19.04.2018
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Girokonto: Für jedes Geldbörsel ist etwas dabei

Null bis knapp 240 Euro kann einem Normalnutzer ein neues Girokonto im Jahr kosten. Im Durchschnitt sind knapp 105 Euro zu zahlen, ohne im Minus zu sein. Das zeigt ein aktueller AK Preismonitor von 47 neuen Girokonten bei 21 Banken.

Im Durchschnitt sind 105 Euro zu zahlen

Die AK hat die Preise von 47 aktuellen Girokonten mit regelmäßigen Gehaltseingängen bei 21 Banken mit Filialen in Wien oder Online-Banken verglichen. Die Preise wurden für einen Normalnutzer erhoben, also für 280 Buchungen pro Jahr, ohne Kontoüberziehung.

Die Kosten für ein Gehaltskonto liegen zwischen null Euro und 238,80 Euro, wobei die kostenlosen Konten bei Online-Banken angeboten werden. Die hochpreisigen Kontomodelle enthalten jedoch im Schnitt deutlich mehr Leistungen als die günstigeren Girokonten – beispielsweise mehrere Bankomatkarten oder eine Kreditkarte mit umfassendem Versicherungsschutz.

Wo Gehaltskonten kostenlos sind und wo es das teuerste Girokonto gibt

Bank  ProduktKosten/Jahr  Kreditkarte
DADATGehaltskonto0ja
easybank  easy gratis           0ja
Hello bank!             Hello Girokonto+)     0ja
ING-DiBa Austria        ING-DiBa Girokonto    0ja
Schelhammer & Schattera SUPERIOR238,8ja

Quelle: www.ak-bankenrechner.at; +) kostenlos nur mit aktivem Investmentplan 

Zinsen für Guthaben am Nullpunkt, für Überziehung hingegen hoch!

Wer mit einem neuen Gehaltskonto ins Minus rutscht, zahlt hohe Minuszinsen – im Schnitt 10,25 Prozent. Die Zinsen für ein Guthaben sind praktisch am Nullpunkt eingefroren. Das zeigt ein AK Preismonitor von 47 neuen Girokonten bei 21 Banken.

Die Guthabenzinsen auf einem neuen Gehaltskonto betragen zwischen null und 0,125 Prozent. Im Schnitt gibt es dafür 0,01 Prozent – da ist die Kapitalertragssteuer noch nicht abgezogen. „Das heißt: Der Zinsertrag für Guthaben auf dem Konto ist faktisch bei null“, erklärt AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Auffällig: Fünf Banken sind bei einzelnen Produkten nicht mehr bereit, ihren KundInnen für ihre Einlagen Zinsen zu zahlen.

Die Überziehungszinsen liegen zwischen 5,375 und 13,5 Prozent. „Die Bandbreite ist groß, aber im Schnitt machen die Minuszinsen 10,25 Prozent aus“, sagt Zgubic. „Wenn über dem Kontorahmen überzogen wird, kommen im Schnitt noch fünf Prozent dazu. Klären Sie, ob die Überziehungszinsen fix ober variabel sind“, rät Zgubic.

Die niedrigsten Zinsen für Guthaben auf einem neuen Gehaltskonto

fünf Banken-Beispiele

BankProduktHabenzinsen
Hello bank!Hello Girokonto+)           0,00%
ING-DiBa Austria            ING-DiBa Girokonto          0,00%
Uni Credit Bank Austria     Basis-/Online-Konto         0,00%
Uni Credit Bank Austria     Relax-/PerfectFit-Konto     0,00%
Bank f. Tirol u. Vorarlberg BTV-Kompakt/BTV–Dynamik     0,00%
Schelhammer & Schattera     Basis/Superior              0,00%

Quelle: www.ak-bankenrechner.at; +) kostenlos, wenn in Kombination mit aktivem Investmentplan oder ohne Investmentplan, dann Gesamtkosten 48 Euro pro Jahr  

Die höchsten Zinsen für Überziehungen auf einem neuen Gehaltskonto

fünf Beispiele

BankProdukt Überziehungszinsen
VakifBank Internat.   Gehaltskonto13,50%
Volksbank Wien        Komfort-/Klassik-/Direkt-Konto   13,25%
Erste Bank            s Komfort Konto                  12,75%
WSK Bank              1-2-3 Gehaltskonto               12,75%
Raiffeisen NÖ-Wien    Klassik-/Wien-Konto              12,50%

Quelle: www.ak-bankenrechner.at

   „Die ‚Spanne‘ zwischen Guthaben und Überziehung ist viel zu hoch“, so Zgubic. Das zeigt folgendes Beispiel: Wer ein ständiges Guthaben von durchschnittlich 2.000 Euro auf seinem Gehaltskonto liegen hat, bekommt bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,01 Prozent jämmerliche 15 Cent nach Abzug der Kapitalertragssteuer im Jahr. Wer hingegen mit durchschnittlich 2.000 Euro im Minus ist, muss bei einem Überziehungszins von durchschnittlich 10,25 Prozent geschmalzene 205 Euro zahlen.   

