Zwangshaltungen

Arbeit in erzwungenen Körperhaltungen wie beispielsweise langdauernde gebückte Haltung, Arbeit mit den Händen über dem Kopf und vor allem das Heben von Lasten aus solchen Zwangshaltungen heraus verursacht vielfältige Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

Ergonomisch optimierte Arbeitsplatzgestaltung wie zB die korrekte Positionierung von Werkstücken, der Einsatz höhenverstellbarer Arbeitsflächen etc kann Abhilfe schaffen.

Fallbeispiel 1: KFZ-Mechaniker

Herr K. ist Kfz-Mechaniker und 47 Jahre alt. Er hat schon seit seiner Lehrzeit oft und für längere Zeit mit den Händen über dem Kopf gearbeitet.

Seine Bandscheiben in der Wirbelsäule sind in Mitleidenschaft gezogen. Er hat oft Rückenschmerzen. Mitunter sind die Schmerzen so stark, dass er den Oberkörper kaum bewegen kann. Um die Schmerzen etwas zu erleichtern, hält er den Oberkörper in einer steifen Haltung.

Das wiederum führt zu Muskelverspannungen im Schultergürtel, was ihm nach einiger Zeit ebenfalls Schmerzen bereitet. Durch die Rückenschmerzen ist sein Schlaf beeinträchtigt, was zu Müdigkeit und Schläfrigkeit am Tag führt. Seine Aufmerksamkeit ist dadurch beeinträchtigt und die Gefahr, in diesem Zustand
einen Unfall zu erleiden, erhöht.

Fallbeispiel 2: Regalbetreuerin

Frau A. ist 45 Jahre alt und arbeitet seit 15 Jahren in einem Supermarkt als Regalbetreuerin. Sie muss schwere Waren (zB Paletten mit Getränken) von einem Transportwagen in Regale in unterschiedlicher Höhe einordnen, wobei sie längere Zeit stehen muss. Sie muss sich dabei bücken und die Waren hoch heben. Wenn der Platz eng ist, muss sie dabei den Oberkörper zur Seite drehen und/oder neigen.


Sie leidet unter hartnäckigen Rückenschmerzen, die ihr sehr zusetzen. Sie ist in physiotherapeutischer Behandlung und hat Angst, dass sie einen Bandscheibenvorfall erleidet und möglicherweise operiert werden muss.

Ihr Hobby, die Gartenarbeit, kann sie aufgrund der Rückenschmerzen auch nicht mehr wie früher genießen. Wenn ihr der Rücken weh tut, möchte sie am liebsten mit niemand zu tun haben und zieht sich dann auch in ihrer Familie zurück.

Würde die Regalbefüllung in Supermärkten anders als jetzt üblich von hydraulisch höhenverstellbaren Wägen aus geschehen, wäre die Belastung von Frau A. weit geringer.

Zum Vergleich ein Positivbeispiel:
Scherentische, wie sie zB in Verpackungsabteilungen in der Industrie verwendet werden, geben unter dem Gewicht von auf sie gestapelten Verpackungseinheiten immer weiter nach, und halten damit den jeweils aktuellen Arbeitsvorgang stets in der richtigen Höhe.

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