21.3.2017
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AK Energiepreismonitor

Seit Juli 2008 beobachtet die AK laufend die Preisentwicklungen von ausgewählten Strom- und Erdgaslieferanten in Österreich. Es wäre anzunehmen, dass der reine Energiepreis für Haushalte aufgrund der Liberalisierung der Energiemärkte eine analoge Entwicklung zu den Großhandelspreisen aufweist. Im Vergleichszeitraum Juli 2008 bis Februar 2017 zeigt sich jedoch, dass sich zwar steigende Großhandelspreise im Haushalts-Energiepreis deutlich niederschlagen, Preissenkungen aber bisher nur unzureichend an die Haushalte weitergegeben wurden.

Preissenkungen werden nur unzureichend an die Haushalte weitergegeben

Die Strom- und Gas-Großhandelspreise sanken im Vergleich zum Ausgangswert im Juli 2008 deutlich, aber diese Preissenkungen wurden von keinem ausgewählten Stromlieferanten zeitnah und nicht annähernd im selben Ausmaß an die Haushalts-KundInnen weitergegeben. Zwar senkten einige der Strom- und Gasversorger ihre Energiepreise für Haushalts-KundInnen, diese Preissenkungen erfolgten jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als die Preissenkung auf Großhandelsebene. Vor allem im Bereich Gas liegen die Haushalts-Preise bei allen ausgewählten Versorgern mit Ausnahme von drei Gasanbietern über dem Ausgangsniveau von Juli 2008; das heißt sie sind im selben Zeitraum nicht nur nicht gesunken, sondern – im Gegenteil – sogar gestiegen.

Erst mit der  Aktion „Energiekosten-Stop“ vom Verein für KonsumentInneninformation (VKI) und durch ein vermehrtes Auftreten von reinen Strom- bzw. Gashandelsunternehmen ist seit Mitte 2015 eine etwas höhere Dynamik in den Preisanpassungen für HaushaltskundInnen zu beobachten. Gleichzeitig ist jedoch eine Rabattpolitik zu Tage getreten, die den Preisvergleich von einzelnen Strom- und Gasanbietern für KonsumentInnen zunehmend erschweren.

Vorsicht bei Rabatten!

Die höchsten Rabatte werden häufig nur bei einem bestimmten Verbrauch gewährt. Besonders hoch sind sie meist bei Werten, die gerne für Vergleichszwecke verwendet werden. So sind die Rabatte bei einem Verbrauch von 3.500 kWh in der Regel sehr hoch. Sie werden je nach Unternehmen auch in einer größeren Bandbreite des Stromverbrauchs gewährt. Stellt sich bei der Jahresabrechnung im Nachhinein heraus, dass weniger oder mehr Strom- bzw. Gas verbraucht wurde, sinkt der Rabatt zum Teil erheblich. Außerdem können Haushalte im zweiten Jahr nach Vertragsabschluss häufig mit höheren Kosten als noch vor dem Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters konfrontiert sein: Bei einem 5-Jahres-Vergleich (unter der Annahme eines Verbrauchs von 3.500 kWh) kann ein Haushalt dadurch mit bis zu 30% höheren Stromkosten als bei dem bisherigen Anbieter konfrontiert sein.

Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner.

Achten Sie bei einem möglichen Tarif- bzw. Anbieterwechsel auf befristete Rabatte, automatische Preisanpassungen und Bindungsfristen.

Achtung: Manche Strom- und Gasanbieter gewähren hohe Preisrabatte, die nur im ersten Jahr gültig sind. Das kann dazu führen, dass Sie im zweiten Jahr nach Vertragsabschluss mit deutlich höheren Kosten konfrontiert sind. Vergleichen Sie daher die Preise über mehrere Jahre!

Haushalte die GIS befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

Stromversorger wechseln

Wenn Ihnen Ihr Versorger zu teuer ist, können Sie den Lieferanten wechseln. Mit dem Strompreis-Rechner können Sie den günstigsten Anbieter ermitteln.

Tipps fürs Energiesparen

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