7.11.2018

Anderl zu 12-Stunden-Tag: „Es geht nicht nur um einzelne schwarze Schafe“

„Die bisher bekannt gewordenen Fälle, u. a. mit Vertragsschablonen in der Hotellerie zeigen: Es geht hier nicht nur um einzelne schwarze Schafe unter den Arbeitgebern. Das wird sich ausbreiten“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Sehr verwundert ist Anderl über die Unklarheit, die das Wort „freiwillig“ bei der österreichischen Hoteliersvereinigung auslöst. Sie stellt daher klar: „Freiwillig bedeutet, dass die ArbeitnehmerInnen zur 11. und 12. Stunde jederzeit ohne irgendeine Angabe von Gründen nein sagen können. Ich frage mich: Welcher Teil von ,nein‘ ist unklar?“

Vertragsschablonen

Dass mancher Arbeitgeber in der Hotellerie neu eingestellten ArbeitnehmerInnen Schablonenverträge vorlegt, in denen die ArbeitnehmerInnen sich pauschal zur „freiwilligen“ Leistung von Überstunden verpflichten müssen, oder sie bekommen den Job nicht, ist einfach nur Rechtsbeugung.

Anderl: „Diese pauschale Verpflichtung zu 12 Stunden deutet nicht auf übervorsichtige Unternehmen hin, wie die Hoteliersvereinigung meint, sondern ist im Gegenteil ein unglaublicher Angriff auf die ArbeitnehmerInnen. Die Regierung hat mit dem 12-Stunden-Tag-Gesetz ein Signal an die Unternehmen gesendet, dass sie sich gegenüber den ArbeitnehmerInnen jetzt alles herausnehmen dürfen. Ich fordere mehr Wertschätzung gegenüber den Menschen, die Österreich am Laufen halten.“

Ablenkungsmanöver 

Dass die Regierung bei Verstößen das Arbeitsinspektorat einschalten will und die AK auffordert, unter Umgehung u.a. des Datenschutzes Fälle zu melden, ist für Anderl ein reines Ablenkungsmanöver. „Es nutzt kein Herumreden. Das 12-Stunden-Tag-Gesetz ist eine Husch-Pfusch-Aktion. Das Arbeitszeitgesetz muss neu verhandelt werden.“


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