Arbeitnehmerin lässt sich online beraten. © fizkes , stock.adobe.com
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Was bedeuten Kurzarbeit oder Home-Office für die Steuer?

Kurzarbeit oder von zu Hause aus arbeiten - Homeoffice oder auch Telearbeit -  haben steuerliche Auswirkungen. Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengestellt.

Wie wirkt sich meine Kurzarbeit steuerlich aus?

Bei Kurzarbeit erhalten Sie zwischen 80 und 90 Prozent Ihres früheren Nettobezugs. Von Ihrem neuen Bruttobezug zieht Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer ab. Sie müssen sich also nicht selbst um Ihre Abgaben kümmern. 

Die Kurzarbeit alleine führt nicht zu einer Steuernachzahlung beim Finanzamt. Ausnahme: Wenn Sie etwas dazuverdienen, kann es sehr wohl zu Nachzahlungen kommen.


Was ist, wenn ich neben meiner Kurzarbeit etwas dazuverdiene?

Sie haben wegen Ihrer Kurzarbeit Zeit und helfen aus, wo es an Arbeitskräften mangelt? Dazuverdienen ist aus steuerrechtlicher Sicht möglich. Allerdings müssen Sie alle Löhne und Gehälter, die Sie während eines Jahres beziehen, zusammenrechnen.

Ist Ihr Jahreseinkommen geringer als 12.000 Euro, dann fällt dafür keine Lohnsteuer an. Wenn Sie jedoch mehr als 12.000 Euro verdienen, müssen Sie nächstes Jahr eine ArbeitnehmerInnenveranlagung (ANV) beim Finanzamt einreichen. Dann müssen Sie mit einer Steuernachforderung rechnen.

 

Zuverdienst - Rechner


Nähere Informationen zur Steuerberechnung des Zuverdiensts finden Sie hier.

Beim Zuverdienstrechner sehen Sie den monatlichen Nachzahlungsbetrag.

  • Unser Tipp: Legen Sie für jeden Monat, in dem Sie etwas dazu verdienen, diesen Betrag zur Seite.  
  • Aber Achtung: Eine genaue Berechnung ist nicht möglich. Der ausgewiesene Nachzahlungsbetrag ist nur ein Richtwert. Die Höhe der Nachzahlung hängt von mehreren Faktoren ab – etwa von der Höhe Ihres gesamten Jahreseinkommens oder der bereits bezahlten Lohnsteuer.
  • Auch Ihre Ausgaben, die Sie bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigen können, beeinflussen die Höhe der Nachzahlung.

Erhalte ich den Familienbonus bei Kurzarbeit und in welcher Höhe?

Während der Kurzarbeit wird von Ihrem Gehalt weiterhin Lohnsteuer abgezogen. Daher haben Sie grundsätzlich auch weiterhin Anspruch auf den Familienbonus. Durch Ihren geringeren Bruttobezug verringert sich auch die Lohnsteuer. Daher kann es sein, dass sich der Familienbonus während Ihrer Kurzarbeit nicht mehr oder nicht mehr zur Gänze auswirkt. Aber letztlich ist Ihr gesamtes Jahreseinkommen dafür maßgeblich! Ist Ihr Jahreseinkommen für den vollen Familienbonus hoch genug, erhalten Sie mit der Arbeitnehmerveranlagung (ANV) die Differenz erstattet. 

Tipp

Ändern Sie beim Familienbonus vorläufig noch nichts! Sie können die Höhe Ihres Jahreseinkommens noch nicht absehen. Stellt sich am Jahresende heraus, dass beim Familienbonus eine andere Aufteilung günstiger ist – dann können Sie das bei der ANV noch immer ändern.

Was ist mit meiner Dienstwohnung oder meinem Firmenauto?

Sie haben eine Dienstwohnung oder ein Firmenauto, das Sie auch privat nutzen können? Wenn Sie in Kurzarbeit sind oder im Home-Office arbeiten, ändert sich daran nichts. In jedem Monat, in dem Sie den Gegenstand nutzen können, muss der Sachbezug bei der Lohn- bzw. Gehaltsverrechnung angesetzt werden. 

