Monsterrechnung wegen Apps

Ein Fall aus der AK-Beratung

Rita F. ist Technik-Profi und mit Computer, Internet und Smartphone auf Du und Du. Trotzdem ist sie in die App-Falle getappt, denn: Ein paar Apps haben sich laufend automatisch aktualisiert und ein irres Datenvolumen verbraucht – statt den üblichen 250-300 Megabyte pro Monat waren es dieses Mal 2,5 Gigabyte! Mitbekommen hat Rita das aber erst, als sie eine Telefonrechnung von mehr als 1.900 Euro bezahlen sollte.

Monsterrechnung – was nun?
  • Erheben Sie sofort Einspruch bei Ihrem Betreiber (die Einspruchsfristen finden Sie auf Ihrer Rechnung!) und senden Sie eine Einspruchskopie an die RTR-Schlichtungsstelle.

  • Mit der Einspruchskopie an die RTR eröffnen Sie automatisch ein Schlichtungsverfahren. Der Betreiber darf den strittigen Betrag nicht einziehen oder einfordern, bis das Verfahren abgeschlossen ist. In vielen Fällen lässt sich bei der Rechnungshöhe auf dem Kulanzweg noch was machen!
Wie entgehe ich der App-Kosten-Falle?

  • Misten Sie bei Ihren Apps gründlich aus. Lassen Sie nur die allerwichtigsten auf Ihrem Smartphone.

  • Deaktivieren Sie das automatische Aktualisieren.

  • Aktivieren Sie die Internetverbindung nur dann, wenn Sie surfen wollen oder ständige Mail-Updates brauchen.

  • Deaktivieren Sie Ihr Datenroaming, wenn Sie im Ausland oder in Grenznähe sind – so unterbinden Sie eine heimliche Datenübertragung.

  • Fragen Sie Ihren Anbieter, ob er Instrumente zur Kostenkontrolle anbietet. A1 bietet z.B. eine Datenvolumen-App an, viele andere Mobilfunkbetreiber können auf Wunsch die Kostenbremse anziehen und die Bandbreite deutlich drosseln, sobald Sie Ihr monatlich verfügbares Datenvolumen überschritten haben.

  • Seit 1. Juli warnen die meisten Anbieter die Handykunden per SMS, wenn sie über die Grenze ihrer Datenpauschale hinaussurfen und dadurch hohe Kosten anfallen. Reagieren Sie daher rasch, wenn Sie ein solches SMS erhalten! Vorsicht: Eine Garantie, dass diese SMS auch ankommen, gibt es allerdings nicht.

  • Für Erfahrene: Es gibt Hilfsprogramme (z.B. APNdroid), die zuverlässig die Datenverbindung über’s Handynetz (GPRS, EDGE oder UMTS) abschalten, wenn man sie nie braucht. Achtung: Auch unter diesen Programmen gibt es Kuckuckseier, die genau das Gegenteil vom Gewünschten anstellen. Vorm Installieren daher bitte immer Bewertungen in einschlägigen Nutzerforen lesen!

Hintergrundwissen

Allein für Android-Handys gibt es über 150.000 Apps. Im Grunde kann jeder Apps in die Welt setzen. Die Qualität ist daher sehr unterschiedlich. Viele Apps sind zwar nützlich oder amüsant. Aber manche legen es absichtlich auf Missbrauch an. Andere sind „nur“ fehlerhaft, aber dennoch nicht minder schädlich.

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