09.06.2016
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Zielpunkt: Infos für Betroffene

Die Handelskette Zielpunkt ist insolvent. Der Konkurs wurde laut Ediktsdatei am 30.11.2015 eröffnet.

TIPP

Allgemeine Informationen zum Thema „Arbeitsverhältnis im Insolvenzfall“ finden Sie auf unserer Website.

Aktuelles - Juni 2016

Die Erstellung der Endabrechnungen war und ist eine besondere Herausforderung: Eine große Anzahl an Beschäftigten mit sehr vielen Personaldaten und unterschiedlichen Beendigungszeitpunkten ist zu bearbeiten. Für jede einzelne Arbeitnehmerin bzw jeden einzelnen Arbeitnehmer werden Vordienstzeiten, Dienstzeitunterbrechungen (Karenzen), Urlaubsstände und geleistete Überstunden bzw Mehrarbeit sowie allenfalls noch offene Zuschläge (BV über erweiterte Öffnungszeiten) und auch Reisekostenabrechnungen erfasst. 

Die Berechnungsdaten werden vom Masseverwalter gemeinsam mit der Firma Pfeiffer ermittelt. Der ISA erarbeitet daraus Forderungsaufstellungen, die bei Gericht und bei der IEF-Service GmbH eingebracht werden können. 

Aufgrund der Datenmengen können nicht alle Endabrechnungen zur gleichen Zeit erstellt werden.

Anträge

Ein erster Teil der Endabrechnungen (für 477 ArbeitnehmerInnen) wurde im April 2016 eingebracht, weitere 1.431 Anträge im Mai. Für diese Anträge sind im Zeitraum April bis 8.6.2016 bereits 1.653 Bescheide ergangen und Auszahlungen an die Betroffenen erfolgt. Weitere etwa 800 Anträge werden bis Mitte Juni eingebracht.

Die IEF-Service GmbH bemüht sich, die eingebrachten Anträge rasch zu prüfen und eine Auszahlung  -zumindest von Teilbeträgen- zu ermöglichen. Erhalten Sie nur Teilbeträge, ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Die IEF-Service GmbH wird über die restlichen Forderungen, die wir für Sie geltend gemacht haben, in einem weiteren Bescheid entscheiden. Das Insolvenz-Entgelt wird von der IEF-Service GmbH direkt auf das Konto des Arbeitnehmers/ der Arbeitnehmerin überwiesen. Die Zahlung ist daher auf dem Konto, bevor wir den Bescheid zustellen können 

Warum gibt es Teilbescheide?

Bei manchen Ansprüchen ist eine rasche Prüfung möglich (zb Abfertigung). Bei anderen Ansprüchen ist eine genauere Prüfung erforderlich (zb Zeitausgleich, Überstunden). Über die bedingte Kündigungsentschädigung kann erst entschieden werden, wenn der Zeitraum abgelaufen ist (erst dann steht fest, ob es ein anrechenbares Einkommen gibt).

Kündigungsentschädigung: Warum gibt es eine bedingte und eine unbedingte Forderung?

Unbedingte Kündigungsentschädigung bedeutet, dass Sie die Kündigungsentschädigung ausbezahlt erhalten, egal, ob Sie in diesem Zeitraum schon ein anderes Arbeitsverhältnis (ein anderes Einkommen) haben.

Die bedingte Forderung erhalten Sie nur dann, wenn Sie in diesem Zeitraum kein anderes Einkommen (aus einem neuen Arbeitsverhältnis oder auch selbständiger Tätigkeit) hatten.

Bezug von Arbeitslosengeld im Zeitraum der (unbedingten und bedingten) Kündigungsentschädigung: Arbeitslosengeld ist ein Vorschuss auf die Kündigungsentschädigung. Die IEF-Service GmbH fragt, bevor der Bescheid ergeht, beim AMS nach, welcher Betrag an Arbeitslosengeld im konkreten Zeitraum ausbezahlt wurde. Dieser Betrag wird von der IEF-Service GmbH vom Auszahlungsbetrag einbehalten und an das AMS zurückbezahlt (Sie finden das auf der 2. Seite Ihres Bescheides). Das gilt ebenso für den Zeitraum der Urlaubsersatzleistung. Wenn die IEF-Service GmbH diese Anfrage beim AMS macht, kann es geschehen, dass Sie vom AMS darüber benachrichtigt werden, dass das Arbeitslosengeld eingestellt wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass Sie bald eine Auszahlung von der IEF-Service GmbH erhalten werden.

