Skepsis über „Lyoness“-System

Mit einer Werbekampagne geht die Einkaufsgemeinschaft „Lyoness“ auf Kundenfang: AK-Konsumentenschützer äußern sich skeptisch über die versprochenen Vorteile.

„Wenn nur alles so sicher zurückkäme wie Ihr Geld“, verspricht die von einem Steirer gegründete Einkaufsgemeinschaft (Österreichsitz in St. Johann o.H.), die es europaweit auf angeblich 350.000 Kunden bringt. Der Kundenvorteil besteht in einer Sofortvergütung von einem Prozent (Lebensmittel, Treibstoff) oder zwei Prozent bei weiteren Einkäufen, die derzeit nur mit vorher erworbenen Gutscheinen getätigt werden können.

Einkauf nur mit Gutscheinen

AK-Konsumentenschützer Dr. Peter Kiesswetter: „Die Zusendung der Gutscheine erfolgt auf eigene Gefahr, die Händlergutscheine sind nicht übertragbar oder in bar ablösbar.“ Auf der Lyoness-Website werden nur wenige Unternehmen in Österreich aufgezählt, größte Verlockung ist ein Strukturvertriebssystem: Lyoness-Teilnehmer werben weitere Teilnehmer und verdienen angeblich 0,5 Prozent an den Umsätzen der geworbenen Mitglieder mit. Daher sei Skepsis über die versprochenen „Gewinne“ angebracht: Rein rechnerisch müsste man zusammen mit geworbenen Mitgliedern um 50.000 Euro einkaufen, um eine einmalige Rückvergütung von 450 Euro zu erhalten.

Ob man sich an ein „Einkaufssystem“ mit vorgegebenen Händlern binden lasse, sei jedem selbst überlassen. „Ob das Lyoness-System für den Kunden funktioniert, kann von uns nicht vorhergesagt werden.“ Allerdings zahlt sich die Handelsidee für den Erfinder aus: „Lyoness“ nascht an allen Umsätzen mit einem Prozent mit (eine ausführliche Stellungnahme des AK-Konsumentenschutzes zur Lyoness-Kampagne finden Sie in der Infobox).

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