AK Er­folg gegen Media Markt: Werb­ung muss halten, was sie ver­spricht!

Media Markt bot eine Waschmaschine zum „besten Preis in Europa“ an, die aber in Deutschland billiger war. Auf­grund einer Konsumentenbeschwerde in der AK Tirol nahm die AK Wien diverse beworbene Produkte von Media Markt genauer unter die Lupe.

Das Ergebnis: Viele waren bei anderen europäischen Händ­lern günstiger. Die AK klagte daher Media Markt: Media Markt verpflichtete sich, es zu unterlassen, irreführend zu werben. Eine Bestpreis-Werbung muss tatsächlich zutreffen.

AK klagte erfolgreich

Mit einem neuen Werbeslogan bewarb Media-Markt im Früh­sommer 2017 diverse technische Produkte mit dem Hinweis „Bester Preis in Europa!“. Kurioses Detail: Die Stichtage für die Preiserhebung lagen jeweils zwei Wochen vor dem aktuell beworbenen Angebot. „Bei den stark schwankenden Preisen von Elektroprodukten konnte das Angebot für Interessierte gar nie aktuell sein“, schlussfolgert AK Expertin Ulrike Ginner.

Die AK Wien verglich diverse von Media Markt beworbene Produkte mit der Preisvergleichsplattform www.geizhals.eu. „Wir staunten nicht schlecht, als zahlreiche Produkte selbst zum angegebenen Stichtag bei anderen europäischen Händ­lern günstiger angeboten wurden“, sagt Ginner.

Werbung mit „bestem Preis in Europa“ muss zutreffen

Die AK Wien als Bundesarbeitskammer brachte daraufhin eine Klage wegen Unlauteren Wettbewerbs (UWG) beim Landesgericht Wiener Neustadt ein. Dieses Verfahren wurde durch einen Vergleich beendet. Media Markt verpflichtete sich, künftig irreführende Werbung mit europaweit jeweils günstigsten Preisen von regulär lagernder oder kurzfristig beschaffbarer Neuware zu unterlassen, wenn das bereits bei Beginn des beworbenen Aktionszeitraums nicht mehr zutrifft, oder die beworbenen Produkte zum angegebenen Stichtag bei anderen Händlern in Europa zu einem geringeren Preis erhältlich sind.

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