Wie wir Ihnen zu Ihrem Geld verhelfen

Nach Konkurseröffnung am 30.11.2015 haben die ExpertInnen des Insolvenzschutzverbandes für ArbeitnehmerInnen von AK und ÖGB mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die Zielpunkt-Beschäftigten so rasch als möglich zu ihrem offenen Novembergehalt und Weihnachtsgeld kommen. Bereits am 7. / 8.12.2015 konnte für 2.469 Beschäftigte der Antrag auf Insolvenz-Entgelt eingebracht werden. Bereits ab 12.12.2015 sind die ersten Bescheide der IEF-Service GmbH ergangen.

Das Insolvenz-Entgelt für diese Forderungen konnte an die Mehrzahl der Betroffenen in Rekordzeit noch vor Weihnachten ausbezahlt werden. Diese rasche Erstzahlung war nur durch das Zusammentreffen besonders günstiger Umstände (strukturierte Lohnverrechnung, klare und nachvollziehbare Ansprüche, Eröffnungsdatum) und die gute Kooperation und den besonderen Einsatz der MitarbeiterInnen der Arbeitnehmervertretung, der IEF-Service-GmbH, des Insolvenzverwalters und der Firmenlohnverrechnung möglich. Bisher (Stand Ende Februar 2016) wurden rd 5,5 Millionen Euro an offenen Forderungen angemeldet und rd 5,4 Millionen als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt.

Die Erledigung der weiteren Ansprüche (insbesondere aus der Beendigung) kann aus faktischen und rechtlichen Gründen nicht so rasch erfolgen.

Übernahme von Zielpunkt-Filialen

Was bedeutet das für die Arbeitnehmer von Zielpunkt? Nach diversen Pressemeldungen hat die Bundeswettbewerbsbehörde nach vorläufiger Prüfung die Übernahme von 88 Zielpunkt-Filialen genehmigt. Es liegt am jeweiligen Unternehmen, wie die Übernahme (vom nahtlosen Übergang bis hin zu „vorübergehender Schließung zwecks Umbau“) durchgeführt wird. Es gibt keine einheitliche Vorgehensweise und keinen einheitlichen Zeitpunkt. 

Da verschiedene Unternehmen Standorte übernehmen, gibt es auch keine einheitliche Vorgehensweise, wie Mitarbeiter „übernommen“ werden können. In der Insolvenz gibt es aber keinesfalls eine „automatische Übernahme“: Es muss ein neuer Arbeitsvertrag zu einem neuen Arbeitgeber abgeschlossen werden.

Es kann sein, dass das neue Unternehmen direkt Kontakt mit (ehemaligen) ZielpunktmitarbeiterInnen eines Standortes aufnimmt - dafür gibt es aber keine Garantie. Die betroffenen MitarbeiterInnen können aber selbstverständlich auch selbst aktiv werden: Bewerben Sie sich unter Hinweis auf Ihre bisherige Tätigkeit bei Zielpunkt, bei den als mögliche Übernehmer genannten Unternehmen.

Schließung - Austritt

Seit 29.12.2015 wurden Filialen bzw die Zentrale gerichtlich geschlossen. Am 18.2.2016 wurde die Gesamtschließung von Zielpunkt (www.edikte.justiz.gv.at) bekanntgemacht. Sobald eine solche Schließung bekannt gemacht ist, können die davon betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis unter Wahrung aller Ansprüche beenden. Dieser Austritt muss innerhalb eines Monats ab Bekanntmachung erfolgen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben also, je nachdem welcher Filiale sie angehören, unterschiedliche Zeiträume zur Verfügung. Bisher haben 2.517 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrem Austrittsrecht Gebrauch gemacht.

Sofern Ihre Monatsfrist noch offen ist, können Sie den Austritt noch immer erklären – Sie können den Austritt auch dann erklären, wenn Sie bereits eine Kündigung vom Masseverwalter erhalten haben (und die Monatsfrist noch offen ist).

  • Muster für Austrittschreiben können Sie beim AK/ÖGB Insolvenzbüro Wien (siehe Kontakt) anfordern.
  • Austrittsschreiben können Sie per FAX oder Mail an das AK/ÖGB Insolvenzbüro Wien (siehe Kontakt) übermitteln  
TIPP

Übermitteln Sie das Austrittschreiben bitte nicht direkt an den Verwalter! Wir werden die Austrittsschreiben erfassen und unverzüglich an den Verwalter weiterleiten.

