6.6.2013

Wie es zum Kataster kam

Die Geschichte des heutigen Katasters beginnt im Jahr 1817, als die Vermessung der österreichisch – ungarischen Monarchie gesetzlich verfügt wurde, um die Vorschreibung der Grundsteuer auf eine gerechte Basis zu stellen.

Dieser Grundsteuerkataster musste den steuerlichen Anforderungen entsprechen, er war jedoch niemals zum verbindlichen Nachweis der  Grundstücksgrenzen bestimmt. Auch nachfolgende Vermessungen im Zusammenhang mit der Aufteilung von Grundstücken dienten in erster Linie der Aktualisierung steuerlicher Grundlagen. Daher sind die Angaben des Grundsteuerkatasters über Grenzen und Flächen dem Vertrauensschutz entzogen; von der ursprünglichen Vermessung abgeleitet, dokumentieren sie ohne Beweiskraft bloß Form und Ausmaße der Grundstücke, wie sie als Grundlage für die Grundsteuer gelten.

Um dem Bedürfnis der Gesellschaft nach einem verbindlichen Grenznachweis zu entsprechen, hat der Gesetzgeber im Vermessungsgesetz 1968 den Grenzkataster eingeführt und gleichzeitig die notwendigen Formvorschriften verfügt, die bei der Einverleibung von Grundstücken in den Grenzkataster zwingend einzuhalten sind. Nur wenn alle betroffenen Anrainer dem Verlauf der Grenzen vor Ort zugestimmt haben, die Grenzpunkte im exakten Bezug  zum Landeskoordinatensystems vermessen und in einer öffentlichen Urkunde dokumentiert sind, können sie denselben Vertrauensschutz, wie Eintragungen im Grundbuch genießen. Nur für jene rund 12% aller Grundstücke, die bereits in den Grenzkataster einverleibt sind, gelten Grenzen und Flächen als gesichert. Darüber hinaus ist auch jeglicher Ersitzungsanspruch von Grundstücksteilen für alle Zukunft ausgeschlossen.