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Kinderbetreuungsgeld-Varianten

Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld besteht grundsätzlich ab Geburt des Kindes. Im Falle eines Wochengeld-Anspruches ruht das Kinderbetreuungsgeld in der Höhe des Wochengeldes bis zum Ende des Bezuges des Wochengeldes.

Wer hat Anspruch?

Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld hat immer nur ein Elternteil. Dies gilt für leibliche Eltern sowie Adoptiv- und Pflegeeltern.

Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld sind:

  • Bezug der Familienbeihilfe für das Kind
  • Lebensmittelpunkt von antragstellenden Elternteil und Kind in Österreich
  • ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind (Hauptwohnsitz)
  • die Durchführung der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen
  • die Einhaltung der Zuverdienstgrenze pro Kalenderjahr
  • für Nichtösterreicher/-innen zusätzlich ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich (NAG-Karte) bzw. die Erfüllung bestimmter asylrechtlicher Voraussetzungen

Kinderbetreuungsgeld-Varianten

Beachten Sie

Die Wahl der Variante beziehungsweise der Laufzeit ist bei der erstmaligen Antragsstellung zu treffen und bindet auch den anderen Elternteil. Eine Änderung ist lediglich einmal binnen 14 Kalendertagen nach der ersten Antragsstellung möglich.

PAUSCHALES Kinderbetreuungsgeld

  • Bei Geburten BIS 28.02.2017: Pauschales Kinderbetreuungsgeld 

    Seit 01.01.2010 gibt es zusätzlich zu den bereits bestehenden Pauschalvarianten (1 bis 3), zwei weitere Varianten für den Kinderbetreuungsgeld-Bezug. Diese beiden Varianten können für Kinder, die ab dem 01.10.2009 zur Welt gekommen sind, beantragt werden.

    • Pauschalvariante 4: 12 + 2
      Bezugsdauer: bis zum 14. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil bis maximal zum 12. Lebensmonat

      Bezugshöhe: 33 Euro täglich (rund 1.000 Euro monatlich) Mehrlinge: 16,50 Euro täglich pro weiteres Mehrlingskind


  • Bei Geburten AB 01.03.2017: Kinderbetreuungsgeld-Konto 
    Für alle Geburten ab 01.03.2017 gibt es anstatt der bisherigen vier Pauschalmodelle ein sogenanntes Kinderbetreuungsgeld-Konto. Hierbei ist ein Gesamtbetrag von 12.366,20 Euro (Bezug durch einen Elternteil) beziehungsweise von 15.449,28 Euro (Bezug durch beide Elternteile) vorgesehen. Die von den Eltern gewählte Bezugsdauer bestimmt den gebührenden Tagessatz. Im Gesetz ist ein Grundmodell von 365 Tagen beziehungsweise von 365 + 91 = 456 Tagen vorgesehen, wobei der sich dadurch ergebende Tagesbetrag 33,88 Euro beträgt. Bei längerer Inanspruchnahme verringert sich dieser Tagesbetrag entsprechend. Bei kürzerer Inanspruchnahme erhöht sich der Tagesbetrag von 33,88 Euro jedoch nicht. Die maximale Bezugsdauer beträgt für einen Elternteil maximal 851 Tage, für beide Elternteile 1.063 Tage. Nicht in Anspruch genommene Tage verfallen. Gezählt wird ab der Geburt des Kindes. 

 

EINKOMMENSABHÄNGIGES Kinderbetreuungsgeld

Bezugsdauer: maximal bis zum 14. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil maximal bis zum 12. Lebensmonat.

Bezugshöhe: 80 % des Wochengeldes, maximal ca. 2.000 Euro monatlich. Wird der Tagesbetrag von 33 Euro (1.000 Euro monatlich) bei der Ermittlung der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes unterschritten, besteht die Möglichkeit auf Antrag beim Sozialversicherungsträger auf das Pauschalmodell 12+2 mit 33 Euro (1.000 Euro) umzusteigen. Bei Geburt ab 01.03.2017 gebühren in diesem Fall 33,88 Euro als Sonderleistung. (Mehrlinge: Zum Einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gebührt kein Zuschlag!)

Immer erfolgt eine Günstigkeitsrechnung mit dem Steuerbescheid aus dem Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes ohne Kinderbetreuungsgeldbezug (beschränkt auf das drittvorangegangene Kalenderjahr). Bei Geburt ab 01.03.2017 erfolgt die Günstigkeitsberechnung mit dem Steuerbescheid aus dem Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes.

Voraussetzung für den Anspruch auf einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld ist die tatsächliche Ausübung einer in Österreich sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit (ab 01.03.2017: über der Geringfügigkeitsgrenze) in den letzten 6 Monaten vor der Geburt des Kindes sowie kein Bezug von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung in diesem Zeitraum (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld etc.). Gleichgestellt sind Zeiten der vorübergehenden Unterbrechung wegen Mutterschutz und gesetzlicher Karenz bis zum 2. Lebensjahr des Kindes.

Achtung

Die 6 Monate der ununterbrochenen Erwerbstätigkeit sind vor der Schutzfrist (absolutes Beschäftigungsverbot) zu erbringen.

