STA Travel GmbH insolvent

Die Österreich-Tochter der Schweizer Reisebürokette STA Travel hat mit Wirkung ab 28.08.2020 Insolvenz angemeldet. Was bedeutet das für KonsumentInnen?  

Forderungen aus Pauschalreisen

Bei einer Pauschalreise, also einer Kombination mehrerer Reiseleistungen wie meist Beförderung und Unterkunft, ist man gemäß der Pauschalreiseverordnung gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Wenn Sie also bei STA Travel eine Pauschalreise gebucht haben, haben Sie Sie das Recht auf Rückzahlung Ihrer bereits geleisteten Zahlungen (An- und Restzahlungen), soweit die Leistungen infolge der Insolvenz ganz oder teilweise nicht erbracht wurden.

Betroffene Reisende können sich binnen acht Wochen ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens an folgenden Abwickler wenden (Absicherer ist die Erste Bank):

Europäische Reiseversicherung AG

Kratochwjlestraße 4, 1220 Wien

Tel +43 317 25 00

Reisende müssen ihre Ansprüche längstens binnen acht Wochen ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Abwickler anmelden. 

Sonstige Forderungen

Von der Insolvenzabsicherung gemäß der Pauschalreiseverordnung nicht gedeckte Forderungen können im Insolvenzverfahren, das beim Handelsgericht Wien bekannt gemacht wurde, geltend gemacht werden. Dazu zählen Forderungen, die nicht aus einer Pauschalreise stammen, wie die Zahlung für eine bloße Flug- oder Hotelbuchung und auch Gutscheine, die der Reiseveranstalter anstatt der Rückzahlung für eine nicht stattgefundene Pauschalreise ausgestellt hat.

Zuständige Masseverwalterin ist Rechtsanwältin Dr. Katharina Widhalm-Budak, Landstraßer Hauptstraße 1/2, 1030 Wien (kanzlei@riel.at). Nähere Informationen zum Insolvenzverfahren finden Sie hier.

Auch hier ist die Anmeldungsfrist zu beachten. Forderungen sollten bis 20.10.2020 angemeldet werden, bei einer verspäteten Anmeldung können Zusatzkosten anfallen. Zudem fällt bei einer Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren eine Gerichtsgebühr in der Höhe von EUR 23,00 an. Da Gläubiger nur eine festgelegte Insolvenzquote erhalten, ist daher abzuwägen, ob im konkreten Fall eine Forderungsanmeldung wirtschaftlich sinnvoll ist.