02.11.2018

Anderl: Arbeitgeber sollen für´s Zwischenparken eine Parkgebühr bezahlen!

Kündigungen und Wiedereinstellungen beim selben Arbeitgeber innerhalb von zwei Monaten bei schwankendem Personalbedarf ist bei vielen Unternehmen Praxis geworden, kritisiert AK Präsidentin Renate Anderl: „Mit dieser Vorgehensweise wird das unternehmerische Risiko auf die Betroffenen und auf die Arbeitslosenversicherung abgewälzt. Das ist weder ein respektvoller Umgang mit den ArbeitnehmerInnen, noch fair gegenüber den Beitragszahlern in die Arbeitslosenversicherung. Dadurch zahlen auch Unternehmer, die nicht zwischenparken, für die notorischen Kurzparker.“ Anderl will daher, dass Unternehmen, die ArbeitnehmerInnen kündigen und innerhalb von weniger als zwei Monaten wiedereinstellen, die Kosten in der Arbeitslosenversicherung bis zu einem Monatsbetrag an Arbeitslosengeld samt Sozialversicherungsbeiträge selber tragen. Anderl: „Das ist nur fair. Denn auch ArbeitnehmerInnen, die selbst kündigen, erhalten ein Monat lang kein Arbeitslosengeld.“ 

Zahlen & Fakten

  • Die Arbeitslosenquote wäre 2017 ohne dieses Zwischenparkens nicht bei 8,5, sondern bei rund 8,2 Prozent gelegen – also um rund 10.000 Betroffene weniger. Quelle: Wifo, 2018

  • Die Kosten der Arbeitslosenversicherung beliefen sich inklusive Sozialversicherungsbeiträge auf rund 160 Millionen. Quelle: Wifo, 2018

  • Die betroffenen ArbeitnehmerInnen bezahlen diese Praxis mit hohen Einkommensverlusten und - damit einhergehend - mit negativen Folgen für die soziale Absicherung. Die Betroffenen verlieren rund 100 Millionen Euro an Einkommen (Differenz zwischen Arbeitslosengeld und Nettoeinkommen). Quelle: AK, eigene Schätzung

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