Wie geht es nach der Schließung weiter?

  • Für ArbeitnehmerInnen, die den berechtigten Austritt erklärt haben, ist der im Austrittsschreiben eingetragene Tag der letzte Arbeitstag bei Zielpunkt.

  • ArbeitnehmerInnen, die noch aufrecht beschäftigt sind, müssen sich arbeitsbereit halten und allfälligen Anordnungen des Masseverwalters (im Rahmen von Gesetz und Arbeitsvertrag) Folge leisten.

  • Sämtliche Arbeitspapiere (Abmeldung GKK, Arbeitsbescheinigung, Arbeits- und Entgeltbestätigung,...) sowie das Arbeitszeugnis werden von der Firma Zielpunkt erstellt. Bitte bedenken Sie, dass die Papiere für über 2.700 MitarbeiterInnen erstellt werden müssen. Die Ausstellung wird also einige Zeit in Anspruch nehmen.
Kontakt Insolvenzverwalter

Dr. Georg Freimüller
Tel.:
01-4060551

E-Mail: kanzlei@jus.at  

Beendigung von Arbeitsverhältnissen bei Insolvenz - die Besonderheiten 

Der Austritt nach §25 IO ist ein berechtigter Austritt unter Wahrung aller arbeitsrechtlichen Ansprüche. Für die nicht eingehaltene Kündigungsfrist bis zum Termin besteht Anspruch auf Kündigungsentschädigung/Schadenersatz.

Eine Kündigung gem § 25 IO durch den Insolvenzverwalter erfolgt unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Für die Zeit der Kündigungsfrist bleibt das Arbeitsverhältnis aufrecht. Für den Zeitraum bis zum Kündigungstermin gebührt ein Schadenersatz.

Diese besondere Beendigung ist für ArbeitnehmerInnen und VerwalterInnen (ausschließlich) innerhalb von einem Monat ab Bekanntmachung des Schließungsbeschlusses möglich. 

Gegenüberstellung der Beendigungsarten

  Austritt § 25 IO Verwalterkündigung §25 IO
Arbeitspflicht Nein - Arbeitsverhältnis endet mit Austritt Ja, Arbeitsverhältnis endet erst mit Ablauf der Kündigungsfrist
Neues Arbeitsverhältnis  Ab dem Tag nach Austritt möglich Erst nach Ablauf der Kündigungsfrist möglich
Kündigungsentschädigung Für die Kündigungsfrist vom Austritt bis zum Termin Ab Ende der Kündigungsfrist bis zum Termin
Urlaubsersatzleistung entsteht Bis Ende Kündigungsfrist unter Beachtung Termin
Zeiten für Abfertigung alt entstehen Bis Ende Kündigungsfrist unter Beachtung Termin
AMS Meldung, Arbeitslosengeld Ab dem Tag nach Austritt möglich Erst nach Ablauf der Kündigungsfrist
ASVG Versicherungszeiten

Bis Ende Kündigungsfrist unter Beachtung Termin

+ Zeit der Urlaubsersatzleistung

TIPP

Für die ersten 3 Monate der Kündigungsentschädigung wird ein Einkommen aus einem anderen Dienstverhältnis nicht angerechnet – die Kündigungsentschädigung wird also nicht gekürzt.

Hinweis: 

Kündigungsentschädigung und Urlaubsersatzleistung verlängern die ASVG-Pflichtversicherung. Die Zeiten zählen also, genauso wie andere ASVG-Zeiten, in denen Beiträge geleistet werden, für die Pension.

Können auch ArbeitnehmerInnen die karenziert, in Elternteilzeit oder Mutterschutz sind, das Arbeitsverhältnis beenden?

Auch diese „geschützten“ ArbeitnehmerInnen können innerhalb von 1 Monat ab gerichtlicher Schließung ihres Teilbereiches/ihrer Filiale den berechtigten Austritt nach § 25 IO erklären.

  • Im Falle des Austrittes nach § 25 IO wird ihre Kündigungsentschädigung unter Berücksichtigung des besonderen individuellen Kündigungsschutzes berechnet. Der Kündigungsschutz endet automatisch, wenn der Betrieb „faktisch stillgelegt“ wird; dadurch wird auch die Kündigungsentschädigung verringert.

Erklären Sie den Austritt nicht, wird der Verwalter rechtzeitig vor Ablauf der Monatsfrist eine Klage auf Zustimmung zur Kündigung bei Gericht einbringen.