Mehr Transparenz für BankkundInnen!

Aufgrund ihres aktuellen Girokonto-Preismonitors verlangt die AK: Es soll jedenfalls gewährleistet bleiben, dass Geldabheben am Bankomat gebührenfrei bleibt. Ab November wird der AK Bankenrechner zur offiziellen Vergleichswebsite für Girokonten. Die AK appelliert an alle Banken, beim AK Bankenrechner mitzumachen.

Konkret verlangt die AK:

  • Keine gesonderten Bankomatspesen: Das Geldabheben am Bankomat soll ohne neue Bankomatgebühren erhalten bleiben. Das seit heuer geltende weitgehende Aus für Bankomatgebühren darf nicht aufgeweicht oder gar zurückgenommen werden. 

  • Beim AK Bankenrechner mit dabei sein: Der zweite Teil des Verbraucherzahlungskontogesetzes soll Ende Oktober in Kraft treten. Damit wird auch der AK Bankenrechner zur offiziellen Vergleichswebsite für Girokonten in Österreich. Im Rechner müssen dann auch Serviceinformationen des Bankangebotes enthalten sein, etwa Anzahl und Öffnungszeiten der Bankfilialen mit betreutem Schalterbereich und Selbstbedienungsfoyers. Die AK appelliert daher an alle Banken, beim AK Bankenrechner mitzumachen. Die Teilnahme ist kostenlos und unkompliziert. Für KonsumentInnen bringt der AK Bankenrechner mehr Transparenz. Die Banken stellen wichtige Preis- und Serviceinformationen zur Verfügung. 
     
  • Kein Entgelt für Papierrechnung: Die Gebühr für die Zusendung einer Papierrechnung soll verboten werden. Immer öfter verlangen Banken und vor allem Kreditkartenfirmen dafür Spesen. Eine gesetzliche Regelung muss her – so wie bei Telekomverträgen. 

  • Sollzinsen deckeln: Angesichts der höchst niedrigen Leitzinsen am Geld- und Kapitalmarkt sind Sollzinsen von durchschnittlich 10,25 Prozent viel zu hoch. Die AK fordert: Die Zinsen sollen einer Regulierung unterliegen. Denkbar ist, dass die Zinsspannen (also die Aufschläge auf den Refinanzierungszinssatz) gedeckelt werden.  

  • Transparente Zinsanpassungsklauseln: Auch bei den Girokonten – so wie im Kredit- und Sparbereich –  sollen Zinsgleitklauseln für eine klare Preisanpassung sorgen. Bei vielen bestehenden Girokontoverträgen ist unklar, auf welcher vertraglichen Basis die Zinsen für Guthaben und Überziehung verrechnet werden.

Tipps für KonsumentInnen, um beim Girokonto günstig wegzukommen

  • Konditionen vergleichen: Schließen Sie einen neuen Kontovertrag ab, dann vergleichen Sie die Konditionen genau – auch mit Ihrem bestehenden Vertrag.
     
  • Zinsen verhandeln: In den meisten Fällen können Sie die Überziehungszinsen verhandeln. Reden Sie mit Ihrem Bankberater
     
  • Pauschal ist nicht pauschal: Prüfen Sie bei Konten mit Pauschalverrechnung, ob alle oder nur ganz bestimmte Buchungen kostenlos sind.
     
  • Beste Konditionen schnell finden: Mit dem AK Bankenrechner unter www.ak-bankrenrechner.at finden Sie das günstigste Girokonto.

Kredite: Mahnspesen durch Klagen deutlich gesenkt!

Nach Klagen der AK mussten die Banken die Mahnspesen angleichen. Negativ: Einzelne Banken haben teils kräftig an der Gebührenschraube gedreht.

Investmentfondspläne

AK Test zeigt: Investmentfondspläne können zur Spesenfalle werden. Performance-Angaben sind mit Vorsicht zu genießen. Worauf Anleger achten sollten.

Weitgehendes Aus für Bankomatgebühr

Wird bei einem Kontomodell für einzelne Bargeldabhebungen ein Entgelt verlangt, muss das im Einzelnen mit dem Verbraucher ausgehandelt worden sein.

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