Zeiten des Mutterschutzes und Zeiten der Elternkarenz (bis maximal zum 2. Geburtstag eines älteren Kindes) sind einer Erwerbstätigkeit nur dann gleichgestellt, wenn die Erwerbstätigkeit wegen des Mutterschutzes/der Elternkarenz unterbrochen wurde und unmittelbar in den 6 Monaten davor (Schutzfrist) eine in Österreich sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich ausgeübt wurde und das Dienstverhältnis aufrecht besteht. (Gilt für Geburten ab 01.01.2012).

Beachten Sie

Für die Ausschöpfung der Bezugsdauer sind bestimmte Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen vorgeschrieben, ansonsten reduziert sich das Kinderbetreuungsgeld: Die genauen Daten und Untersuchungen erfragen Sie bitte bei der Gebietskrankenkasse.

Neu: Familienzeitbonus

Für Geburten ab 01.03.2017 gebührt ein Familienzeitbonus in Höhe von 22,60 Euro täglich, wenn der Vater Familienzeit in Anspruch nimmt. Unter Familienzeit versteht man einen ununterbrochenen Zeitraum von 28 bis 31 Tagen innerhalb eines Zeitraumes von 91 Tagen ab der Geburt, in dem der Vater seine Erwerbstätigkeit unterbricht und sich der Familie widmet. Voraussetzung für den Familienzeitbonus ist insbesondere, dass der Vater in den letzten 182 Tagen vor dem unmittelbaren Bezugsbeginn durchgehend erwerbstätig war.

Der Familienzeitbonus ist beim zuständigen Krankenversicherungsträger zu beantragen. Während des Bezuges besteht Krankenversicherungsschutz.

Wird zu einem späteren Zeitpunkt vom Vater Kinderbetreuungsgeld in Anspruch genommen, reduziert sich das Kinderbetreuungsgeld um den bezogenen Familienzeitbonus.

Achtung

Familienzeit ist mit dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin zu vereinbaren.
Im Allgemeinen besteht kein Rechtsanspruch!

Wechsel

Die Eltern können sich beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes 2-mal abwechseln (in Härtefällen öfter). Es können sich grundsätzlich maximal 3 Blöcke ergeben, wobei ein Block mindestens 2 Monate (ab 01.03.2017: 61 Tage) dauern muss. Ein gleichzeitiger Bezug von Kinderbetreuungsgeld durch beide Elternteile ist für Geburten bis 28.02.2017 nicht möglich. Bei Geburt ab 01.03.2017 können die Eltern aus Anlass des erstmaligen Wechsels gleichzeitig Kinderbetreuungsgeld in der Dauer von bis zu 31 Tagen beziehen, wobei sich die Anspruchsdauer um diese Tage verkürzt.

Für Geburten ab 01.03.2017 besteht bei einer annähernd gleichen Aufteilung des Bezuges (Rahmen: 50 % : 50 % bis 40 % : 60 %) Anspruch auf einen Partnerschaftsbonus in Höhe von 500,00 Euro pro Elternteil.

Antragstellung

  • Das Kinderbetreuungsgeld gebührt nur nach Antrag.
  • Zuständig ist jener Krankenversicherungsträger, bei dem Wochengeld bezogen wurde bzw. bei dem man versichert ist bzw. zuletzt versichert war.
  • Wenn sich die Eltern beim Bezug abwechseln, muss auch der zweite Elternteil einen eigenen Antrag ausfüllen.
  • Das Kinderbetreuungsgeld kann bis zu 6 Monate rückwirkend beantragt werden. Wird im Anschluss an einen Wochengeldbezug noch ein Resturlaub verbraucht, sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ab welchem Tag ein Bezug der Leistungen sinnvoll ist, damit es nicht zu einer Überschreitung der Zuverdienstgrenze kommt.
Vorsicht

Eine Geburtsmeldung oder ein Antrag auf Wochengeld ersetzt niemals einen Antrag auf Kinderbetreuungsgeld!

Wenn ein weiteres Baby kommt

Ein gleichzeitiger Bezug beider Elternteile ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Grundsätzlich endet das Kinderbetreuungsgeld des ersten Kindes bei Geburt eines weiteren Kindes. (Hinweis: Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld ruht beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld bis zur Geburt eines weiteren Kindes jedoch für den Vater nicht, sofern für die Mutter ein Wochengeldanspruch anlässlich der Geburt dieses weiteren Kindes besteht.)

Liegt der Wochengeldtagsatz (je nach Variante) unter dem täglichen Betrag des neuen Kinderbetreuungsgeldes das die Mutter bezieht, wird ab der Geburt des Kindes auf Antrag der Differenzbetrag ausbezahlt.

Kranken- und Pensionsversicherung

Während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld besteht grundsätzlich eine Krankenversicherung für den Bezieher/die Bezieherin und das Kind. Hiezu ist kein gesonderter Antrag nötig.

24 Monate des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld gelten darüber hinaus als Beitragszeiten in der Pensionsversicherung (gleiche Bewertung wie Beschäftigungszeiten).

Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld

Für Kinder, ab dem 1. Jänner 2010 geboren, gibt's unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld.

Wiedereinstieg

Nach der Karenz zurück in den Job: Welche Rechte Sie Ihrem Arbeitgeber gegenüber haben und wie Sie sich selbst den Wiedereinstieg erleichtern können!

Zuverdienst zum Kinderbetreuungsgeld

Infos und Beispiel-Rechnungen für alle Kinderbetreuungsgeld-Varianten: Wie viel Sie dazuverdienen dürfen und wie Sie arbeitsrechtlich geschützt sind.

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