Der Trick mit „gratis“ im Internet - Anbieter verurteilt!

Vorsicht vor Gratis-Angeboten im Web

Vorsicht vor vermeintlichen Gratis-Angeboten im Internet. Die AK hat nun www.my-downloads.de einen Riegel vorgeschoben. Die gratis Software zum Herunterladen entpuppte sich als kostenpflichtiges Abo. Die AK klagte beim Handelsgericht Wien und bekam in zweiter Instanz recht: Preis, Leistung, Rücktrittsrecht nur in den Geschäftsbedingungen oder im Fließtext reichen nicht – auch dann nicht, wenn die Geschäftsbedingungen per E-Mail geschickt werden. Wichtige Vertragsbestimmungen müssen klar und deutlich sichtbar angegeben sein. „Das Urteil gilt nur für den Beklagten, hat aber Klarstellung für alle unseriösen Anbieter“, sagt AK Konsumentenschützer Robert Mödlhammer.

Die AK hatte Anfang 2010 eine Klage gegen die Premium Content GmbH aus Deutschland eingebracht. Die Anbieter warben auf der Webseite www.my-downloads.de mit gratis erhältlicher Software wie Open Office, Adobe Reade oder Flash Player zum Herunterladen. Die gratis Software war mit einem zweijährigen Abo zum Preis von bis zu 200 Euro verbunden. Wir haben geklagt, weil die Angaben irreführend sind. Der Anbieter muss über Preis, Leistung, Rücktrittsrecht deutlich und verständlich informieren, so das Urteil des Gerichts. Das Urteil ist rechtskräftig.

Preisangaben im Kleingedruckten versteckt

Immer wieder tappen vor allem Jugendliche in vermeintliche Gratis-Angebote im Internet. Wer einmal seine Daten abgesendet hat, wird auch schon zur Kassa gebeten. Denn Preisangaben sind im Kleingedruckten versteckt. Wer nicht zahlt, dem wird sofort mit Anwalt, Gerichtskosten und Strafanzeigen gedroht. Das schüchtert viele ein und sie zahlen.

Unseriöse Anbieter machen so schnelles Geld. Die Webadressen und Anbieter ändern sich laufend oder es wird auf andere Seiten umgeleitet. Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs schrecken die Betreiber nicht wirklich ab. Die Kosten zahlen sie aus der Portokassa – im Schnitt 1.000 Euro. Hingegen beträgt der Schaden für die Konsumenten jährlich rund zehn Millionen Euro.

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