23.08.2017
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Reisebeschwerden: Die Top Ärgernisse 2017

Die Top Drei Urlaubsärgernisse 2017: überbuchte, verspätete oder gestrichene Flüge sowie verloren gegangenes oder beschädigtes Gepäck, Schwierigkeiten bei der Online-Buchung und schmutzige Unterkünfte. Das zeigt auch eine Auswertung von mehr als 400 Beschwerden in den ersten sechs Urlaubswochen.

Die Top Drei Urlaubsärgernisse

Ärger mit dem Flug und Gepäck

Für viele ging der Urlaub schon am Flughafen angespannt los. Ärger mit dem Flug und Gepäck waren in der Sommerreisezeit das Hauptproblem. Bei rund 40 Prozent ging es um überbuchte, gestrichene oder verspätete Flüge. Bei den gecancelten Flügen beklagten KonsumentInnen vor allem die mangelnde Betreuung und das fehlende Angebot an Ersatzflügen. Auch verspätetes, verloren gegangenes oder beschädigtes Gepäck war ein Thema. Spitzenreiter hinsichtlich der Beschwerden ist die Air Berlin.

Schwierigkeiten bei der Online-Buchung

Knapp 23 Prozent nervte vor allem die Online-Buchung, aber auch Konkurse oder Probleme mit dem Mietauto. So fehlte etwa die Buchungsbestätigung, Angaben in der Bestätigung waren falsch, oder es gab Doppelbuchungen. Ärger verursachte auch intransparente Preisgestaltung bei Online-Buchungen. Bei Vermittlungsportalen etwa wurde die Verrechnung der sogenannten Service Fee beklagt – sie wurde erst kurz vor Beendigung des Buchungsvorganges oder nach der Buchung sichtbar.

Schmutzige Unterkünfte

In rund 16 Prozent der Beschwerden ging es um Leistungsmängel, etwa Beschwerden zur Unterkunft. Beanstandet wurden insbesondere Schimmel und Schmutz sowie defekte Ausstattungen in den Hotelzimmern. Die UrlauberInnen litten auch unter Lärm – Baulärm, Stromaggregate, laute Urlaubsgäste. Meer oder Strand waren auch nicht immer so, wie im Prospekt versprochen. Sandflöhe und Quallen verdarben den Badespaß.

Etwa 13 Prozent erkundigten sich wegen eines kostenlosen Stornos. Einerseits ging es um das Erdbeben auf der griechischen Insel Kos, aber auch die Waldbrände in Kroatien, Montenegro und Kanada. Andererseits fragten KonsumentInnen, ob sie kostenlos zurücktreten können, weil sie ihren Flug nach Vertragsabschluss nicht antreten konnten. Anfragen zu Stornos bei Pauschalreisen und Hotelbuchungen bezogen sich auf die Höhe und Richtigkeit der vereinbarten oder verlangten Stornogebühren.

Weitere rund acht Prozent „fuchsten“ geänderte Leistungen vor der Abreise, etwa Flugzeitverschiebungen bei Pauschalreisen.

Analyse

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) wertete im Auftrag der AK eingegangene Urlauberbeschwerden von Mitte Juni bis Ende Juli aus. Insgesamt kamen 432 KonsumentInnen mit 495 Problemen – davon betraf die Hälfte reine Flugbuchungen, ein Viertel Buchungen von Pauschalreisen, rund elf Prozent Anfragen zu Ferienunterkünften. Die Anfragen haben sich heuer fast verdoppelt. Die Anfragen betrafen am meisten die Urlaubsorte Spanien, Deutschland, Italien und Griechenland. Die AK Analyse finden Sie hier.

AK Hotline „Ärger mit dem Flug?“

Mehr als 1.000 Anrufe in einem Monat bei der AK Info-Hotline „Ärger mit dem Flug?“. Die KonsumentInnen ärgerten sich über verspätete und gestrichene Flüge sowie über verspätetes Gepäck. Das zeigt eine Zwischenbilanz bei der AK Flugärger-Hotline.

