Sparbuchzinsen: Leider nicht viel zu holen!

Gepurzelt sind die Sparbuchzinsen: Auf Sparbücher, auf denen jederzeit abgehoben werden kann, gibt’s im Schnitt nur ein Achtel Prozent Zinsen. Bei Direktbanken und Sparcards bekommt man etwas mehr. Wer sein Geld für einen bestimmten Zeitraum binden möchte auf einem Kapitalsparbuch oder Festgeld, hat je nach Laufzeit und Betrag Zinsen von bis zu 3,07 Prozent. Das zeigt ein aktueller AK Sparbuchzinsen-Test vom Oktober bei 28 Banken in Wien.

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Bis zu 7 Euro Schließungsspesen

Die Zinsen für jederzeit abhebbares Geld auf den Sparbüchern sind im Keller: 0,0625 (Bawag Psk) bis 2,1 Prozent (direktanlage.at, Mindesteinlage 5.000 Euro. Die Online-Bank hat eine Filiale und bietet Sparbücher an). Wer sein Sparbuch auflöst, dem können bis zu sieben Euro Schließungsspesen verrechnet werden. Von 16 Banken verrechnen fünf Institute keine Spesen bei der Schließung des Sparbuches.

Achtung bei „Aktionszinsen“!

Direktbanken bieten etwas mehr – im Schnitt 1,3 Prozent. Die Zinsen betragen für täglich fällige Spareinlagen 0,25 (Allianz Investmentbank, Allianz Top Cash) bis 2,1 Prozent (direktanlage.at, Online TopZins Konto, „Aktionszinssatz“ für Neukunden, Mindesteinlage 5.000 Euro). Konsumenten sollen drauf schauen, ob es Aktionszinsen sind. Sie gelten nur kurz und/oder sind an Bedingungen geknüpft, etwa an Mindesteinlagen.

Sparcards: Zinssatz richtet sich nach Höhe der Einlage

Bei den Sparcards gibt’s im Schnitt 0,25 Prozent. Die Sparkonten sind nicht für den Zahlungsverkehr geeignet. Die Einlagen sind täglich fällig. Die Zinsen machen 0,125 (Unicredit Bank Austria, ErfolgsCard; Erste Bank, s Komfort SparCard) bis 0,5 Prozent (Bawag Psk, ZinsvorteilsCard) aus. In der Regel gilt, je höher der angelegte Betrag, desto besser der Zinssatz.

Kapitalsparbuch oder Festgeld

Wer sich länger binden möchte und größere Beträge zum Sparen übrig hat, kann das mit einem Kapitalsparbuch oder Festgeld tun: Der Zinssatz für die Laufzeit ist fix. Ein laufendes Ansparen ist nicht möglich. Die Zinsunterschiede sind groß. So gibt es etwa für ein 12-monatiges Kapitalsparbuch Zinsen von 0,5 (Bank Winter) bis 1,75 Prozent (Deniz Bank Online-Festgeld/Sparbuch, Denzel Bank Online-Festgeld, Porsche Bank Direktsparen Fix, VakifBank Fixzins Vermögenssparbuch), für 36 Monate 0,5 (Bank Winter) bis 2,5 Prozent (Deniz Bank Online-Festgeld/Sparbuch), für 60 Monate bis zu 3,07 Prozent (Autobank Termineinlage).

Prämiensparbuch

Regelmäßiges (monatlich oder im Quartal) Geld ansparen geht mit dem Prämiensparbuch. Die Zinssätze sind variabel. Die Prämiensparbücher haben Laufzeiten von zum Beispiel zwei oder vier Jahren. Für zweijährige Prämiensparbücher etwa ist die Bandbreite beträchtlich: 0,125 (RLB NÖ Wien Mindesteinlage 30 Euro) bis 2,250 (Deniz Bank Mindesteinlage 100 Euro) Prozent.

zum Seitenanfang AK Spartipps:

  • Vergleichen Sie die Sparzinsen. Verhandeln Sie mit Ihrer Hausbank über die Zinsen.

  • Achtung vor Zinsfallen bei gebundenen Sparbüchern: Wenn Sie vorzeitig Geld abheben, lauert die Vorschuss-Zinsenfalle. Sie beträgt ein Promille pro Monat des abgehobenen Betrages.

  • Achten Sie bei Sparcards auf anfallende Kosten wie Karten-, Kontoführungs- oder Behebungsgebühren am Schalter.

  • Sparbuch auflösen: Die Schließungsspesen sind verhandelbar!

  • Einen Zinsenvergleich bieter der AK Bankenrechner.
zum Seitenanfang Konkret fordert die AK:

  • Sparbuchzinsen erhöhen: Die Sparbuchzinsen für täglich abhebbares Geld sind zu niedrig. Auch die Österreichische Nationalbank hat kürzlich festgestellt, dass die Zinsen bei Spareinlagen (Neugeschäft) viel stärker gesunken sind als die Kreditzinsen (Neugeschäft).

  • Einfache Sparprodukte: Sparprodukte dürfen kein falsches „Mascherl“ tragen, sondern müssen auch wirklich Sparbücher oder Sparkonten sein, also einfach und überschaubar. Denn Produktkombinationen oder verschachtelte Produkte aus Sparbuch und Aktienfonds mit riskanten Wertpapieren stellen keine sicheren Spareinlagen dar. Die SparerInnen, die laufend Geld zur Seite legen wollen, brauchen dafür geeignete Sparformen wie Prämiensparbücher – gerade diese Produkte werden von Banken offenbar nicht forciert angeboten.

  • Klipp-und-Klar-Infos: Den SparerInnen soll ein Produktinformationsblatt ausgehändigt werden, aus dem die Eckpunkte des Sparbuch- oder Sparkontovertrages hervorgehen, also Ertrag, Kosten (zum Beispiel für Sparbuchschließung). Risiko, Laufzeit, Zinsberechnung insbesondere, ob die Zinsengutschrift jährlich oder am Ende der Laufzeit erfolgt.

Unklare Zinsmodalitäten

Es gibt bei Sparprodukten unterschiedliche Zinsverrechnungsmodalitäten, was den Sparern oft nicht bewusst ist. Zum Beispiel: Beim Kapitalsparbuch werden die Zinsen am Ende der Laufzeit gutgeschrieben (und dann fällt auch Kapitalertragssteuer an). Bei den meisten Sparprodukten gibt es einen jährlichen Zinsabschluss (und Kapitalertragssteuer fällt an) – wie täglich fällige Sparbücher, Sparbücher mit Bindungsfrist. Und dann gibt es noch Sparformen, bei denen die Zinsen nicht jährlich dem Kapital zugeschlagen werden. Es gibt somit keinen Zinseszinseffekt, sondern die Zinsen werden am Ende der Laufzeit gutgeschrieben (Bundesschatzscheine, teilweise Festgeldkonten). Transparenz ist deswegen wichtig, weil sich unterschiedliche Zinserträge ergeben: Es macht einen Unterschied, ob Zinsen auf einem Sparkonto weiter veranlagt werden oder nicht.

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