Reisebeschwerden: Die Top Ärgernisse 2018

Die ersten UrlauberInnen sind wieder zurück – ihr Urlaub gab jedoch nicht nur Anlass zur Freude.

Verspätete, gecancelte, überbuchte Flüge, unterschiedlichste Pannen, etwa Konkurs eines Reiseveranstalters, fehlerhafte Buchungen sowie Planänderungen vor der Reise sind heuer die drei Top-Ärgernisse. Das zeigt eine AK Auswertung von knapp 370 Beschwerden der ersten sechs Urlaubswochen.

Jeder Zweite hat Flug-Probleme

Für viele begann der Urlaub schon mit einer Portion Ärger. Fast jeder zweite Urlauber hatte Probleme mit dem Flug. Davon mühten sich rund zwei von drei Betroffenen mit gestrichenen, verspäteten oder überbuchten Flügen ab – hauptsächlich ging es dabei um die Fluglinien Austrian Airlines und Eurowings.

Rund 17 Prozent wandten sich mit den unterschiedlichsten Anliegen an die KonsumentenschützerInnen: Pleite eines Reiseveranstalters (Golf und Reisen – Wolfgang Fischer GmbH), fehlende und falsche Buchungsbestätigungen sowie Doppelbuchungen, Probleme mit der Reiseversicherung.

Leistungsänderungen vor der Abreise

Rund jeder Zehnte war verstimmt wegen Änderungen vor der Abreise – hier waren in erster Linie Pauschalreisen betroffen. Dabei handelte es um erhebliche Flugzeitenverschiebungen, Änderungen der Abfahrtszeiten sowie nachträgliche Änderungen von Hotelunterkünften. So hob etwa ein für 16.50 Uhr gebuchter Flieger erst nach Mitternacht ab.

Nicht wie versprochen: Für rund neun Prozent hielt der Urlaubsort eine unangenehme Überraschung bereit. So war etwa das gebuchte Hotel überbucht, verschmutzt oder gar noch eine Baustelle, was Lärm und Dreck mit sich zog. Defekte Ausstattungen und schlechtes Essen waren ebenfalls ein Aufreger.

Probleme mit Buchungen

Bei rund acht Prozent drehte sich alles um die Preise – meist ging es um Onlinebuchungen über Vermittlungsportale oder direkt beim jeweiligen Anbieter (Flug, Mietwagen, Hotel). So wurde bei den Portalen die „Service Fee“-Gebühr kurz vor Beendigung des Buchungsvorganges oder erst nach der Buchung ersichtlich.

Ebenso nervten UrlauberInnen sonstige Leistungsmängel (fünf Prozent), zum Beispiel Ausflüge bei Kreuzfahrten sind nicht zu Stande gekommen, Stornos (rund fünf Prozent) sowie Fragen rund um die Kosten bei Bahn, Bus und Schiff (ein Prozent).

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) wertete im Auftrag der AK eingegangene Urlauberbeschwerden von Mitte Juni bis Ende Juli aus. Es kamen 367 KonsumentInnen mit rund 400 Problemen – davon betraf die Hälfte reine Flugbuchungen, rund ein Drittel Buchungen von Pauschalreisen, rund vier Prozent Anfragen zu Ferienunterkünften, drei Prozent hatten Probleme mit Mietautofirmen. Die Anfragen betrafen vorwiegend die Urlaubsländer Spanien, Deutschland, Portugal, Griechenland und Italien.

Tipp

Der Urlaub war ein Reinfall – das können Sie im Nachhinein tun:

  • Ansprüche einfordern: Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche geltend, am besten mittels eingeschriebenem Brief. Ansprechpartner für Reisemängel bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter. Bei Flugproblemen müssen Sie sich nach der Fluggastrechte-Verordnung direkt an die Fluglinie wenden, die den Flug hätte durchführen sollen oder durchgeführt hat. Musterbriefe finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at/reise.
      
  • Nicht abwimmeln lassen: Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist vom Reiseveranstalter in bar zu leisten. Auch Ausgleichsleistungen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen ausbezahlt werden.
      
  • Was gibt's zurück? Orientierung zur Höhe der Preisminderung bei Pauschalreisen bietet die Frankfurter Tabelle.
       
  • Entgangene Urlaubsfreude: Sie können einen Anspruch auf Schadenersatz haben, etwa für entgangene Urlaubsfreude. Dabei muss den Reiseveranstalter oder seine Partner, etwa Fluglinie oder Hotel, ein Verschulden treffen. Ein Beispiel: Durchfallerkrankung durch ein verdorbenes Buffet. Dokumentieren Sie immer genau den Sachverhalt. Ob Schadenersatzanspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab.

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