  • In einem Fall wie Zielpunkt, ist davon auszugehen, dass das Gericht die Zustimmung erteilen wird. Sobald das Urteil rechtskräftig ist, kann der Verwalter die Kündigung aussprechen.
  • Mit der Zustimmung des Gerichts, fällt der besondere Kündigungsschutz weg; das Arbeitsverhältnis endet nach Ablauf der Kündigungsfrist unter Berücksichtigung des Termins.

Haben Sie im Zeitraum der Kündigungsentschädigung keinen Entgeltanspruch (insbes. weil Sie in Karenzurlaub sind und daher Kindergeld erhalten), erhalten Sie auch keine Kündigungsentschädigung.

Dauert ihre Kündigungsfrist länger als der Karenzurlaub, müssen Sie sich mit Ende des Karenzurlaubes arbeitsbereit erklären.

Beachten Sie, dass Sie im Zeitpunkt der Geburt in einem aufrechten Arbeitsverhältnis stehen müssen, wenn Sie einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld beantragen wollen.

Was bedeuten „Kündigungsfrist“, „Kündigungstermin“, „Kündigungsentschädigung“?

  • Die Kündigungsfrist ist jener Zeitraum, der zwischen dem Ausspruch einer Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses liegen muss.

  • Das Ende des Arbeitsverhältnisses muss aber auf einen bestimmten Termin (zum 15., zum Monatsletzten oder zum Quartal) fallen. Kündigungsfrist und Kündigungstermin ergeben sich aus Gesetz, Kollektivvertrag oder Vereinbarung.

  • Bei einem berechtigten Austritt endet das Arbeitsverhältnis mit dem Austritt.

  • Für den Zeitraum der gesamten Kündigungsfrist bis zum Kündigungstermin bekommen Sie eine Kündigungsentschädigung ausbezahlt. 

Auch nach dem berechtigten Austritt sind Sie noch sozialversichert, und zwar:

  • für den Zeitraum, für den Sie Kündigungsentschädigung bekommen - also die gesamte Kündigungsfrist hindurch

  • für den Zeitraum, für den Sie Urlaubsersatzleistung für nicht verbrauchten Urlaub bekommen. Wenn Sie zum Beispiel 2 Wochen Urlaub offen haben, sind Sie nach Ende der Kündigungsfrist noch 2 weitere Woche sozialversichert. 

Löhne und Gehälter bis zum Austritt?

Die offenen Löhne und Gehälter für Dezember 2015 sowie das fehlende aliquote Weihnachtsgeld wurden vom Verwalter bereits überwiesen.  Auch die Löhne und Gehälter bis zum Austrittstag werden über die Firmenlohnverrechnung abgerechnet und vom Verwalter ausbezahlt. Sind Sie z.B. am 5.1.2016 ausgetreten, erhalten Sie das Entgelt für 1.-5.1.2016 von Zielpunkt („Masseforderung“). Die Ansprüche auf Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistungen, allfälligen Zeitausgleich etc. erhalten Sie, nach Durchführen einer Endabrechnung und Geltend machen der Forderungen bei Gericht und beim Insolvenzfonds, als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt. 

Bekomme ich Arbeitslosengeld?

Melden Sie sich nach Ende des Arbeitsverhältnisses bei Ihrem AMS, um Ihren Anspruch auf  Arbeitslosengeld zu wahren. Sie erhalten auch während des Zeitraumes der Kündigungsentschädigung und der Urlaubsersatzleistung Arbeitslosengeld. Dieses gilt aber als Vorschuss auf das Insolvenzentgelt für diese Ansprüche. Der Insolvenzentgeltfonds zieht den Vorschuss beim Bescheid automatisch ab. Formal beginnt der Arbeitslosengeldbezug erst im Anschluss.

Leider häufen sich derzeit Anfragen, dass es bei einigen AMS zu Missverständnissen kommt: Teilweise werden Arbeitspapiere gefordert, die in der Insolvenz noch nicht vorliegen können, teilweise wird Arbeitslosengeld für den Zeitraum Kündigungsentschädigung und Urlaubsersatzleistung (entgegen der ausdrücklichen Regelung § 16 Abs 2 AlVG) nicht ausbezahlt. Wir bemühen uns um eine Klärung. Informieren Sie uns bitte über Schwierigkeiten bei der Beantragung – bitte per Mail an zielpunkt@akwien.at. Übermitteln Sie bitte auch allfällige Schreiben des AMS. 