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Steuerliche Regelungen bei Homeoffice

Die Ausgangslage

Wer von zuhause aus arbeitet, hat höhere Kosten für Strom, Heizung, Internet und ähnliches. Manchmal ist es auch notwendig, sich einen Laptop oder Büromöbel selbst anzuschaffen.

Diese Kosten können bis 2020 nur sehr eingeschränkt bei der Arbeitnehmerveranlagung (ANV) geltend gemacht werden. Außerdem konnte der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin bis 2020 die Arbeitsmittel wie Computer und Telefon nur steuerfrei zur Verfügung stellen, aber keine Kostenersätze steuerfrei auszahlen. Das hat sich mit 2021 geändert. 

Das bringt die Neuregelung ab 2021

Seit April 2021 gibt es fürs Homeoffice einige steuerliche Begünstigungen. 

Kostenersatz des Arbeitgebers bzw. der Arbeitgeberin

Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin muss Ihnen die Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. Erhalten Sie keine Arbeitsmittel, dann muss ein Kostenersatz gezahlt werden. Das gilt auch für Ausgaben für Strom, Heizung, Internet etc. 

Diese Kostenersätze können bis zu 3 € pro Arbeitstag im Homeoffice steuer- und sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden, und das für maximal 100 Tage im Kalenderjahr. Das heißt, Sie können bis zu 300 € pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei bezahlt bekommen. Zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Arbeitgeberin einen geringeren Satz, können Sie diesen für mehr als 100 Tage erhalten, solange der Kostenersatz insgesamt 300 € im Jahr nicht überschreitet.

Ein Beispiel

  • Sie arbeiten 150 Tage im Jahr im Homeoffice.
  • Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Arbeitgeberin zahlt nur 2 € pro Homeoffice-Tag.
  • Sie können für die gesamten 150 Tage den bezahlten Kostenersatz steuerfrei erhalten, da er in Summe 300 € nicht übersteigt (2 € x 150 Tage = 300 €).

Achtung! 

Als Homeoffice-Tage gelten nur jene Tage, an denen die gesamte berufliche Tätigkeit ausschließlich in der Wohnung ausgeübt wird. Wird die Homeoffice-Tätigkeit zum Beispiel durch eine Dienstreise unterbrochen, dann gilt der Tag nicht als Homeoffice-Tag. 

Musterbrief

Finden Sie hier einen Musterbrief, um Ihre Ansprüche einfordern zu können!

Neue Werbungskostenregelung für das Homeoffice ab 2021

Kosten für das Arbeitszimmer und digitaler Arbeitsmittel

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2021 werden Ihnen pro Arbeitstag, den Sie im Homeoffice verbringen, pauschal drei Euro als Werbungskosten anerkannt. Das gilt für maximal 100 Tage im Jahr. D.h. Sie bekommen pauschal  bis zu 300 € im Jahr von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage abgezogen. Mit diesen pauschalen Werbungskosten sind die Kosten für das Arbeitszimmer, d.h. Strom, Heizung, anteilige Miete und digitaler Arbeitsmittel (Internet, Telefon, Computer) abgedeckt.

Achtung

Diese Homeoffice-Pauschale gilt erst ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2021. Mit der Veranlagung  für das Jahr 2020 können Sie es noch nicht beantragen.  

Das Homeoffice-Pauschale wird Ihnen ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale anerkannt. Zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Arbeitgeberin steuerfreie Kostenersätze, dann reduzieren die Kostenersätze das Homeoffice-Pauschale, dass Ihnen als Werbungskosten anerkannt wird. 

