­stunden-Doppel geben: Wer Über­stunden­entgelt mutwillig vorenthält, soll künftig das Doppelte zahlen müssen. 

Aus der AK Arbeits­rechts­beratung ist das Problem seit Langem bekannt: Während eines aufrechten Arbeits­verhältnisses fordern viele Arbeit­nehmer­Innen vergeblich die Bezahlung offener Überstunden ein. Andere trauen sich das aus Angst um ihren Job erst gar nicht. Erst wenn das Arbeits­verhältnis zu Ende ist, wollen viele Arbeit­nehmer offene Mehr- und Über­stunden einklagen. 

Verfallsfristen verbieten

Doch in der AK Arbeits­rechts­beratung kommt dann für viele die böse Über­raschung: Im Arbeits­vertrag steht eine Verfallsfrist für alle Ansprüche von oftmals nur drei Monaten. Überstunden, die oft über Jahre angehäuft wurden, wurden damit völlig gratis geleistet. Leider ist eine solche Verfalls­klausel nach der derzeitigen Rechtslage zulässig. Die AK fordert daher ein gesetzliches Verbot solcher Verfalls­fristen für Über­stunden­zuschläge. 

Überstunden-Doppel

Selbst wenn es eine solche Verfalls­klausel nicht gibt und der Arbeit­nehmer alle offenen Ansprüche zuerkannt bekommt, kommt der Arbeitgeber eigentlich völlig straffrei davon: Er muss, zuzüglich Zinsen nur das zahlen, was er sowieso schuldig geblieben ist. Manche Arbeit­geber machen daraus richtiggehend ein Geschäfts­modell und enthalten systematisch Überstunden vor. Dass es hier gar keine Sanktionen gibt, ist eine negative Anreiz­wirkung. Daher fordert die AK ein Über­stunden-Doppel: Wer Überstunden mutwillig vorenthält, soll das Doppelte zahlen müssen.

AK Zeitspeicher & Arbeitszeitkalender

Im Streitfall sind regelmäßige, aktuelle und minutengenaue Arbeits­zeit­aufzeichnungen vor Gericht wichtig, wenn es um das Einfordern unbezahlter Über­stunden geht. Dass der Arbeit­geber sie abzeichnet, ist nicht zwingend notwendig. 

  •  www.ak-zeitspeicher.at oder integriert in die AK App „Frag uns!“ im AppStore oder auf Google Play. Alle Daten bleiben selbstverständlich anonym! 

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