GKK - Abmeldungen

Bei den Abmeldungen, die von Zielpunkt erstellt bzw an die GKK übermittelt wurden, handelt es sich um vorläufige Abmeldungen, die vor Endabrechnung Ihrer Ansprüche erstellt wurden. Die Daten sind nicht richtig und werden von Zielpunkt korrigiert. Da die Endabrechnung, wegen der großen Anzahl an ArbeitnehmerInnen, längere Zeit in Anspruch nehmen wird, wurde eine vorläufige Abmeldung (mit unvollständigen Daten) an die GKK übermittelt. Die korrigierten Abmeldedaten wurden bereits an die GKK übermittelt – aufgrund der Insolvenz erfolgt die Datenübernahme aber verzögert. Sollten Sie – zB bei einem Arztbesuch- Probleme haben, teilen Sie uns dies bitte per Mail (zielpunkt@akwien.at) mit. Wir nehmen für Sie Kontakt mit der GKK auf.

Offener Urlaub

Für den nicht konsumierten Urlaub wird in der Endabrechnung eine Urlaubsersatzleistung ermittelt.

Achtung

Die Urlaubstage auf der Abrechnung des Monats, in dem Sie ausgetreten sind, werden (meist) geringer sein, als die Tage, die Sie auf der Abrechnung des Vormonats finden. In der laufenden Abrechnung vom Vormonat scheint der Urlaubsanspruch aus dem gesamten offenen Urlaubsjahr auf. Im Austrittsmonat wird der offene Urlaub mit dem Stichtag Austrittsdatum abgerechnet.

Die korrekte Ermittlung der Urlaubstage – unter Berücksichtigung der Kündigungsentschädigung- erfolgt erst in der Endabrechnung. Die endgültige Zahl der offenen Urlaubstage, die als Urlaubsersatzleistung abgerechnet wird, finden Sie auf der Forderungsaufstellung, die Sie vom AK/ÖGB Insolvenzbüro erhalten werden. Bitte melden Sie sich erst, wenn die Urlaubstage auf dieser Aufstellung nicht stimmen! 

Wann gibt es eine Endabrechnung?

Da sehr viele ArbeitnehmerInnen auf einmal abzurechnen sind, wird die Endabrechnung, die von der Firmenlohnverrechnung durchgeführt wird, längere Zeit in Anspruch nehmen. In der Endabrechnung muss für jede/n ArbeitnehmerIn die Dauer der Kündigungsfrist, die offenen Urlaubstage und sämtliche anderen Ansprüche, die bisher nicht abgerechnet werden konnten (insb. Zeitausgleich, Überstunden,..) ermittelt werden.

Wie ist das mit der Arbeitnehmerveranlagung?

Das Insolvenz-Entgelt wird im Gegensatz zu Ihrer gewohnten Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung vorerst unabhängig von Ihrem Verdienst mit einem (vorläufigen, pauschalen) einheitlichen Steuersatz versteuert (§ 67 Abs 8 lit g EStG). Die endgültige Besteuerung erfolgt erst nach Auszahlung des Insolvenz-Entgeltes gemeinsam mit Ihren übrigen Einkünften im Kalenderjahr im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung (Pflichtveranlagung!). In den meisten Fällen müssen Sie damit rechnen, dass vom Finanzamt ein Nachzahlungsbetrag vorgeschrieben wird.

Meldung an das Finanzamt

  • In der Insolvenz ist der Insolvenzverwalter wie ein Arbeitgeber verpflichtet, die entsprechenden Meldungen beim Finanzamt durchzuführen. Der Insolvenzverwalter erstellt den Jahreslohnzettel (Formular L 16). Der Verwalter darf nur die Forderungen in das Formular L16 aufnehmen, die auch tatsächlich vom Arbeitgeber bzw. der Insolvenzmasse ausbezahlt wurden!

  • Mit Insolvenzeröffnung muss der Verwalter dieses Formular L 16 für die Forderungen erstellen, die bis zur Insolvenzeröffnung vom Arbeitgeber ausbezahlt wurden, und an das Finanzamt übermitteln.

  • Gibt es nach der Insolvenzeröffnung eine Fortführung, muss der Verwalter für die Lohnzahlungen, die aus der Masse ausbezahlt wurden, das Formular L 16 an das Finanzamt übermitteln.