Ein Beispiel

  • Sie arbeiten 100 Tage im Jahr im Homeoffice.
  • Das Homeoffice-Pauschale beträgt grundsätzlich 100 Tage x 3 € = 300 €.
  • Von Arbeitgeber oder Arbeitgeberin erhalten Sie pro Homeoffice-Tag 2 €, das heißt insgesamt 200 €.
  • Als Werbungskosten ohne Anrechnung wird Ihnen der Differenzbetrag von 100 € als Homeoffice-Pauschale anerkannt.

Tipp

Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin muss mit dem Jahreslohnzettel auch die Anzahl der Homeoffice-Tage und die Höhe der steuerfreien Kostenersätze melden. Auf Basis dieser Daten erhalten Sie mit der ANV das Homeoffice-Pauschale automatisch steuermindernd berücksichtigt. Sie müssen es sich daher nicht selbst ausrechnen und beantragen. 

Haben Sie höhere tatsächliche Kosten im Homeoffice? 

Zum Beispiel, weil Sie ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer haben oder Sie sich einen Computer angeschafft haben, den Sie beruflich nutzen? Dann können Sie die Kosten, die das Homeoffice-Pauschale bzw. die steuerfreien Kostenersätze übersteigen, zusätzlich als Werbungskosten absetzen. Diese zusätzlichen Beträge werden allerdings auf das Werbungskostenpauschale angerechnet.

Beispiel

  • Sie arbeiten an 100 Tagen im Jahr im Homeoffice und erhalten keine steuerfreien Kostenersätze.
  • Sie haben sich einen Computer um 750 € angeschafft und zahlen im Jahr 250 € für das Internet.
  • Beides nutzen Sie zu 60 % beruflich.
  • Ihr Kosten für die digitalen Arbeitsmittel betragen daher 600 € (= 750 x 60 % +250 x 60 %).
  • Ihr Homeoffice-Pauschale beträgt 100 Tage x 3 €= 300 €. Dieses bekommen Sie ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale automatisch berücksichtigt.
  • Die verbleibenden 300 € Ihrer Kosten für digitale Arbeitsmittel können Sie als Werbungskosten mit Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale absetzen. 

Achtung!

Ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer liegt nur dann vor, wenn das Arbeitszimmer ausschließlich beruflich genutzt wird und den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt. Stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Arbeitgeberin grundsätzlich ein Büro zur Verfügung und können Sie es nur vorübergehend wegen Corona nicht nutzen, dann sind die Kosten des Arbeitszimmers nicht absetzbar. 

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Auch Büromöbel konnten bisher nur unter der Voraussetzung eines steuerlichen Arbeitszimmers geltend gemacht werden. Nun haben Sie die Möglichkeit, die Kosten für ergonomische Büromöbel, das sind insbesondere der Schreibtisch, Bürosessel und Beleuchtung, steuerlich geltend zu machen. Anerkannt werden Ihnen bis zu 300 € im Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass Sie im Jahr an mindestens 26 Tagen ausschließlich im Homeoffice arbeiten.

Sind die Anschaffungskosten der Möbel höher als 300 €, können Sie den übersteigenden Betrag in das Folgejahr mitnehmen. In diesem Fall werden Ihnen im darauffolgenden Jahr wieder bis zu 300 € als Werbungskosten anerkannt.

Voraussetzung ist aber, dass Sie auch im Folgejahr, in dem die Kosten berücksichtigt werden, an zumindest 26 Tagen ausschließlich im Homeoffice beschäftigt waren. Ein solcher Übertrag ist bis zum Jahr 2023 möglich. 

Die 300 € für ergonomische Büromöbel stehen Ihnen zusätzlich zum Homeoffice-Pauschale oder anderen Werbungskosten bis zu 300 € jährlich zu. In Summe sind daher bis zu 600 € pro Jahr als Werbungskosten für das Homeoffice möglich.

Was gilt für die ArbeitnehmerInnenveranlagung bis 2020?

Die Neuregelung gilt erst ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2021. D.h. für letztes Jahr sind noch die bisherigen Regelungen anzuwenden.

