14.12.2016

Frankfurter Erklärung: Internationale Koalition für Crowdworker

Mit der „Frankfurter Erklärung“ haben Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften aus sechs Ländern erstmals ein gemeinsames Papier vorgelegt, das sich mit den Rechten von CrowdworkerInnen befasst. Aus Österreich sind die Arbeiterkammer und der Gewerkschaftsbund Unterstützer der Initiative. „Nur weil Arbeit übers Internet organisiert wird, dürfen die Rechte der arbeitenden Menschen nicht brüchig werden“, sagt AK Expertin Sylvia Kuba. Karin Zimmermann vom ÖGB ergänzt: „Plattformen agieren international. Es wird darum in Zukunft noch wichtiger sein, auch internationale Standards zu setzen, um Arbeitende bestmöglich abzusichern."

Hintergrund

Was will die Frankfurter Erklärung?

CrowdworkerInnen, auch KlickarbeiterInnen genannt, verdienen über Online-Plattformen mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten Geld. Die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit sind allerdings völlig unterschiedlich. Damit CrowdworkerInnen weltweit mehr Rechte bekommen, haben sich Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften aus sechs Ländern zusammengeschlossen und gemeinsam Eckpfeiler erarbeitet, um die Gefahr der Ausbeutung von CrowdworkerInnen zu verringern. 

Ein Impuls für mehr Gerechtigkeit

„Mit der Frankfurter Erklärung legen wir einen Diskussionsimpuls vor, der umreißt, wo wir die wichtigsten Knackpunkte beim Arbeiten über Plattformen sehen“, betonen die Expertinnen von AK und ÖGB, Sylvia Kuba und Karin Zimmermann. Das Papier soll eine Grundlage für Diskussionen und Aktivitäten sein, mit dem Ziel, mehr Demokratie in die neuen digitalen Arbeitsplätze zu bringen, Crowdworking arbeitnehmerfreundlicher zu regeln und „gute Arbeit“ auch in den digitalen Arbeitsmarktplattformen zu ermöglichen. 

Die Eckpfeiler der Frankfurter Erklärung

DOWNLOAD

Die Frankfurter Erklärung finden Sie hier zum Download - auf Deutsch oder auf Englisch!

  • Koalitionsrecht: Plattformen sollen CrowdworkerInnen in ihren Geschäftsbedingungen nicht verbieten können, sich zu organisieren.
  • Entgelt: Plattform-Arbeit sollte mindestens so entlohnt werden, dass ihr Gehalt dem am Standort der Beschäftigten geltenden Mindest- oder Kollektivvertragslöhnen entspricht.
  • Soziale Absicherung: Auch CrowdworkerInnen sollen unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus Zugang zu sozialer Absicherung haben.
  • Wahrung des nationalen Rechts und internationaler Prinzipien: Auch Online-Plattformen müssen sich an geltendes Recht halten und sollen versuchen, auf kommunaler und nationaler Ebene mit Stakeholdern zusammenzuarbeiten.
  • Klärung des Beschäftigungsverhältnisses: Für die Betroffenen muss klar sein, ob sie Angestellte oder Auftragnehmer sind.
  • Schlichtung: Bei Konflikten zwischen Kunden und Beschäftigten soll auch die Plattform Verantwortung übernehmen.
  • Transparenz: Sowohl gegenüber den CrowdworkerInnen als auch gegenüber der Öffentlichkeit sollen Plattformbetreiber mehr Transparenz bieten.

Die Koalition für die Rechte von Crowdworkern

  • IG Metall  (Deutschland)
  • International Brotherhood of Teamsters, Local 117  (USA)
  • Kammer für Arbeiter und Angestellte (Österreich)
  • Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
  • Service Employees International Union (USA und Kanada)
  • Unionen (Schweden)

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