  • Für die Zahlungen, die als Insolvenz-Entgelt von der IEF-Service GmbH ausbezahlt wurden, muss die IEF-Service GmbH den Jahreslohnzettel an die Finanz übermitteln. Die IEF-Service GmbH gilt für Ihre Arbeitnehmerveranlagung nicht als bezugsauszahlende Stelle

Wie viele inländische Arbeitgeber muss ich angeben? 

  • Der insolvente Arbeitgeber, soweit er in diesem Jahr selbst Entgelte bezahlt hat.
  • Der Insolvenzverwalter (“die Insolvenzmasse“), wenn nach Insolvenz, im Massezeitraum, noch gearbeitet wurde und der Insolvenzverwalter das Entgelt bezahlt hat.
  • Allfällig andere Arbeitgeber im selben Jahr müssen Sie immer dazuzählen. Das können auch mehrere sein.
  • Die IEF-Service GmbH zählt nicht als Arbeitgeber.

Krankmeldungen 

  • Bei aufrechtem Arbeitsverhältnis oder wenn Ihr Arbeitsverhältnis während eines Krankenstandes beendet wurde: Übermitteln Sie die Krankmeldung bzw eine Gesundmeldung an das Lohnbüro. Übermitteln Sie diese Informationen bitte auch an uns bzw. Ihre Vertretung, damit wir dies bei der Abrechnung berücksichtigen können.

  • Ist Ihr Arbeitsverhältnis beendet und sind Sie beim AMS gemeldet: Übermitteln Sie die Krankmeldung bzw. eine Gesundmeldung unverzüglich an Ihr zuständiges AMS. Für die ersten drei Tage eines Krankenstandes wird das Arbeitslosengeld weiter bezahlt. Ab dem 4. Tag erhalten Sie Krankengeld von der Gebietskrankenkasse. Auch einen Kuraufenthalt müssen Sie beim AMS melden.

Wenn Sie nicht den Austritt nach § 25 IO erklären …

  • Stehen Sie weiterhin in einem aufrechten Arbeitsverhältnis zur Firma Zielpunkt.
  • Können Sie nicht Arbeitslosengeld beziehen.
  • Können Sie kein neues Arbeitsverhältnis beginnen.
  • Sind Sie grundsätzlich verpflichtet, der Firma Zielpunkt (bzw dem Verwalter) im Rahmen Ihres Dienstvertrages zur Arbeitsleistung zur Verfügung zu stehen.
  • Müssen Sie Krankenstände bei Zielpunkt melden.
  • Können Sie grundsätzlich entlassen werden, wenn Sie ein Verhalten setzen, das einen Entlassungsgrund darstellt.
  • Gegen Ende der Monatsfrist (1 Monat ab Datum Schließungsbeschluss) werden Sie vom Verwalter eine Kündigung erhalten. Ihr Arbeitsverhältnis endet dann nach Ablauf der Kündigungsfrist. Wenn diese Monatsfrist noch nicht abgelaufen ist, können Sie auch noch nach Erhalt der Kündigung den Austritt nach § 25 IO erklären.
  • Ab dem Schließungsbeschluss haben Sie einen Monat lang Zeit, den berechtigten Austritt zu erklären. Nach dieser Monatsfrist haben Sie diese Möglichkeit nicht mehr. Sollten Sie nach der Monatsfrist, während der laufenden Kündigungsfrist, das Arbeitsverhältnis beenden wollen (z.B. weil Sie ein Jobangebot haben), könnte diese Beendigung zum Verlust von Ansprüchen führen.

Wohin kann ich mich mit Fragen wenden?

Die Firma Zielpunkt hat Filialen in mehreren Bundesländern. Alle ArbeitnehmerInnen werden vom ISA Wien vertreten:

Service

AK Wien - AK/ÖGB Insolvenzbüro
Insolvenzschutzverband/ISA
1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22
Fax: 01/50165 2718
E-Mail: zielpunkt@akwien.at
Zielpunkt Hotline: 01 50165-360 (Mo-Do: 8:00 – 14:00) 
Zuständiger Bearbeiter: Herr Mag. Klaus Schmidtbauer

Wir ersuchen Sie, allfällige Fragen vorrangig per Mail oder schriftlich zu übermitteln. Wir bemühen uns, Ihre Anfragen so rasch als möglich zu beantworten. Wir ersuchen Sie, Verzögerungen zu entschuldigen.

Genauere Informationen über ISA, Abwicklung und Abläufe finden Sie hier.

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