Der Betrieb sperrt & Quarantäne

Diese Unterscheidung ist wichtig 

Auf Grund der geltenden Betretungs­einschränkungen kann sich Ihr Arbeitgeber „freiwillig“ dazu entscheiden, seinen Betrieb vorübergehend einzuschränken oder zu schließen. Es kann aber auch sein, dass Ihr gesamter Betrieb von der Behörde unter Quarantäne gestellt und gänzlich geschlossen wird.

Für Sie gilt: Sie haben in beiden Fällen Anspruch auf Ihren Lohn oder Ihr Gehalt. Wenn Ihr Betrieb nicht von einem Betretungsverbot betroffen oder unter Quarantäne gestellt wurde, müssen Sie sich ausdrücklich arbeitsbereit halten!

Grundsätzlich steht es Ihrem Chef oder Ihrer Chefin frei, Sie nach Hause zu schicken. Das ist eine „Dienstfreistellung“, bei der die Firma Ihnen Ihren Lohn oder Ihr Gehalt weiterbezahlen muss. Sie brauchen  für die Dauer der Freistellung keine Krankenstandsbestätigung! Krankenstand ist wenn Sie krank sind und nicht, wenn Sie Ihr Chef völlig gesund nach Hause schickt.

Unterschied

Viele Chefs sperren jetzt zu, weil es derzeit keine Arbeit gibt. Es kann aber auch sein, dass eine Quarantäne über Ihren Betrieb oder über Sie als Einzelperson verhängt wird. 

Was passiert mit meinem Lohn oder Gehalt, wenn mein Betrieb zusperrt?

Kein Unternehmen kann sich aufgrund der Corona-Krise auf „höhere Gewalt“ berufen und Ihnen einfach Ihren Lohn oder Ihr Gehalt nicht zahlen.

Die behördlichen Beschränkungen treffen lediglich den Kundenverkehr, nicht jedoch das Erscheinen am Arbeitsplatz durch den Betriebsinhaber und seine Beschäftigten.

Unabhängig davon, ob Ihr Arbeitgeber sich nun dazu entscheidet, Sie nach Hause zu schicken oder Sie zu bestimmten Arbeiten im Betrieb heranzuziehen, besteht weiterhin der Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts. Dies gilt auch, wenn der gesamte Betrieb unter Quarantäne gestellt wird und eine Arbeitsleistung faktisch gar nicht möglich ist.

Nach einer Gesetzesänderung mit Inkrafttreten am 15.03.2020 wurde jetzt auch ausdrücklich klargestellt, dass Schließungen oder Einschränkungen von Betrieben auf Grund der COVID-19-Maßnahmen der Sphäre des Arbeitgebers zuzurechnen sind. Sie müssen während solcher Maßnahmen daher weiterhin Ihren vollen Lohn oder Ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber erhalten.

Gleichzeitig besagt das neue Gesetz, dass der Arbeitgeber in dieser Zeit den Abbau von Urlaubsguthaben aus Vorjahren, von zwei Wochen des aktuellen Urlaubsanspruchs sowie eines allfälligen Zeitausgleichs-Guthabens (in Summe maximal 8 Wochen) von Ihnen verlangen darf.

Konkret sagt das Gesetz dazu: Maßnahmen auf Grundlage des COVID-19-Maßnahmengesetzes, BGBl. Nr. 12/2020, die zum Verbot oder zu Einschränkungen des Betretens von Betrieben führen, gelten als Umstände im Sinne des Abs. 1. Arbeitnehmer, deren Dienstleistungen aufgrund solcher Maßnahmen nicht zustande kommen, sind verpflichtet, auf Verlangen des Arbeitgebers in dieser Zeit Urlaubs- und Zeitguthaben zu verbrauchen.

Das bedeutet: Ist Ihr Betrieb von keinen Maßnahmen betroffen, die etwa dazu führen, dass sein Betreten verboten oder eingeschränkt wird, kann sich Ihr Arbeitgeber auf diese Regelung nicht berufen!

Das ist eine vorübergehende Ausnahme von der Grundregel, dass Urlaub grundsätzlich „vereinbart“ werden muss. Ein Aufbau von Minusstunden oder ein Vorgriff auf Urlaubsansprüche aus der Zukunft sind von dieser Gesetzesbestimmung jedoch ausdrücklich nicht vorgesehen! Die Bestimmung tritt am 31.12.2020 wieder außer Kraft.

Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Kurzarbeit einzuführen. Diese ermöglicht Ihrem Arbeitgeber eine zum Teil vollständige Reduktion der Lohnkosten und sichert Ihnen zugleich einen fast vollen Lohnausgleich aus den Mitteln des AMS.

Was passiert mit meinem Lohn oder Gehalt, wenn ich selbst in Quarantäne bin?

Wenn Ihnen wegen Corona eine häusliche Quarantäne auferlegt wurde und Sie deshalb nicht arbeiten gehen können, steht Ihnen für die gesamte ausgefallene Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung zu, die Ihr Arbeitgeber zu leisten hat.

Beachten Sie jedoch: Bei einer häuslichen Quarantäne sind Sie grundsätzlich nicht arbeitsunfähig (im Sinne eines Krankenstandes). Auch in Quarantäne ist es möglich, mit Ihrem Arbeitgeber etwa Homeoffice zu vereinbaren.

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Unterschied

Viele Chefs sperren jetzt zu, weil es derzeit keine Arbeit gibt. Es kann aber auch sein, dass eine Quarantäne über Ihren Betrieb oder über Sie als Einzelperson verhängt wird. 

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