Kostenfalle Internet am Handy
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750 Euro für Handyrechnung?
Durchschnittlich knapp 750 Euro – so viel machten die Handy-Rechnungen der ratsuchenden Konsumenten aufgrund mobilen Surfens aus. Die höchsten Rechnungen waren gigantische 3.000 und knappe 3.800 Euro. Das zeigt eine aktuelle AK Auswertung von 64 Beschwerden in nur fünf Tagen in den AK Beratungen.
„Die Kostenfalle bei einem internettauglichen Handy kann schnell zuschnappen“, warnt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Wer etwa über sein Pauschale hinaus surft, hat mit extremen Kosten zu rechnen, weiß das aber oft nicht. Damit muss Schluss sein. Die AK verlangt einen raschen Beschluss der Novelle zum Telekom-Gesetz. Es muss eine verpflichtende Handy-Kostensperre kommen.
KonsumentInnen müssen Sperrbetrag festlegen können
Laut Entwurf zum Telekom-Gesetz kann der Telekomregulator die Betreiber zu einem automatischen und kostenlosen Sperr-Service bei Erreichen eines Höchstbetrages verpflichten. Die AK begrüßt das Vorhaben. Es muss aber gesichert sein, dass der Regulator die Betreiber tatsächlich dazu anhalten muss und der Konsument einen Sperr-Höchstbetrag möglichst individuell festlegen kann. Die Novelle ist bis 26. April in Begutachtung.
Kostenfallen stehen nur im Kleingedruckten
Derzeit ist es so: In vielen Verträgen wird nur auf das inkludierte Datenvolumen hingewiesen, wie es mit den Kosten über dem Pauschale aussieht, findet sich oft nur im Kleingedruckten. Was etwa beim Herunterladen eines Apps an Datenvolumen anfällt, weiß der Konsument oft nicht. Mitunter ist es auch unerklärlich, wie die Datenmengen zu Stande kommen oder es wird unabsichtlich eine Anwendung aktiviert.
Einzelne Konsumenten klagten in der Beratung, dass sie keine Warn-SMS erhalten hatten bei Überschreiten des Pauschales, obwohl das mit dem Anbieter ausgemacht war.
Die Rechnungsausreißer
Die AK Wien hat aus den Beratungen eine Woche lang (vom 28. März bis 1. April) die Beschwerden über die Handy-Rechnungsausreißer durch mobiles Internet ausgewertet.
- 3.000 Euro stand auf der Handy-Rechnung eines Niederösterreichers. Die AK NÖ erfasste in einer Woche 16 Beschwerden (A1, Drei, T-Mobile/Telering, Orange mit Rechnungen von 200 bis 3.000 Euro).
- 2.500 Euro wurden von einem der 18 steirischen Konsumenten verlangt. Die übrigen Beträge: 140 bis 1.588 Euro (A1, T-Mobile/Telering, Orange, Drei).
- 2.200 Euro machte die Rechnung eines Kärntner Konsumenten aus (Telering).
- 1.467 Euro war die höchste Rechnung, die ein Konsument aus dem Burgenland hatte. Die AK Burgenland hatte in einer Woche zwölf Beschwerden von A1-, T-Mobile/Telering- und Drei-Kunden. Dabei ging es um Rechnungen von 144 bis 1.467 Euro.
- 3.797 Euro war die ungeheuerliche Rechnung eines Tiroler Konsumenten. Die übrigen Rechnungen: 515 bzw. 1.111 Euro (Telering und Drei).
- 1.028 Euro war die Spitzen-Rechnung eines Oberösterreichers. Die AK OÖ hatte acht Beschwerden (A1, T-Mobile/Telering) mit Rechnungen von 183 bis 1.028 Euro.
- 702 Euro sollte ein Salzburger Konsument draufzahlen. In der AK Salzburg beklagten sich drei Handy-Kunden (A1, Drei) über ihre Rechnungen (348 bis 702 Euro).
- 688 Euro stand auf der Handy-Rechnung eines Wiener Konsumenten. In der AK Wien gab es drei Hilfesuchende (Rechnungen von 460 bis 688 Euro von A1, Drei, Telering).
Tipp
So halten Sie Ihre Handyrechnung im Zaum:
1. Nutzungverhalten reflektieren: Bevor Sie sich für ein mobiles Internet-Angebot entscheiden, überdenken Sie Ihr Nutzungsverhalten. Laden Sie etwa Musik oder Videos herunter? Vergleichen Sie die Gesamtkosten für Endgerät und Datendienst einmal mit Vertragsbindung und einmal ohne.
2. Vertrag oder Wertkarte? Surfen zu Wertkarten-Tarifen heißt zwar oft etwas höhere Preise für das verbrauchte Datenvolumen. Andererseits haben Sie eine laufende Kostenkontrolle durch das aufgebuchte Guthaben der Wertkarte.
3. Achtung vor Mehrkosten: Wenn Sie beim mobilen Internet über Ihr Datenpauschale hinaus surfen, müssen Sie mit zehn bis 25 Cent pro zusätzlichem Megabyte rechnen. Zum Vergleich: Das Megabyte innerhalb der Pauschale (bei Vertragstarifen mit monatlicher Grundgebühr) kostet umgerechnet nur 0,1 bis 0,4 Cent pro Megabyte (Vertragstarife) oder zwei Cent pro Megabyte bei Wertkarten.
4. Kosten bremsen: Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter. Suchen Sie sich Tarife mit „eingebauter Kostenkontrolle“ aus, etwa Tarife mit inkludiertem Datenvolumen plus Geschwindigkeitsdrosselung nach Ausschöpfen des Pauschales oder Flat fees (unlimitierter Datentransfer mit oder ohne Fair-Use-Klausel). Sie sollten auch auf den Webportalen Ihres Anbieters Ihren aktuellen (meist nur zeitnahen) Verbrauchsstand prüfen.
5. Hohe Rechnung bekommen? Kontrollieren Sie, was Ihnen verrechnet wurde. Bedenken Sie, dass Sie auch unabsichtlich Anwendungen aktiviert haben könnten. AK Beratungsstellen und die Schlichtungsstelle der RTR helfen im Streitfall weiter.
6. Kostenfalle Ausland: Inkludierte Datenvolumen beim mobilen Internet können in der Regel nicht im Ausland verbraucht werden. Vorsicht vor hohen Roamingkosten.
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