Greenjobs: Auf Fernwärme, thermische Sanierung und Öffis setzen

„Es klingt zu gut um wahr zu sein: Eine Jobmaschine, die noch dazu Umwelt- und Klimaschutz voranbringt. Aber die vom Landwirtschaftsminister so hochgelobten Greenjobs sind viel zu oft gesundheitsschädlich und schlecht bezahlt“, sagt AK Umwelt-Ökonom Thomas Ritt auf der Konferenz „Wirtschaft Denken Umwelt“.

Jeder 3. Umweltarbeitsplatz ist schlecht bezahlt

Jeder dritte sogenannte Umweltarbeitsplatz ist schlechtbezahlt oder mit hoher körperlicher Belastung und Gefährdung verbunden. Insbesondere im Bereich der privaten Abfall-Beseitigung, der Abwasserreinigung oder der Landwirtschaft- So eine Jobmaschine schadet mehr als sie nützt. Die Alternativen dagegen liegen buchstäblich auf der Straße: mehr Investitionen in das Angebot und die Qualität des öffentlichen Verkehrs schaffen nicht nur gute Arbeitsplätze. Sie bringen auch viel für den Klimaschutz und bietet BerufspendlerInnen mehr Möglichkeiten auf die günstigeren Öffis umzusteigen.

Außerdem sind weitere Investitionen in die Thermische Sanierung nicht nur langfristige Investitionen in den Klimaschutz, so Ritt: 100 Millionen für Fernwärme, Niedrigenergiewohnungen und Thermische Sanierungen bringen über 7.300 neue, meist gute Arbeitsplätze. Die Mieter der sanierten Wohnungen haben außerdem Vorteile durch niedrigere Heizkosten. Die gleiche Summe in die hochsubventionierte Windenergie gesteckt bringt dagegen nur 4.000 neue Jobs, die vor allem von den privaten Stromkunden mit höheren Stromkosten mitbezahlt werden müssen.

Atypische Beschäftigung und Leiharbeit

Dazu kommt, dass es gerade im Bereich der alternativen Energien besonders viele atypische Beschäftigungsverhältnisse und Leiharbeit gibt. Auch in sozialökonomischen Betrieben, die benachteiligten Gruppen neue Chancen am Arbeitsmarkt mit Dienstleistungen im Umwelbereich eröffnen, wäre mehr Geld gut angelegt.

Der AK Umweltökonom plädiert deshalb dafür, bei „Greenjobs“ genau hinzusehen. „Es ist nicht alles gut, nur weil grün draufsteht“, so Ritt.

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