Kosten für ein Arbeitszimmer 

Für die ArbeitnehmerInnenveranlagung 2020 gilt noch die Arbeitszimmerregelung. Anteilige Strom- und andere Betriebskosten können Sie nur dann geltend machen, wenn Sie ein steuerliches Arbeitszimmer haben. Haben Sie grundsätzlich ein Büro beim Arbeitgeber und arbeiten nur wegen Corona von zuhause aus, sind diese Kosten nicht absetzbar.

Kosten für digitale Arbeitsmittel

Müssen Sie Ihren privaten PC oder Ihr privates Telefon nutzen, dann können Sie die Kosten dafür anteilig absetzen. Auch Internetkosten können im Ausmaß der beruflichen Nutzung geltend gemacht werden.

Nähere Informationen dazu finden Sie unter Werbungskosten

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Büromöbel sind grundsätzlich nur für ein steuerliches Arbeitszimmer absetzbar. Allerdings umfasst die Neuregelung betreffend die Absetzbarkeit ergonomischer Büromöbel auch Anschaffungen im Jahr 2020. 

Für die ArbeitnehmerInnenveranlagung 2020 können bis zu 150 € an Werbungskosten für ergonomisches Büromobiliar (wie zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischsessel und Tischlampe) ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale geltend gemacht werden. Jedoch müssen zumindest 26 Tage im Jahr ausschließlich im Homeoffice gearbeitet worden sein.

Insgesamt können für die Jahre 2020 und 2021 300 € geltend gemacht werden. Machen Sie mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2020 bereits 150 € für Büromöbel geltend, können Sie 2021 ebenfalls nur 150 € absetzen. Haben Sie 2020 jedoch noch keine Möbel gekauft, sondern erst 2021, bleibt ihnen für die ArbeitnehmerInnenveranlagung 2021 der volle absetzbare Betrag von 300 €.

Sind die Anschaffungskosten höher als der maximal absetzbare Betrag, können Sie den übersteigenden Betrag in das Folgejahr mitnehmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie auch im Folgejahr zumindest 26 Tage ausschließlich im Homeoffice verbracht haben.

Ein Beispiel

  • Vanessa M. hat im Jahr 2020 einen Bürostuhl um 400 € gekauft.
  • 150 € davon kann sie 2020 absetzen.
  • 150 € kann sie 2021 absetzen.
  • Die verbleibenden 100 € kann sie im Jahr 2022 geltend machen.
  • Voraussetzung ist, dass sie in allen Jahren zumindest 26 Tage im Homeoffice gearbeitet hat. 

Tipp

Haben Sie sich bereits 2020 einen Bürosessel oder Schreibtisch gekauft, können Sie die Kosten dafür seit April 2021 in der Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L1 HO geltend machen. 

Haben Sie Ihren "Steuerausgleich" 2020 bereits gemacht und noch absetzbare Büromöbel? Dann können Sie die Büromöbel nachträglich geltend machen. Hierfür geben Sie auch das Formular L1 HO beim Finanzamt ab und dann erhalten Sie einen neuen Bescheid, bei dem die Möbel steuerlich berücksichtigt werden. 

Steht mir das Pendlerpauschale während Kurzarbeit oder Homeoffice zu?

Haben Sie bereits vor der Kurzarbeit oder dem coronabedingten Homeoffice Anspruch auf ein Pendlerpauschale gehabt, dann haben Sie das auch weiterhin, und zwar bis 30.06.2021.

Ebenso steht Ihnen für November und Dezember 2021 das reguläre Pendlerpauschale zu, auch wenn Sie im Homeoffice oder auf Kurzarbeit sind.

Für die Monate Juli bis Oktober 2021 und ab Jänner 2022 muss tatsächlich im entsprechenden Ausmaß gependelt werden. Das volle Pendlerpauschale steht also nur dann zu, wenn Sie an mindestens 11 Tagen im Monat pendeln.

Nähere Informationen zum Pendlerpauschale finden Sie im Artikel Pendlerpauschale.


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