Stiftungen: Spenden statt Steuerzahlen?

Wenig bis gar nichts kann AK Präsident Herbert Tumpel mit den Aussagen einiger Stiftungsvertreter anfangen: „Ich will, dass die Steuerlast möglichst gleich auf alle gesellschaftlichen Gruppen aufgeteilt wird. Und Spenden sind und bleiben freiwillige Spenden. Karitatives Engagement in Ehren, aber das kann nie ein gerechtes Steuersystem ersetzen. Das Problem Verteilungs- und Steuergerechtigkeit wird damit nicht gelöst, sondern prolongiert.“

Die Stifter wollen – so vermutet Tumpel - nun ihre Steuerprivilegien retten, indem sie Gutes tun. Das Gute ist hierzulande aber meist Brosamen, die eine teurere Werbekampagne ersetzen. „Für eine solche günstige Werbekampagne darf es keine Steuerprivilegien geben. Wer sich sozial engagieren will, soll das tun. Sich aber das Ganze nicht durch Privilegien finanzieren lassen“, sagt Tumpel und verweist darauf, dass in Österreich bereits eine Steuerbegünstigung auf Spenden von bis zu zehn Prozent des Einkommens besteht.

Spenden fließen willkürlich, nach den Prioritäten persönlicher Vorstellungen und nach der Öffentlichkeitswirksamkeit. Auf der anderen Seite entgehen durch Privilegien Steuereinnahmen, die für wichtige Projekte fehlen könnten. Nur der Staat kann eine objektive Liste sozialpolitischer Prioritäten erstellen. Tumpel bleibt daher bei seiner Forderung nach einer Beschränkung der Privilegien bei den Privatstiftungen.

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