10.7.2019

AK Erfolg: BAWAG P.S.K zahlt unrechtmäßig kassierte Spesen zurück!

In den ver­gangenen Jahren gab es viele Beschwerden in der AK Kon­su­men­ten­be­ra­tung. Es ging um Spesen für händisch nach­be­ar­bei­te­te Zahl­scheine, nach­teilige Zins­senkungen und das Einstellen der Zusendung von Konto­auszügen per Post durch die BAWAG P.S.K. Die AK hat nach einer Verbands­klage Recht bekommen und hat nun eine konsumenten­freundliche Lösung erreicht: Konsument­Innen können sich an die Bank wenden – sie zahlt die unrecht ein­ge­hobenen Spesen zurück.

2015 gab es in der AK Konsumenten­beratung viele Beschwerden von ver­är­ger­ten Konsumenten. Für die manuelle Nach­bearbeitung von Zahl­scheinen verrechnete die BAWAG P.S.K. je nach Konto­modell Entgelte in Höhe von 1,00 bis 2,90 Euro. Diese Gebühr wurde oft auch verlangt, wenn die Kunden den Zahl­schein ordnungs­gemäß und gut leserlich ausgefüllt hatten. Offen­bar waren technische Mängel der Auto­maten dafür ver­ant­wort­lich. Das Gericht hat festgestellt, dass die Ver­rechnung dieser Entgelte nicht zu Recht erfolgt sei. Alle Konsument­Innen, die diese Spesen bezahlt und noch nicht zurück­be­kommen haben, können sich nun an die BAWAG P.S.K. wenden und die Gutschrift der Spesen beantragen.

2016 hat die BAWAG P.S.K. vielen KundInnen eine Senkung von Soll- und Haben­zinsen angekündigt. Nach Ansicht der AK war die zugrundeliegende Vertrags­klausel nicht gesetzes­konform – das Gericht hat die AK bestätigt. Ob die Senkung der Zinssätze für Konto­kundInnen letztlich nachteilig war, hängt allerdings von der individuellen Nutzung des Girokontos ab. Das muss in jedem Einzelfall über­prüft werden. Betroffene wurden bereits von der BAWAG P.S.K. informiert, dass auf KundInnen­anfrage eine Nachr­echnung erfolgt. In Fällen, in denen wegen einer regel­mäßigen Konto­überziehung die Korrektur für Konsumenten nach­teilig wäre, kann der Antrag zurück­gezogen werden.

Bei bestimmten Konto­modellen war als Service die postalische Zusendung von Konto­auszügen gegen Verrechnung von Porto­spesen vorgesehen. Dieses Service wurde von der BAWAG P.S.K. Ende 2016 auf­ge­kündigt. Diese einseitige Vertrags­änderung durch die BAWAG P.S.K. war aber rechts­widrig. Die BAWAG P.S.K. wird den von der Änderung betroffenen KundInnen daher auf Anfrage dieses Service in Zukunft wieder anbieten.

Tipp

Die AK rät betroffenen Konsument­Innen, die Bank-Info via Konto­auszug und E-Banking zu lesen und sich an die BAWAG P.S.K. zu wenden. Sie prüft alle Fälle. Für einzelne KundInnen wird der gut­geschriebene Betrag wahr­schein­lich meist nur gering sein. Ins­ge­samt handelt es sich wohl um ein be­trächt­liches Körberl­geld für die Bank. 

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