Forschung fest in Männerhand

Die Regierung hat die lange geforderte Forschungsstrategie (FTI-Strategie des Bundes) beschlossen, jetzt geht es um die Umsetzung. „Das Ziel, mehr Menschen für einen Forschungsberuf zu begeistern, kann nur erreicht werden, wenn die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima in den Unternehmen attraktiv sind“, sagt Dwora Stein, GPA-djp Bundesgeschäfts-führerin und Vizepräsidentin der AK Wien.

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Woran viele ForscherInnen leiden

Die AK hat in Kooperation mit der GPA-djp das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) beauftragt, bei ForscherInnen nachzufragen, wie sie die Qualität ihres Arbeitsplatzes und die Arbeitsbedingungen einschätzen. Das Ergebnis: Viele ForscherInnen leiden vor allem unter Zeitstress, wechselnden Arbeitsanforderungen, Mängeln in der betrieblichen Informationspolitik und/oder dem organisatorischen Umfeld. Stein: „Führung und Management widmen den spezifischen Herausforderungen des Forschungsprozesses und den Anliegen der Beschäftigten hier zu wenig Aufmerksamkeit. Den Entscheidungen anderer größerer Unternehmensbereiche wird häufig mehr Bedeutung beigemessen, wodurch enormer Druck entstehen kann.“

Die Forschungsstrategie verfolgt vor allem auch das Ziel, die vorhandenen Potenziale in Österreich besser auszuschöpfen und mehr Jugendliche für die Forschung zu begeistern. Im Kern muss es daher Verbesserungen und Investitionen in Bildung, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung geben. Daneben müssen aber auch die betrieblich-organisatorischen Rahmenbedingungen stimmen. Wesentlich ist eine Ausweitung der Mittel für Forschung und Entwicklung seitens der Unternehmen aber im Bereich der öffentlich geförderten Forschung. Dadurch sollen mehr ForscherInnen beschäftigt werden und diese sollen auch eine gute, abgesicherte Arbeitssituation vorfinden.

Außeruniversitäre Forschung

„Ein wichtiger Schritt dazu wäre die Ausweitung des innovativen und gut entwickelten Kollektivvertrags für die ArbeitnehmerInnen in der außeruniversitären Forschung. Dadurch würde eine breite Basis geschaffen, sodass der Wettbewerb um Auftrags- und Fördergelder nicht zu Preisdumping führt, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird“, so Stein.

Im Auftrag von AK Wien und GPA-djp hat IFES bei ForscherInnen nachgefragt, wie sie mit ihren Arbeitsbedingungen zu Recht kommen. Das Ergebnis wurde dann dem Arbeitsklimaindex der AK OÖ für alle Beschäftigten gegenübergestellt: der Gesamtindex der Arbeitszufriedenheit liegt bei ForscherInnen unter dem allgemeinen Zufriedenheitsindex (106 zu 108). Besonders in größeren Unternehmen werden der ständige Zeitstress, die wechselnden Arbeitsanforderungen durch geänderte Vorgaben durch das Management, die betriebliche Informationspolitik, das organisatorische Umfeld und der vorherrschende Führungsstil kritisch gesehen.

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Forschung fest in Männerhand

Nach wie vor befindet sich Forschung fest in männlicher Hand, nur 22 Prozent sind Frauen. Frauen in der Forschung konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Medizin, Biologie, Chemie und Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Frauen kommen auch in der Forschung seltener in Führungspositionen als Männer (25 Prozent gegenüber 50 Prozent). Auch beim Einkommen liegen die Forscherinnen rund 10 Prozent hinter ihren männlichen Kollegen.

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