16.3.2018
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Was steckt tatsächlich hinter dem 12-h-Tag?

Die Arbeiterkammer Wien hat im Zuge ihrer jährlich durchgeführten Studie zum Strukturwandel in den österreichischen Unternehmen auch Fragen zum Thema „flexiblere Arbeitszeiten“ gestellt. Befragt wurden Betriebsräte und Betriebsrätinnen in 300 Betrieben. Durchgeführt wurde die Befragung im Dezember 2017 vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES).  Während die Wirtschaft die Ausweitung der täglichen gesetzlichen Höchstarbeitszeit von derzeit zehn auf zwölf Stunden massiv fordert, überwiegen bei den befragten Personen ganz klar die Nachteile die Vorteile. 

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Folgen für Gesundheit und Familienleben

Am häufigsten werden von 81 Prozent der Befragten gesundheitliche Schäden genannt, dicht gefolgt von Problemen bei der Betreuung von Kindern und zu pflegenden Angehörigen. 76 Prozent befürchten, dass ihnen bei der Arbeit während eines 12-h-Tages mehr Fehler passieren und so die Qualität leidet, 71 Prozent haben Sorge, dass die Wahrscheinlichkeit während der Arbeit einen Unfall zu haben, steigt. Und sieben von zehn Befragten befürchten, dass am Ende des Monats weniger Lohn über bleibt, da jetzt bezahlte Zuschläge für Überstunden bei einem 12-h-Tag wegfallen.

Deutlich weniger Betriebsräte und Betriebsrätinnen erwarten sich positive Folgen, wenn der 12-h-Tag kommt: 46 Prozent glauben, dass sich die MitarbeiterInnen größere Freizeitblöcke ansparen können. Nur noch drei von zehn sind der Meinung, dass sie mehr Spielraum haben, sich ihre Arbeitszeit selbst zu gestalten.

Beschneidung von lange erkämpften Rechten

„Wir nehmen diese Befürchtungen sehr ernst“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Die Befragung zeige klar, dass die „arbeitenden Menschen den 12-h-Arbeitstag nicht wollen, da sie schwere Folgen für ihre Gesundheit, ihr Familienleben und ihr Einkommen befürchten.“ Und weiter: „Man muss sich fragen, was steckt wirklich hinter dem 12-h-Tag. Die Wirtschaft spricht von Flexibilisierung, was auf den ersten Blick positiv erscheint. Tatsächlich meint sie aber Beschneidung von Freiheit und lange erkämpften Rechten für die Beschäftigten. Denn hier geht es nur um die Wünsche der Wirtschaft, jene der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleiben auf der Strecke. Und dagegen werden wir uns massiv zur Wehr setzen“, kündigt Kaske Widerstand gegen die Pläne an.

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