Viele KonsumentInnen sind vor lauter Ärger in die Luft gegangen: Meist riefen KonsumentInnen wegen verschobener oder gestrichener Flüge an, auch verspätet angekommenes oder verloren gegangenes Gepäck war ein Riesenthema.

Drei Beispiele:

Eine Konsumentin flog mit der Air Berlin von Wien nach Jakarta. Der Flug hatte ziemliche Verspätung – zu allem Überfluss kam das Gepäck in Jakarta nie an.

Eine andere Konsumentin ist mit Eurowings von Lamezia über Düsseldorf nach Wien gereist. Aufgrund einer eher geringen Abflugverspätung hat sie aber den Anschlussflug verpasst und ist insgesamt rund sechs Stunden verspätet eingetroffen. Das Gepäck war nicht mit dabei und „landete“ erst Tage später.

Eine Konsumentin erlebte mit Easyjet von London nach Wien eine Notlandung in Frankfurt. Der Grund: technische Probleme, kaputter Tank. Erst am nächsten Tag startete ihr Flug nach Wien weiter.

„Reisende haben bei Verspätungen zwischen zwei Stunden und vier Stunden – je nach Länge der Flugstrecke Anspruch auf Mahlzeiten und Erfrischungen, auf Telefongespräche, Faxe oder E-Mails und eine Hotelunterbringung, wenn nötig“, sagen die AK KonsumentenschützerInnen. „Bei Verspätungen von mehr als fünf Stunden können die Fluggäste jedenfalls vom Vertrag zurücktreten und die vollständige Erstattung des Flugpreises verlangen. Der Anspruch auf Entschädigung beträgt ab einer Verspätung von drei Stunden zwischen 250 und 600 Euro, je nach Flugstrecke.“

Wenn das Gepäck verspätet ankommt, dann haftet die Fluglinie. „Konsumenten können sich Gewand und Hygieneartikel im Urlaubsort kaufen. Die Fluglinie muss diese Zusatzkosten bis zu einer Höchstgrenze von etwa 1.300 Euro ersetzen. Dieser Schaden muss schriftlich binnen 21 Tagen bei der Fluglinie gemeldet werden“.

Albtraum statt Traumurlaub – was Sie tun können

  • Ansprüche einfordern: Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche geltend, am besten mittels eingeschriebenem Brief. Ansprechpartner für Reisemängel bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter. Bei Ansprüchen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen Sie sich an die Fluglinie wenden, die den Flug hätte durchführen sollen oder durchgeführt hat. Musterbriefe finden Sie hier!

  • Nicht abspeisen lassen: Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abwimmeln. Eine Preisminderung ist vom Reiseveranstalter in bar zu leisten. Auch Ausgleichsleistungen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen ausbezahlt werden, außer Sie erklären sich mit einem Gutschein schriftlich einverstanden. 

  • Was gibt's zurück? Orientierung zur Höhe der Preisminderung bei Pauschalreisen bietet die Frankfurter Tabelle!

  • Entgangene Urlaubsfreude: Sie können einen Anspruch auf Schadenersatz haben, etwa für entgangene Urlaubsfreude. Dabei muss den Reiseveranstalter oder seine Partner, etwa Fluglinie oder Hotel, ein Verschulden treffen. Ein Beispiel: Durchfallerkrankung durch ein verdorbenes Buffet. Dokumentieren Sie immer genau den Sachverhalt. Ob Schadenersatzanspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab. 

Richtig reklamieren

Was tun, wenn das Hotel eine Enttäuschung oder der Flug überbucht war? Tipps, hilfreiche Links und ein Musterbrief für die erfolgreiche Reklamation.

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Große Verspätung, kaputtes Gepäck, Überbuchung oder Annullierung: Worauf Sie bei Ärger mit dem Flug Anspruch haben und wie Sie Ihr Recht durchsetzen.

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